Kabarett

„Unter Weihnachtsmännern“ mit Kai-Magnus Sting in Rumeln

Kai-Magnus Sting hat für zahlreiche Lacher im Kulturtreff Alte Dorfschule gesorgt.

Kai-Magnus Sting hat für zahlreiche Lacher im Kulturtreff Alte Dorfschule gesorgt.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.  Kai Magnus Sting und das Spardosen-Terzett haben ihre Zuhörer humorvoll auf die Weihnachtszeit vorbereitet. Und dabei einige Fragen aufgeworfen.

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Mit einem gewaltigen „Jauchzet, Frohlocket“, frei nach Johann Sebastian Bach, springt der Kabarettist Kai Magnus Sting auf die Bühne. Seine Begleitband „Das Spardosen-Terzett“ improvisiert derweil über dem Thema des Weihnachtsliedes „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen“, es soll ja schließlich eine adventliche Stimmung im Format „Unter Weihnachtsmännern“ werden.

Kai Magnus Sting hat eine ganz besondere Gabe, nämlich sich in die Gunst des Publikums zu quasseln. „Ich freue mich, Sie hier im Kulturspielhaus zu Rumeln zu begrüßen zu müssen“, sagt er und gilt somit nicht nur als Erfinder des „Doppelten Infinitivs“, nein, er versteht es auch vielen Redewendungen immer wieder neue bisher unvermutete linguistische Sinnrichtungen zu geben.

Intime Vorweihnachtsatmosphäre

Somit hat er die Lacher der 140 Gäste im ausverkauften Kulturtreff Alte Dorfschule schon mal auf seiner Seite, auch wenn er im lockeren Punsch – äh, Plausch nachlegt: „Wie Sie haben einen Weihnachtsmarkt in Rumeln? Warum sind Sie dann heute Abend hier?“ Und nach kurzem Nachdenken: „Verstehe, die vier Buden sind schnell abgelaufen, oder?“

Gerade diese intime Vorweihnachtsatmosphäre an der Dorfstraße lässt ihn aber auch aus dem Nähkästchen plaudern. Er erzählt, wie er es schaffte, bei seinem Engagement zur Weihnachtsfeier der Großmetzgerei Pogge im tiefsten Münsterland, weit nach Ende der Veranstaltung um drei Uhr in der Frühe, auf einem „riesigen, unbesetzten“ Parkplatz noch ein Mandat wegen falschen Parkens zu bekommen. „Ich dachte dabei immer an meine unverschämte Gage, die ich verhandelt hatte“, lächelt der Komödiant trotzdem.

Weihnachtslieder als Jazz-Variante

Oder er berichtet von der Weihnachtsmesse, die er jedes Jahr mit seiner Verwandtschaft besucht, in der es jedes Mal so kalt ist. „Ich denke mir immer, wäre ich vorher noch schnell auf Klo gegangen. Und da sitz‘ ich da mit verschränkte Knie. Und dann kommt die Kollekte, die ist immer für Afrika. Glauben Sie mal, die haben dort bestimmt nicht so kalte Kirchen wie wir!“, bringt der Mittvierziger da geschickt so einiges durcheinander.

Das Spardosen-Terzett, das in der Besetzung Schlagzeug, Kontrabass, Klavier antritt und lange mit dem vor kurzem verstorbenen Spötter Wiglaf Droste zusammen gewirkt hat, spielt dazu „Kling Glöckchen“ in einer abgewandelten Jazz-Version oder versucht mit dem spöttischen Swing-Song „Sag mal, warum spielen wir nicht jeden Tag an uns rum“ für Stimmung zu sorgen. Genau dann, als Kai Magnus Sting in seinen Erlebnissen vom Heiligen Abend ausführt, dass es letztendlich egal ist, ob „klassische rot-goldene Weihnachtskugeln“ oder „trendige blaue“ an der Nordmanntanne baumeln.

Spätestens, wenn wie jedes Jahr „die Gans auf dem Plattenspieler dreht oder der heißgeliebte Eierpunsch von den Schränken runterläuft“, glaubt man, Sting und „Das Spardosen-Terzett“ haben einiges richtig gemacht – zumindest dem großen Applaus der 140 Zuschauer nach zu urteilen.

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