Politik

Die junge Generation führt den Ortsverein Großenbaum/Rahm

Jacqueline Dederichs und Daniel Rosenbach sehen sich als ein Team, in dem der eine den anderen entlastet.

Jacqueline Dederichs und Daniel Rosenbach sehen sich als ein Team, in dem der eine den anderen entlastet.

Foto: FUNKE Foto Services

Großenbaum/Rahm.  Die SPD Großenbaum/Rahm hat mit dem 37-jährigen Daniel Rosenbach und der 27-jährigen Jacqueline Dederichs jetzt einen sehr jungen Vorstand.

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Was im Großen nicht ist, könnte jetzt im Kleinen werden: Der im Oktober des vergangenen Jahres von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel ausgesprochene Wunsch nach einer Doppelspitze aus Frau und Mann bis herunter in die Bezirkspolitik ist im SPD-Ortsverein Großenbaum/Rahm nun Wirklichkeit geworden. Obwohl es die beiden, um die es geht, gar nicht so sehen wollen. Die Mitglieder des größten Ortsvereins im Duisburger Süden wählten Daniel Rosenbach zu ihrem Ersten Vorsitzenden und Jacqueline Dederichs zu seiner Stellvertreterin. Der ehemalige Vorsitzende Norbert Broda hatte sich bei der Jahreshauptversammlung im März nicht mehr zur Wahl gestellt.

Die 27 Jahre alte Jacqueline Dederichs und der 37 Jahre alte Daniel Rosenbach benutzen ungern den Begriff Doppelspitze. Sie sehen sich als Team, in dem der eine den anderen entlastet. Rosenbach arbeitet als Teamleiter beim Duisburger Ordnungsamt, Jacqueline Dederichs ist Pädagogin in der stationären Jugendhilfe.


Was haben Sie sich für die kommenden 100 Tage vorgenommen?
Daniel Rosenbach: Wir wollen auch weiterhin sehr nah dran sein am Bürger. Wir wollen als Kümmerer auftreten. Wir wollen weiterhin eine Bürgersprechstunde in sehr regelmäßigen Abständen abhalten, alle zwei bis drei Monate. Wir wollen uns stark machen, uns präsent zeigen. Für die meisten Menschen in Großenbaum oder Rahm sind Landes- oder Bundespolitik nicht so nah wie kommunale Themen. Wir wollen aber auch erst mal reinkommen, wie man so schön sagt.
Jacqueline Dederichs: Wir hoffen, dass wir weiterhin Wege finden, dass die Menschen den Kontakt und Austausch mit und zu uns suchen. Wir wollen auch – nicht nur in den nächsten 100 Tagen – die Verjüngung der Politik unterstützen, besonders den Nachwuchs fördern, das ist derzeit ja für fast alle Parteien ein großes Thema. Und, ganz wichtig: Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk und Rat der Stadt.

Daniel Rosenbach ist vor zehn Jahren zu den Sozialdemokraten gekommen, Jacqueline Dederichs trat 2009 in die Partei ein. Drei Jahre saß Rosenbach unter anderem als Beisitzer im Ortsverein, Jacqueline Dederichs war beratendes Mitglied. Beisitzerin seit 2010.


Wie kommt man als junger Mensch denn am besten zur Politik?
Dederichs: Bei mir lag es in der Familie. Mein Vater hatte sich auch engagiert, er war schon immer Mitglied in der SPD, und es hat dann doch gejuckt. Politik ist das gewesen, was mich berührt hat. Hier kann man viel gestalten, sich in vielen Bereichen engagieren.
Rosenbach: Bei mir war es der klassische Weg: Damals ging es um das ehemalige Bürgerhaus in Rahm. Ich habe den Ortsverein kennengelernt und mich von seiner Arbeit begeistern lassen.

Regelmäßige Treffen, nahezu tägliche Telefonate, viele E-Mails – das Duo Dederichs und Rosenbach muss in engem Kontakt zueinander stehen. Besonders in den ersten und weiteren Tagen nach ihrer Wahl. Durch die Unterstützung im Ortsverein und einen „gut funktionierenden Vorstand“ fühlen sich die beiden gut vorbereitet.
Was die Zukunft der Holzbrücken über den Rahmer Bach betrifft, will der neue Vorstand erst mal die Vorlage der Verwaltung abwarten. Foto: Udo Milbret/Archiv Welche Projekte wollen Sie konkret angehen oder begleiten?
Dederichs: Am Beispiel von Rahm kann man gut erkennen: Es ergeben sich automatisch neue Projekte. In Sachen Rahmerbuschfeld unterstützen wir die Realisierung der Pläne zur Bebauung. Bei den Fußgängerbrücken über den Rahmer Bach muss man sicherlich zuerst einmal die Vorlage der Verwaltung abwarten. Auch die Initiative bei der Flüchtlingsunterkunft am Reiserweg unterstützen wir.

Jacqueline Dederichs ist Mitglied in der Arbeitsgruppe Migration und Vielfalt innerhalb des SPD-Unterbezirks. Daniel Rosenbach ist erster Vorsitzender der Kameradschaftlichen Vereinigung Großenbaum und ebenfalls Mitglied bei den Großenbaumer Schützen. Sie kennen Engagement.


Was ist Ihnen bei Ihrem politischen Engagement wichtig?
Rosenbach: Ganz wichtig ist für uns, dass wir ehrlich bleiben, unsere Arbeit durchsichtig, eben transparent ist. Das wird sich am Ende auszahlen. Dabei müssen wir aber auch die Schwächen klar benennen.
Dederichs: Dass wir nah dran sein wollen, uns als Kümmerer engagieren ist das eine. Wir wollen nicht abgehoben sein. Ich sehe die SPD zurzeit als politische, als moralische Mitte. Ich wünsche mir, dass wir stabil bleiben. Vielleicht gilt ein Satz ganz besonders im Moment: Wir sind leise, da die anderen gerade sehr laut sind.

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