Berufsausbildung

Duisburger Berufskolleg erweitert Bildungsangebot

Neuer Bildungsgang in Sachen Technik mit kürzerer Ausbildung: Schulleiter Volker Kleebaum stellt die neuen Räumlichkeiten im Bertolt-Brecht-Berufskolleg vor.

Neuer Bildungsgang in Sachen Technik mit kürzerer Ausbildung: Schulleiter Volker Kleebaum stellt die neuen Räumlichkeiten im Bertolt-Brecht-Berufskolleg vor.

Foto: Herbert Höltgen

Duisburg-Huckingen.   Bertolt-Brecht-Berufskolleg bietet ab dem Schuljahr 2018/2019 einen neuen Bildungsgang „elektrotechnischer Assistent und Fachhochschulreife“ an.

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Das Bertolt-Brecht-Berufskolleg (BBBK) bietet ab dem kommenden Schuljahr einen neuen Bildungsgang an. Die Schule nimmt dazu an einem Schulversuch teil und ist damit die einzige Schule in Duisburg – und eine vor nur einer handvoll Einrichtungen im Regierungsbezirk – die diesen Ausbildungsgang testweise anbieten.

„Berufsfachschule Ingenieurtechnik, elektrotechnischer Assistent“ nennt sich etwas umständlich, was technisch interessierten Schülern möglichst lange möglichst viele Zukunftschancen bieten will. Denn den Abschluss als elektrotechnischer Assistent können sie am BBBK zwar jetzt schon machen – allerdings grundlegend anders aufgebaut als in Zukunft. Kern der Änderung: Der bisher dreijährige Bildungsgang wird umgestellt auf das Modell zwei plus eins.

Bildungsgang ist nach zwei Jahren abgeschlossen

„Wir haben gemerkt: Es will nicht jeder drei Jahre machen“, erklärt Schulleiter Volker Kleebaum. Zumal im zweiten Jahr einige Praktika anstehen und viele Schüler Jobangebote bekommen. Etwa die Hälfte eines Jahrgangs verlässt dann die Schul- zugunsten der Werkbank. Dafür zahlen die Schüler allerdings einen Preis: Der Bildungsgang gilt als abgebrochen. Kleebaum erklärt die Folgen: „Wenn sie uns jetzt mittendrin verlassen, kriegen sie nur ein Abgangszeugnis. Das ist immer ein Makel.“ Ein Makel, der das Berufsleben nach dem ersten Job erschweren kann.

Der neue Bildungsgang setzt genau hier an: Er ist nach zwei Jahren nicht unterbrochen, sondern abgeschlossen – mit der Möglichkeit, noch das dritte Jahr für eine höhere Qualifikation dranzuhängen. „So haben sie die Möglichkeit, uns nach zwei Jahren mit einem vernünftigen Abschluss zu verlassen“, sagt Kleebaum.

Lehrer besuchen Fortbildungen

In den ersten beiden Jahren stehen Ingenieurtechnik, Physik und Technische Informatik auf dem Stundenplan (neben Deutsch, Mathe und Englisch). Die Ingenieurtechnik ist dabei ein entscheidender inhaltlicher Unterschied, denn im alten Bildungsgang wurde hier nur Elektrotechnik unterrichtet. Die neue Variante ist vielseitiger, sagt Kleebaum: „Sie bekommen von allen technischen Richtungen etwas.“

Die Schüler gewinnen also zwei Jahre Zeit herauszufinden, welcher Bereich sie so sehr interessiert, dass sie bis zur Rente darin arbeiten wollen. Dabei haben sie viele Möglichkeiten: Ein Berufseinsteig ist nach dem neuen Abschluss möglich in Architektur, Bautechnik, Versorgungstechnik, Maschinenbau, Verkehrstechnik oder Elektrotechnik. Wer auch das dritte Jahr am Berufskolleg absolviert, bekommt statt der Ingenieurtechnik die Fächer Elektrotechnik, Mess- und Prozesstechnik sowie Informationstechnik dazu. Dieser Abschluss ist vor allem für die Schüler interessant, die nach dem Berufskolleg auf die Fachhochschule gehen wollen, um dort zum Beispiel Bau-, Elektro- oder Maschinenbautechnik zu studieren oder mit dem Ziel des Wirtschaftsingenieurs. Auf die Fachhochschule zieht es ein Drittel der Berufskollegschüler in diesem Bildungsgang.

Voraussetzung für den neuen elektrotechnischen Assistenten – ob in der Variante zwei oder drei Jahre – bleibt die Fachoberschulreife, für die Schüler ändert sich hier also nichts. Anders sieht das bei den Lehren aus: „Das ist eine Herausforderung für die Kollegen“, sagt Kleebaum. Die drücken deshalb gerade selber die Schulbank – Fortbildung.

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