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Terrorschutz: Warum eine Baustelle Roskothen hart trifft

Diese Baustelle vorm Eingang des Traditionsgeschäfts Roskothen ärgert den Inhaber Boris Roskothen.

Diese Baustelle vorm Eingang des Traditionsgeschäfts Roskothen ärgert den Inhaber Boris Roskothen.

Foto: STEFAN AREND

Duisburg.  Die Stadt Duisburg baut am Sonnenwall Poller zum Terrorschutz ein. Warum dies den Spielzeughändler Boris Roskothen gerade jetzt hart trifft.

Boris Roskothen hat seit Montagmorgen eine große Baustelle vor seinem gleichnamigen Spielwarenladen am Sonnenwall. „Im Moment befinden wir uns in absoluter Schockstarre“, ließ er nachmittags seine Kunden über die Sozialen Medien wissen.

Denn ohne vorherige Ankündigung habe ein Bagger die Straße aufgerissen, wo später Terrorsperren hinsollen. Der Spielwarenhändler fürchtet nun einen größeren Umsatzeinbruch, da diese Maßnahme mitten in sein Weihnachtsgeschäft fällt. Die Stadt ist indes um Lösungen bemüht.

„Mit einem Riesenloch vor der Tür entsteht keine Weihnachtsstimmung“

„Mit einem Riesenloch vor der Tür entsteht keine Weihnachtsstimmung“, sagt Boris Roskothen. „Wir sind bald seit 140 Jahren an diesem Standort. Wir haben zwei Weltkriege erlebt, und diese Baustelle wird uns nicht umbringen. Aber es gab Zeiten, da wäre es so gekommen.

Immerhin: Inzwischen ist die Baustellenabsperrung vor seinem Geschäft versetzt worden, der Weg zum Eingang breiter als noch am Vortrag. Dennoch bleibt die Verwunderung darüber, dass die Bauarbeiten direkt vor seinem Eingang (Sonnenwall 38-40) stattfinden, zumal frühere Planungen noch einen anderen Standort, direkt vor dem Friedrich-Wilhelm-Platz, vorgesehen hatten. Dies sei geschehen, so die Stadt, um weiterhin den Lieferverkehr über die nahe gelegene Schmale Gasse sicherzustellen.

Schaden für betroffene Geschäfte abmildern

Ja, er befürworte die Poller, betont Roskothen, „sie sind ja nicht nur Terrorschutz, sondern auch Schutz für unsere Fußgängerzone“. Denn bisher würden immer wieder Autos dort durchfahren. Geplant sind am Sonnenwall laut der Stadt fünf festinstallierte und ein versenkbarer Hydraulikpoller.

Erfreulich findet der Händler zudem, dass zwei Mitarbeiter des Stadtentwicklungsamts und Citymanagerin Dagmar Bungardt zum Laden gekommen sind, um Lösungen zu finden, wie die Auswirkungen der Baustelle auf örtliche Geschäfte abgemildert werden können, darunter auch auf den Bäcker Schomaker oder die Buchhandlung Scheuermann.

Baustellen-Toilette direkt vor der Tür

So bittet Boris Roskothen, zumindest die Baustellentoilette, ein Dixi-Klo, zu versetzen. Die Stadt will nun prüfen, ob das Klo vor einem leerstehenden Ladenlokal stehen kann. „Wir wollen außerdem die Baustelle nett machen“, sagt Citymanagerin Bungardt. Man könne die Baustelle weihnachtlich schmücken, ergänzt Roskothen.

Mit Lametta alleine lasse sich ein Umsatzeinbruch aber nicht mehr abwenden, zumal die Baustelle drei bis vier Wochen bleiben soll. „Es wird einen Schaden geben“, sagt der Spielwarenhändler. „Wir haben viele Stammkunden, sind aber auch darauf angewiesen, dass uns neue Leute entdecken.“

Der Bagger, die Absperrungen und die Bauarbeiter würden es jedoch umso schwerer machen, Schaufensterbummler in den Laden zu locken. Doch selbst Stammkunden verunsichert die Baustelle. So ist Elke Masseli extra aus Recklinghausen zum Sonnenwall gekommen. „Als ich die Baustelle gesehen habe, habe ich mit mir gerungen und wäre fast wieder weggegangen.“ Glücklicherweise habe jedoch die Neugierde auf die Weihnachtsdeko und auf Geschenkideen gewonnen.

Händler müssen kreativ sein

Trotz allem werden an Heiligabend sicher viele Spielzeuge und Brettspiele von Roskothen unter Duisburger Weihnachtsbäumen liegen. Doch die Mitarbeiter des Traditionsgeschäfts in der Altstadt müssen nun besonders viel Kreativität beweisen, damit Kunden zu ihnen kommen.

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