Umwelt

Taucher bergen Müll aus Becken im Duisburger Innenhafen

Volker Nagel ist startklar: Bei strahlendem Sonnenschein geht es in das Wasser des Innenhafens auf die Suche nach Müll.

Foto: FUNKE Foto Services

Volker Nagel ist startklar: Bei strahlendem Sonnenschein geht es in das Wasser des Innenhafens auf die Suche nach Müll. Foto: FUNKE Foto Services

Duisburg.   Stühle, Schilder, Plastiktüten: Mitglieder der Tauch-Vereine machten am Wochenende im Innenhafen sauber – und zogen so manch Skurriles aus dem Wasser.

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Die Spaziergänger am Innenhafen staunten am Samstag nicht schlecht, als plötzlich Köpfe und Schwimmflossen im Wasser zu sehen waren. Aber das hatte einen guten Grund: Knapp 30 Taucher durchsuchten das Wasser auf Einladung des Vereins „Offensive für ein sauberes Duisburg“ nach Müll. Die Mitglieder des Vereins „Tauchen im Nordpark Duisburg“ reinigen das Becken schon seit Jahren und laden zu der Aktion befreundete Taucher ein. „Wir haben schon die verrücktesten Sachen aus dem Wasser geholt. Einmal war ein Zigaretten-Automat dabei“, erinnert sich Jörg Kreuzberg von den Nordpark-Tauchern.

Bevor es aber in das drei bis vier Meter tiefe Wasser geht, müssen die Sportler noch in ihre Neoprenanzüge steigen und ihre Ausrüstung inklusive schwerer Sauerstoffflasche vorbereiten. Die Vorfreude steigt. „Ich arbeite in einem Büro direkt am Wasser. Meine Kollegen und ich haben uns immer gefragt, was wohl da unten ist. Jetzt kann ich nachgucken“, sagt Ulrich Peine mit einer Unterwasserkamera bewaffnet. Die Sportler teilen sich in kleine Gruppen auf, tauchen ab und untersuchen den nordöstlichen Teil des Innenhafen-Beckens bis hin zur Brücke. Nach wenigen Minuten taucht der erste wieder auf: „Ich hab’ etwas!“ Er schwimmt ans Ufer und zieht einen großen Plastikbeutel heraus. Die ehemals weiße Tüte ist durch die Algen schon ganz grün geworden. Durch einige Risse im Plastik lässt sich der Inhalt nur erahnen. „Hier hat wohl jemand seinen privaten Müll entsorgt“, mutmaßt ein Taucher.

Baustellen-Barke taucht auf

Die Suche geht weiter. Der nächste Fund: ein Holzstuhl. Aber das war längst nicht das skurrilste Objekt des Tages: „Ich brauche Hilfe! Hier ist etwas Großes“, ruft ein Taucher. Robert Schmalhausen von den Nordpark-Tauchern eilt vom Ufer aus hin und zieht das Konstrukt aus dem Wasser: eine Baustellen-Barke samt Leuchten und voller Algen. „Da brauchte wohl jemand Flashlight für seine Party und wollte das anschließend wieder loswerden“, mutmaßt Schmalhausen.

Nach mehreren Stunden im Wasser ziehen die Taucher Bilanz: Drei Stühle, ein Straßenschild, viele Glasflaschen, haufenweise verschlammter Papiermüll und die algenverschmierte Baustellen-Barke. Nun ist das Fundgut ein Fall für die Duisburger Wirtschaftsbetriebe, die es dorthin bringen, wo es auch hingehört: auf den Recyclinghof.

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