Üble Abzocke

Verbraucherzentrale warnt vor dubiosen Inkasso-Schreiben

Verbraucherberater Harald Rahlke im Gespräch mit Ulrike Martinic, die zum Glück nicht auf die Abzock-Masche hereingefallen ist.

Foto: Fabian Strauch

Verbraucherberater Harald Rahlke im Gespräch mit Ulrike Martinic, die zum Glück nicht auf die Abzock-Masche hereingefallen ist. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Die Verbraucherzentrale in Duisburg warnt vor teils hohen Geldforderungen in dubiosen Schreiben. Solche Fälle häufen sich demnach aktuell wieder.

Die Verbraucherzentrale warnt vor einer altbekannten, aber derzeit wieder sehr aktuellen Abzock-Masche: Etlichen Duisburgern sind demnach zuletzt dubiose Schreiben mit teils hohen Geldforderungen in den Briefkasten geflattert.

Alle haben gemein, dass die Forderungssumme auf ein Konto ins Ausland überwiesen werden soll. Mal ist es ein Forderungsservice, mal ein Inkasso oder aber ein Unternehmen, das für den Fachverband der Lotterie und Glücksspielunternehmen arbeitet – wie im Fall von Ulrike Martinic.

Druck machen und einschüchtern

Die 64-Jährige aus Hochfeld wurde für eine angebliche Dienstleistung zur Teilnahme an Gewinnspielen zuzüglich Mahngebühren mit satten 784 Euro zur Kasse gebeten. Die Summe würde sich auf 294 Euro verringern, wenn sie binnen drei Tagen zahle. Ein Überweisungsträger mit einer rumänischen IBAN-Nummer war gleich mit dabei.

Druck wird in solchen Schreiben auch aufgebaut und eingeschüchtert. Da ist von Gerichtsvollzieher, Zwangsvollstreckung oder Pfändung zukünftiger Rentenansprüche die Rede, wenn die Betroffenen den Forderungen nicht nachkommen.

„Ich habe gedacht, dass das doch nicht wahr sein kann, die Polizei und anschließend auch die Verbraucherzentrale informiert“, sagt Ulrike Martinic. „Gezahlt habe ich gar nix.“ Und das war in diesem Fall auch sehr gut so, wie Verbraucherberater Harald Rahlke betont. „Es handelt sich hier glasklar um Wirtschaftskrimininalität. Die Inkassounternehmen gibt es gar nicht. Die Hintermänner sitzen im Ausland“, so der Experte. „Das Geld würde man also nie wiedersehen. In einem anderen Fall sei leider gezahlt worden. Und anschließend kamen weitere Forderungen. Man müsse neben solchen Schreiben auch mit ebenso dubiosen Anrufen rechnen.

Einfach ignorieren

In all diesen Fällen sei es richtig und wichtig, darauf nicht zu reagieren. „Das gilt natürlich nicht für alle Inkassoschreiben“, sagt Rahlke. „Man sollte sich immer erst überlegen, ob es nicht vielleicht doch eine offene Rechnung geben könnte.“ Ist dies nicht der Fall, empfiehlt er, einen Blick ins so genannte Rechtsdienstleistungsregister. Auf der gleichnamigen Internetseite könne überprüft werden, ob es das jeweilige Inkassounternehmen überhaupt gibt. „Wenn sich dort nichts finden lässt und die Überweisung auch noch ins Ausland gehen soll, kann man davon ausgehen, dass es sich um üble Abzocke handelt“, so der Verbraucherberater.

Wichtig: Unberechtigte Forderungen von tatsächlich existierenden Inkassounternehmen sollten laut Rahlke nicht einfach ignoriert werden. „Dann zeitnah schriftlich widersprechen, sonst droht ein Schufa-Eintrag.“

Verbraucherberatung rät zur Anzeige bei der Polizei

Wer angesichts der zahlreichen Fallstricke rund um das Thema Inkassoschreiben zu unsicher ist, kann sich an die Verbraucherzentrale, Friedrich-Wilhelm-Straße 30, in Stadtmitte, 0203/48 80 11 01, wenden.

Der Verbraucherberater empfiehlt bei dubiosen Schreiben, wie sie derzeit auftauchen, außerdem die Polizei zu informieren und Anzeige zu erstatten. Dies kann eine Polizeisprecherin nur unterstützen. „Wir müssen von solchen Fällen wissen, um handeln und beraten zu können“, sagt sie. „Derzeit können zumindest wir nicht von einer Serie sprechen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik