Fotoausstellung

Verein zeigt in Rheinhausen Fotos von Überlebenskünstlern

Sassa von Roehl (links) und Dr. Gabriele Weber (rechts) vom Bunten Kreis haben die Ausstellung „Mit anderen Augen sehen“ in der Sparkasse Rheinhausen eröffnet.

Sassa von Roehl (links) und Dr. Gabriele Weber (rechts) vom Bunten Kreis haben die Ausstellung „Mit anderen Augen sehen“ in der Sparkasse Rheinhausen eröffnet.

Foto: Bunter Kreis

Duisburg-Rheinhausen.  In der Ausstellung „Mit anderen Augen sehen“ vom Bunten Kreis sind Fotos von Kindern zu sehen, die einen schweren Start ins Leben hatten.

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Greta und Lennard hatten alles andere als einen leichten Start ins Leben. Die Rheinhauser Zwillinge kamen viel zu früh, schon in der 26. Woche, zur Welt – Lennard mit einer leichten Hirnblutung, Greta brauchte nach der Geburt ganze drei Blutkonserven. Zwölf Wochen lang durften ihre Eltern sie nur im Krankenhaus besuchen, dann erst ging es für sie alle nach Hause.

Von der schweren Zeit lassen sich die beiden heute nichts anmerken, wenn sie auf dem großen Sofa sitzen und neugierig in der Handtasche von ihrer Mama stöbern. Die alltägliche und gleichzeitig so besondere Situation hat die Studentinnen Johanna Mummert und Chiara Stickelbrock in einem Foto festgehalten, das in der Ausstellung „Mit anderen Augen sehen“ in der Sparkasse in Rheinhausen zu sehen ist.

Ein bewegendes Schicksal

Der Bunter Kreis Duisburg hat im Jahr 2012 gemeinsam mit der Uni Duisburg das Fotoprojekt ins Leben gerufen, bei dem Studierende in jedem zweiten Semester Fotos von Kindern wie Greta und Lennard machen. Denn sie alle verbindet ein bewegendes Schicksal, wie Pressesprecherin Sassa von Roehl vom Bunten Kreis erklärt: „Das sind starke Kinder, weil sie schon früh kämpfen mussten.“

Doch nicht nur die Kinder selbst haben bereits früh Überlebenswillen bewiesen, auch ihre Eltern mussten einiges mitmachen. Denn einmal aus dem Krankenhaus entlassen, stehen sie vor den nächsten Herausforderungen. „Manche Kinder kommen mit zahlreichen Maschinen wie Beatmungshilfen nach Hause und die Eltern spüren plötzlich die enorme Verantwortung“, erklärt von Roehl.

Lotsen in einer schweren Zeit

In einer solchen Situation kann ein Arzt sozialmedizinische Nachsorge beim Bunten Kreis verschreiben, damit Intensivkinderkrankenschwestern, Kinderärzte und Sozialpädagogen den Eltern Hilfestellungen in der Zeit nach der Geburt geben. So unterstützen die Fachkräfte in medizinischen Notfällen oder fachlichen Fragen zu Anträgen, nehmen sich aber auch einfach mal Zeit zum Zuhören. „Sie sind die Lotsen in einer schweren Zeit“, fasst von Roehl die Arbeit des gemeinnützigen Vereins zusammen.

Wenn die Kinder über den Berg sind, es endlich mitten ins Leben geschafft haben, endet die Arbeit für den Bunten Kreis. „Meist sind die Abschiede sehr traurig, weil sich zwischen den Familien und den Mitarbeitern sehr enge Beziehungen aufgebaut haben“, so von Roehl. Ganz vorbei ist es dann aber manchmal doch noch nicht. Denn wer Lust hat, kann an dem Fotoprojekt teilnehmen.

„Viele Eltern wollen anderen durch die Fotos Mut und die Arbeit vom Bunten Kreis noch bekannter machen“, sagt von Roehl. So auch die Mama von Greta und Lennard. Als sie sich die Ausstellung ansieht, kommen ihr die Tränen. Aus Dankbarkeit, dass ihre Kinder es nicht zuletzt durch die Unterstützung des Bunten Kreises geschafft haben und sich voller Hingabe mit dem Inhalt ihrer Handtasche beschäftigen können.

>>> Der Verein Bunter Kreis

Den Bunten Kreis Duisburg e.V. – Niederrhein und westliches Ruhrgebiet gibt es bereits seit Juni 2002.

Der gemeinnützige Verein unterstützt früh geborene, behinderte, schwerst- und chronisch kranke Kinder und ihre Familien auf ihrem Weg vom Krankenhaus in ein gut organisiertes Leben zu Hause.

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