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Uni Duisburg-Essen: Seit zehn Jahren pendeln Studenten gratis mit dem Shuttle-Bus

Ein Bild aus den ersten Tagen, den Shuttle-Service gibt es seit Ende 2009. Inzwischen fahren die Busse komplett in den Farben der Uni Duisburg-Essen.

Ein Bild aus den ersten Tagen, den Shuttle-Service gibt es seit Ende 2009. Inzwischen fahren die Busse komplett in den Farben der Uni Duisburg-Essen.

Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool (Archiv)

Duisburg/Essen.  Seit zehn Jahren pendeln Studenten und Mitarbeiter gratis mit dem Shuttle-Bus. Uni Duisburg-Essen kostet der Service rund 250.000 Euro pro Jahr.

Seit zehn Jahren leistet sich die Universität Duisburg-Essen einen recht einzigartigen Service. Ende 2009 wurde ein Pendelverkehr mit Bussen eingerichtet, mit dem ausschließlich Studenten und Mitarbeiter der Hochschule zwischen den beiden Standorten gratis hin- und herfahren können. Der Faktor Wirtschaftlichkeit habe bei der Einrichtung nicht im Vordergrund gestanden, heißt es seitens der Uni. Die Kosten für diesen Service beziffert die Universitätsverwaltung auf rund 250.000 Euro pro Jahr. Wie viele Fahrgäste den Shuttle-Bus aktuell nutzen, kann die Hochschule dagegen nicht konkret beziffern. Die Zahlen werden nicht mehr erfasst.

„Die Auslastung der Busse ist als gut zu bezeichnen“, sagt Uni-Sprecherin Ulrike Bohnsack. Nach Angaben der Hochschulverwaltung soll sie zudem höher sein als bei einer „gewöhnlichen“ Verbindung im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Immer wieder werde zudem der Wunsch von Mitarbeiter-Vertretern, aber auch von der Studenten-Vertretung Asta an die Verantwortlichen getragen, das Angebot etwa in den Nachmittags- und Abendstunden noch auszubauen.

Auslastung der Busse ist laut Uni stark schwankend

Auch wenn bisweilen sogar Leerfahrten zu beobachten sind: Bis vor ein paar Jahren hat die Uni die Fahrgastzahlen von den Fahrern noch per Hand zählen lassen, um zu prüfen, wie der Service angenommen wird. Ergebnis: Demnach nutzten pro Monat in beiden Richtungen jeweils einige Tausend Studenten und Mitarbeiter den Gratis-Shuttle. Dabei sei die Auslastung der Busse stark schwankend, sagt Bohnsack, „natürlich abhängig von Uhrzeit, Wochentag, vorlesungsfreien Zeiten etc.“ Auch dabei verhalte es sich nicht anders als im ÖPNV.

Eingerichtet hat die Uni den werktäglichen Service nach der Fusion der beiden Standorte in Essen und Duisburg. Die Taktung von zunächst täglich fünf Fahrten in beiden Richtungen wurde später auf neun erhöht. Die Fusion machte es erforderlich, „dass ein Teil der Studierenden, Lehrenden und weiteren Beschäftigten zuweilen innerhalb eines Tages den Campus wechseln mussten“, sagt Bohnsack. Noch immer gebe es zudem einige Fächer, die an beiden Standorten studiert werden. .

Ohne Umsteigen und binnen 20 Minuten von Campus zu Campus

Die Uni sieht den Pendelbus als „zusätzlichen Service zu den Angeboten des ÖPNV“. Öffentliche Verkehrsmittel könnten zwar die Studenten über ihr Semesterticket ebenfalls ohne Mehrkosten nutzen, nicht aber die Angestellten der Hochschule. Zudem sei einige Bereiche des Campus’ in Duisburg deutlich schlechter an Bus und Bahn angebunden als der Standort in Essen. Den Pendlern verschaffe der Bus vor allem einen Zeitvorteil, sagt Bohnsack: „Wer an der UDE arbeitet oder studiert, kann einmal in der Stunde von einem Hauptcampus zum nächsten gelangen und das deutlich schneller als mit öffentlichen Verkehrsmitteln - ohne Umsteigen und binnen 20 Minuten.“ Das gilt allerdings nur, wenn kein Stau auf der A 40 ist, denn durch dieses Nadelöhr muss auch der Pendelbus.

Perspektivisch möchte die Uni daran arbeiten, das Angebot nachhaltiger zu gestalten - aktuell lässt der Auftragnehmer Mesenhohl Omnibusbetriebe Diesel-Fahrzeuge zwischen den Campussen rollen. Ende dieses Jahres oder - bei einer nochmaligen Verlängerung des bestehenden Vertrages - Ende des kommenden Jahres wird der Service routinemäßig und europaweit neu ausgeschrieben. Im Vorfeld dessen kündigt Bohnsack an, bei verschiedenen Unternehmen anzufragen, „ob ein Einsatz von Bussen ohne herkömmlichen Antrieb realisiert werden kann“. Denkbar seien mit Strom, Gas oder Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge: „Mit Blick auf unter anderem Reichweiten, Ladezeiten beziehungsweise die Infrastruktur wird das dann eingehend zu prüfen sein.“

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