Umwelt

Taucher fischen Müll aus dem Duisburger Innenhafen

Picobello sieht es jetzt wieder im Innenhafen-Becken aus. Beim Säubern halfen auch (v. l.) Leon, David, Heinrich und Malin mit.

Foto: Stephan Eickershoff

Picobello sieht es jetzt wieder im Innenhafen-Becken aus. Beim Säubern halfen auch (v. l.) Leon, David, Heinrich und Malin mit. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Mitglieder des Vereins Taucher im Nordpark Duisburg räumten das Innenhafen-Becken auf. Dabei fischten sie einige Überraschungen aus dem Wasser.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Müllberg wächst. Bei der einmal jährlich stattfindenden Säuberungsaktion finden die Vereinsmitglieder der Taucher im Nordpark Duisburg immer mehr Unrat im 540 Meter langen Becken des Innenhafens. Beim diesjährigen Großreinemachen unter Wasser kamen etwa ein Gartenstuhl, eine Baustellenabsperrung und eine Damen-Armbanduhr zum Vorschein.

„Die Uhr funktioniert sogar noch. Sie lag wohl noch nicht allzu lang im Wasser“, berichtet Michael Drecker. Der 66-Jährige ist seit 2015 der Vorsitzende des Taucherclubs, der im Meidericher Landschaftspark Nord seine Heimat hat. Gemeinsam mit rund 20 anderen Taucherinnen und Tauchern, darunter einige Gäste von befreundeten Vereinen, ging es unter die Wasseroberfläche. Und die äußeren Bedingungen waren auch ganz besondere. „Es war brüllend heiß. Der Tauchgang war für alle eine willkommene Abkühlung“, so Drecker.

Putzkolonnen schwammen in Kleingruppen

In Kleingruppen machten sich die Putzkolonnen auf den Weg. Maximal anderthalb Stunden blieb jeder Einzelne in bis zu 3,50 Meter Tiefe. Nach insgesamt drei Reinigungsstunden war an Ponton 1, der Sammelstelle des Tages, ein beträchtlicher Berg zusammengekommen. „Wir haben aber nicht nur unter, sondern auch auf dem Wasser Müll gesammelt“, berichtet der Vorsitzende. Dazu gehörten addiert mehr als einen Kubikmeter Styroporblöcke, die allesamt in Ufernähe trieben.

Natürlich riskierten die Putzteufel auch einen Blick auf Flora und Fauna unter Wasser: „Im Becken tummelten sich viele Barsche, Karpfen, Kois und sogar Hechte“, berichtet Drecker. „Die Wasserqualität ist gut. Vor allem in der Umgebung der Zuflüsse.“ In entlegeneren Bereichen zeige sich hingegen ein deutlicher Sauerstoffmangel. Das zeigt sich an der Wassertrübung und einer verstärkten Algenbildung. „Hier müsste in punkto Wasseraustausch nachgeholfen werden“, fordern die Taucher. Ansonsten droht der See in Algen und absterbenden Wasserpflanzen zu ersticken, so Drecker.

Verlorenes sucht seine Besitzer

Ach, ja: die Damen-Armbanduhr. „Die rechtmäßige Besitzerin kann sich bei uns melden“, sagt der Vorsitzende. „Wir heben sie so lange auf.“ Kontakt: www.tind.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik