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Gericht will tödlichen Unfall bei Arcelor-Mittal klären

Die Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Foto: Stephan Eickershoff

Die Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Vor zehn Jahren wurde ein Rangierer unter einem Waggon begraben. Das Amtsgericht Duisburg versuchte am Montag, das Verfahren abzuschließen.

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Ein tödlicher Werksunfall ereignete sich am 3. Juni 2008 auf dem Gelände von ArcelorMittalSteel in Ruhrort. Ein 53-jähriger Rangierer wurde unter einem umstürzenden Flachbettwagen begraben. Fast zehn Jahre danach versucht die Justiz noch immer, den Vorfall strafrechtlich abzuschließen. Doch auch im dritten Anlauf wurde das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz gestern ausgebremst.

Ein 52-jähriger Mann aus Neukirchen-Vluyn und ein 62-jähriger Moerser müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der für die Verladung zuständige Vorarbeiter und der Kranführer sollen einen Flachbettwagen entgegen bestehenden Sicherheitsrichtlinien falsch beladen haben.

Vorarbeiter und Kranführer sollen falsch beladen haben

Dadurch soll die aus tonnenschweren Stahlknüppeln bestehende Ladung ins Rutschen gekommen sein. Einer der Stahlknüppel soll sich ins Gleisbett gebohrt und so den letzten Wagen des Zuges zum Umkippen gebracht haben. Der bereits leer 42 Tonnen wiegende Waggon stürzte auf die Seite und begrub den außen auf einer Plattform stehenden und den Zug per Fernbedienung steuernden Rangierarbeiter unter sich.

2011 war das Verfahren angesichts einer äußerst schwierigen Beweislage von der Staatsanwaltschaft bereits einmal eingestellt worden. Auf Betreiben der Witwe des Getöteten, die als Nebenklägerin auftrat, musste es jedoch wieder aufgenommen werden. Inzwischen ist die Frau verstorben. Neue Erkenntnisse haben sich offenbar bislang auch nicht durch die Einschaltung eines weiteren Sachverständigen ergeben.

Aufgrund einer spät bekannt gewordenen Erkrankung eines Verteidigers konnte am Montag nicht verhandelt werden. Insgesamt hat das Schöffengericht in den zurück liegenden mehr als fünf Jahren bereits neun Verhandlungstage mit der Sache zugebracht. Ende März soll es nun noch einen weiteren Hauptverhandlungstermin geben. Alles andere als eine Einstellung des Verfahrens wäre eine Überraschung.

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