Friedrich-Ebert-Brücke

Treppe zur Mercatorinsel ist nach neun Jahren Sperrung offen

In einem markanten Rost-Ton erstrahlt die Treppe, die von der Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Ruhrort und Alt-Homberg nun endlich hinunter auf die Mercatorinsel führt. Sie ist seit Dienstag nutzbar.

In einem markanten Rost-Ton erstrahlt die Treppe, die von der Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Ruhrort und Alt-Homberg nun endlich hinunter auf die Mercatorinsel führt. Sie ist seit Dienstag nutzbar.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Zuvor neun Jahre Sperrung, Eröffnung am Dienstag: Dies ist die Geschichte der Treppe, die von der Friedrich-Ebert-Brücke zur Mercatorinsel führt.

Eine nahezu „unendliche Geschichte“ hat nun doch noch einen glückliches Ende gefunden: Die Treppe, die die Friedrich-Ebert Brücke mit der Mercatorinsel verbindet, ist nach neun Jahren (!) der Komplettsperrung am Dienstag für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet worden. Das geschah aber nicht etwa im Rahmen eines feierlichen Festaktes, sondern eher ganz heimlich, still und leise. Eine siebenzeilige Pressemitteilung war es der Stadt wert, dass dieses Dauerärgernis nun beseitigt und das Bauwerk endlich nutzbar ist.

Schenkung an die Stadt

Ein Blick zurück: Es war das Kulturhauptstadtjahr, als besagte Treppe im Mai 2010 ihre Einweihung erlebte. Der damalige OB Adolf Sauerland und „Ruhr.2010“-Chef Fritz Pleitgen übernahmen seinerzeit diesen Akt. Bei dem unvergessenen Auftritt der katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus, den Tausende Besucher in Ruhrort und auf der Mercatorinsel miterlebten, war diese neue Verbindung zwischen Brücke und Insel nutzbar.

Sperrung nach dem Theaterspektakel

Die in Ruhrort beheimatete Firma Haniel hatte damals nicht nur das Theaterspektakel, sondern auch die Treppe und deren Bau finanziert. Eine halbe Million Euro kostete sie. Als Schenkung ging das Bauwerk in den Besitz der Stadt über. Nach dem grandiosen Theaterabend wurde der Zugang zur Treppe von der Brücke aus aber mit Hilfe eines Stahltores unmöglich gemacht. Die Stadt berief sich damals auf die „Verkehrssicherungspflicht“. Die Mercatorinsel galt noch als Industriebrache im Hafengebiet und musste derart umgebaut und gesichert werden, dass mögliche Gefahrenstellen für Spaziergänger oder Radler entlang des Inselufers zum Rhein beseitigt werden. Für die Insel hatte es da bereits fertige Pläne für den so genannten Mercatorpark gegeben. Einen dafür ausgeschriebenen Ideen-Wettbewerb im Jahr 2009 hatten Berliner Landschaftsarchitekten gewonnen. Diese Pläne blieben aber in der Schublade liegen.

Mercatorinsel wurde zum Park

Inzwischen ist die Spitze der Mercatorinsel aber zumindest teilweise ausgebaut: Wege wurden angelegt, stählerne Sitzbänke, Fahrradständen und Papierkörbe laden am Fuße der Treppe zum Verweilen ein. Ein Geländer an beiden Uferseiten soll Besucher vor dem Sturz ins Wasser schützen. Und seit diesem Dienstag ist nun eben auch die Treppe offen.

Der Grund für die jahrelange Treppensperrung waren aber auch Statikprobleme. Laut Stadt waren beim Bau „einige Vorgaben nicht fachgerecht umgesetzt worden“. Es folgte eine statische Überprüfung. Laut den Wirtschaftsbetrieben (WBD), die die Treppenbaustelle planerisch betreute, gab es weitere Maßnahmen: „Der Korrosionsschutz wurde nachgearbeitet, Blitzschutz und Erdung wurden angebracht und die Verbindungen der Stahlbauteile untereinander überarbeitet“, erklärte WBD-Sprecherin Sarah Lampe.

Ex-Kanzler enthüllte „Poseidon“

Über die Treppe ist für alle Kulturinteressierten nun auch das Kunstwerk „Poseidon“ von Markus Lüpertz viel leichter zu Fuß erreichbar. Dieses thront seit 2016 auf der Mercatorinsel auf einem fünf Meter hohen Sockel und grüßt den vorbeiziehenden Schiffsverkehr. Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte damals die monumentale Bronze-Büste enthüllt, die die Hafen AG anlässlich des 300. Hafen-Geburtstages der Stadt, ihren Bürgern und ein Stück weit auch sich selbst geschenkt hatte.

Am Mittwoch war die Treppe aber kurzzeitig wieder gesperrt. Die für die Arbeiten zuständige Firma musste das Baugerüst unterhalb der stählernen Treppe noch abbauen. In dieser Zeit durfte niemand das Bauwerk betreten. Heute soll die Treppe offen sein.

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