Ausblick auf 2018

SPD kritisiert: zu weniger sozialer Wohnungsbau im Süden

320 Einfamilienhäuser sollen auf dem Dreieck gegenüber des Angerbogen (oben) entstehen.

320 Einfamilienhäuser sollen auf dem Dreieck gegenüber des Angerbogen (oben) entstehen.

Foto: Hans Blossey

Duisburg-Rahm.  Nur bei 6-Seen-Wedau sollen auch Sozialwohnungen entstehen. Die übrigen Projekte wie der Angerbogen II bleiben Gutverdienern vorbehalten.

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Durchaus kritische Töne begleiteten den Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Großenbaum/Rahm am Sonntagmittag. Vor allem die Wohnungssituation in Wedau und Rahm sowie der Verkehr und die Sanierung von Sportplätzen sehen die Duisburger Genossen mit Sorge.

Ein neuer Ascheplatz für die TS Rahm

So muss sich etwa der Sportverein TS Rahm mit 20 Gruppen einen inzwischen abgenutzten Ascheplatz teilen, Kostenpunkt für einen neuen: gut 750 000 Euro, teilte ein Vereinsmitglied mit. Weil aber der Platz in der Förderliste der Stadt weit hinten stehe, habe man sich auf eine nur 50prozentige Förderung eingelassen, um nicht vier Jahre mit der Sanierung warten zu müssen. „Die Zeit haben wir nicht.“ Das jedoch belastet Verein und Kasse.

RRX: Der VRR zahlt 90 Prozent der Kosten für den Umbau von Rahm-West

Friedhelm Klein, der als Bezirksamtsleiter für Duisburg-Süd vor rund 50 Genossen und Gästen über die „Perspektive für Großenbaum und Rahm und den Duisburger Süden“ sprach, konnte dem TS Rahm keine bessere Botschaft übermitteln. Dafür aber soll der Ausbau des RRX Schwung in die Infrastruktur des Südens bringen. Zwei zusätzliche Gleisanlagen für den Express zwischen Dortmund und Köln werden zwar die bestehende Verbindung zum Gewerbegebiet Großenbaum-Süd, den sogenannten Mäusetunnel, aus Kostengründen kappen. Stattdessen wird aber die von der Politik präferierte Nord-Süd-Anbindung umgesetzt. Neben den Gewerben dürfen sich auch die weniger mobilen Duisburger auf eine Lösung am bislang schwer zugänglichen S-Bahnhof Rahm-West freuen: Nach jahrelangem Hin und Her um steile Treppen und zusätzliche Busse sorgt der RRX-Ausbau nun auch für eine barrierefreie Gestaltung des Bahnhofs. Der VRR fördere diese Umgestaltung zu 90 Prozent, so Klein.

Einziger Wermutstropfen in Sachen RRX aus der Sicht von Bezirksamtsleiter Klein: „Vor 2025 wird der RRX nicht fahren.“ Allein das Planfeststellungsverfahren werde wenigstens zwei Jahre in Anspruch nehmen, „die ganze Strecke von Dortmund bis Köln muss mit allen Beteiligungsverfahren geprüft werden“, erläuterte er.

XXL-Bad soll in vier Jahren stehen

Nicht ganz so lang soll die Umsetzung des XXL-Bads nun noch dauern. Die juristische Prüfung der Bezirksregierung Düsseldorf, so Klein, habe ergeben, dass ein PPP-Projekt – also die Umsetzung mit einem privaten Investor – die wirtschaftlichste sei. Die Linke hatte zuletzt kritisiert, dass diese Methode am Ende wohl für deftige Eintrittspreise sorgen würde. Die Ausschreibung soll nun beginnen, vier Jahre aber wird es wohl noch dauern, bis der erste Gast ins Wasser springt. Eine Zusage erteilte Klein aber den Schwimmvereinen: Die Bäder Großenbaum und Wanheim sollen bis dahin ertüchtigt werden.

Bezirksmanager: 6-Seen-Wedau auch aus ökologischen Gründen sinnvoll

Die Wedauer Bevölkerung könnte in den nächsten Jahren deutlich zulegen. 90 Hektar freie Bahnfläche stehen für die Entwicklung von Wohnungen und einem Nahversorgungszentrum (4000 Quadratmeter) zur Verfügung. Zwischen Wedau und Bissingheim „soll eine Mischung aller Wohnbauformen bis hin zum sozialen Wohnungsbau entstehen“, kündigt Klein an, der für die Nutzung des Geländes auch aus ökologischen Gründen wirbt.

<<< ZU WENIG SOZIALER WOHNUNGSBAU

Die SPD vermisst weitere Projekte in Sachen sozialer Wohnungsbau im Duisburger Süden.

Am Angerbogen sollen 17 Hektar erschlossen werden für gehobene Ansprüche. Hier schließt die Stadt Sozialwohnungen aus und plant 320 Wohneinheiten als Einfamilienhäuser.

Das erregt Unmut bei manchem SPDler. Bezirksmanager Friedhelm Klein wirbt um Verständnis: „Das Projekt soll Geld für den Haushalt generieren.“ Bei 400 Euro pro Quadratmeter sei sozialer Wohnungsbau für die Stadt dort zu teuer.

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