Parken

Ein Jahr Parksensoren beim Discounter: So läuft das Prinzip

Seit einem Jahr gibt es die Park-Sensoren auf dem Lidl-Parkplatz in Duisburg-Großenbaum.

Seit einem Jahr gibt es die Park-Sensoren auf dem Lidl-Parkplatz in Duisburg-Großenbaum.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg-Großenbaum.  Immer mehr Einzelhändler setzen auf elektronische Parkplatzüberwachung. Anfangs war der Ärger groß. Das sei jetzt anders, sagt der Betreiber.

Bei Lidl gibt es sie und auch bei Netto – elektronische Parksensoren überwachen seit einem Jahr auf den Discounter-Parkplätzen, wie lange Kunden dort parken. Dauerparken soll so ohne großen Personalaufwand verhindert werden. Anfangs hagelte es Beschwerden.

Großformatige Schilder weisen den Benutzer des Lidl-Parkplatzes an der Großenbaumer Allee darauf hin, dass Kunden der Filiale 60 Minuten kostenlos parken können. Erst bei Überschreitung der Parkzeit sind 19,90 Euro – zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 4,90 Euro – fällig, zahlbar über die Safe-Place-Homepage.

Wird die Parkzeit überschritten, meldet der Sensor, der auf der Stellfläche verklebt ist, dies an eine App. Auf einer digitalen Karte wird dann angezeigt, auf welchem Parkplatz die Parkzeit überschritten wurde. Der menschliche Parkwächter wird so benachrichtigt und kann gezielt zum entsprechenden Parkplatz gehen und das Kennzeichen notieren.

Parkzeit überschritten: Sensor alarmiert den Parkwächter

„Die Parkzeit ist mehr als ausreichend“, sagt André Westhoff, Geschäftsführer der Sensoren-Betreiberfirma Safe Place. „Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einem Discounter liegt bei 18 Minuten. Mit 60 Minuten Höchstparkdauer haben wir mit einem großzügigen Puffer kalkuliert.“

Als „effiziente Parkraumüberwachung ohne das Registrieren von sensiblen Daten“, bezeichnet Westhoff die Idee mit den Parksensoren. „Die Kunden haben das neue System gut angenommen“, sagt der 43-Jährige, der seit Gründung des Düsseldorfer Unternehmens Geschäftsführer ist. Während es bei der Einführung des Parkkontroll-Systems noch zahlreiche Beschwerden hagelte, sei es mittlerweile ruhig geworden. „Es passiert kaum noch, dass sich Kunden bei uns melden“, sagt Westhoff. Und auch das Bild, dass die Einzelhändler an das Unternehmen spiegeln, sei durchweg positiv. „Für viele wird der Einkauf entspannter. Das oft lästige Suchen nach der Parkscheibe oder nach Kleingeld für die Parkuhr entfällt.“

An 500 Standorten deutschlandweit hat die Firma Safe Place Parksensoren installiert. Bisher sind es die Parkplätze zweier Discounter in Duisburg. In Kürze, so Westhoff, werden zwei weitere Kunden in der Stadt hinzukommen. Installiert werden die Sensoren auf den Stellflächen innerhalb weniger Stunden, der Vertrag für die Überwachung läuft über mehrere Jahre.

Dank Parksensoren können Einzelhändler freie Parkplätze vermieten

André Westhoff will mit den Parksensoren jedoch nicht nur gegen Parksünder vorgehen. Durch die Sensoren kennt der Einzelhändler die Auslastung der Parkplätze. Freie Kapazitäten könnten so viel besser genutzt werden. „Wir wissen zum Beispiel, wann die Stoßzeiten enden. So hat der Kunde die Möglichkeit, Stellplätze zum Beispiel ab 18 Uhr über Nacht zu vermieten und hat die Gewissheit, dass der Platz morgens auch wieder freigegeben wird. Und das ist vor allem auch für Anwohner, gerade in dicht besiedelten Gegenden, interessant.“

<< MIT EINEM SMARTPHONE DEN GANZEN PARKPLATZ ÜBERWACHEN

  • Immer mehr Discounter im Ruhrgebiet setzen auf eine elektronische Parkraum-Überwachung. Neben Safe Place greift in Duisburg-Großenbaum auch die Firma „Park and Control“ – zum Beispiel auf dem Netto-Parkplatz an der Angermunder Straße – auf die Sensorentechnik zurück.
  • Laut Hersteller der Systeme genügt ein Tablet-PC oder Smartphone, um den ganzen Parkplatz zu überwachen. Die Sensoren seien untereinander vernetzt, so der Hersteller. Ist die vorgesehene Parkzeit überschritten, gibt es einen Hinweis im System.
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