A 59

Verkehr auf Duisburger A 59 rollt wieder in beide Richtungen

Freie Fahrt auf der A 59 in Duisburg

Nach einem knappen halben Jahr Bauzeit hat Duisburg seine Stadtautobahn wieder. Sonntag wurde die A 59 in Richtung Norden wieder geöffnet. Damit endete eine Belastungsprobe für den innerstädtischen und den Autobahnverkehr. OB Sören Link und Projektleiterin Annegret Schaber ziehen Bilanz.

Nach einem knappen halben Jahr Bauzeit hat Duisburg seine Stadtautobahn wieder. Sonntag wurde die A 59 in Richtung Norden wieder geöffnet. Damit endete eine Belastungsprobe für den innerstädtischen und den Autobahnverkehr. OB Sören Link und Projektleiterin Annegret Schaber ziehen Bilanz.

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Duisburg.   Am Ende ging es etwas schneller als erwartet: Seit Sonntagnachmittag rollt der Verkehr nach sechsmonatiger Bauzeit auf der Duisburger Stadtautobahn A 59 wieder in beide Richtungen. Auch die Auffahrt Meiderich/Ruhrort ist wieder offen. Dafür ist ab Montag die Anschlussstelle Alt-Hamborn "dicht".

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Als sich Sören Link und Annegret Schaber am Freitagmorgen auf der gesperrten Autobahnspur in Fahrtrichtung Dinslaken freundlich begrüßten, sagte Duisburgs Oberbürgermeister: „Herzlich willkommen auf der A59.“ Da lächelte die Projektleiterin von Straßen NRW und antwortete mit einem Augenzwinkern: „Ich fühle mich hier schon ganz wie zu Hause.“

Kein Wunder: In den vergangenen sechs Monaten war die Nord-Süd-Achse Schabers berufliche Heimat. Sie trug die Verantwortung für ein Bauprojekt, das im Vorfeld als verkehrstechnischer Super-Gau für Duisburg gehandelt wurde, letztlich aber überraschend glatt und problemlos über die Bühne ging.

Eigentlich sollte ab dem frühen Montagmorgen wieder freie Fahrt auf Duisburgs Hauptschlagader für den Verkehr herrschen - tatsächlich war es schon am Sonntagnachmittag so weit: Um 14.45 Uhr meldete Straßen NRW: Alles wieder frei.

Mit den Markierungsarbeiten und dem Rückbau der provisorischen Verkehrsführung endeten die Arbeiten – und damit auch eine halbjährige Belastungsprobe für den innerstädtischen und den Autobahnverkehr. Und das erfreuliche Fazit aller Beteiligten: War alles nicht so schlimm wie befürchtet.

Der befürchtete Verkehrskollaps blieb aus

„Am ersten Tag der Sperrung habe ich für meinen Arbeitsweg von Walsum in die Stadt zwei Stunden gebraucht. Da habe ich noch befürchtet, dass die halbjährige Sperrung eine Riesenbelastung für uns alle wird“, sagte OB Link rückblickend. Doch dank der sehr guten Vorarbeit aller Beteiligten (Straßen NRW, Stadt Duisburg, DVG) und einer offenen Informationspolitik für die betroffenen Bürger habe sich alles schnell eingespielt. Auch deshalb blieb das erwartete Stau-Chaos meistens aus.

Auch erfreulich: Nicht nur die A 59 in Richtung Dinslaken ist jetzt wieder geöffnet, sondern auch die Anschlussstelle Meiderich/Ruhrort in Richtung Norden. Eine kleine Ernüchterung hat Schaber aber in petto: „Ab Montag ist die Anschlussstelle Alt-Hamborn dicht.“ Auch dort findet eine Komplettsanierung statt, die laut Schaber eine etwa dreiwöchige Sperrung zur Folge haben wird. Der Verkehr wird innerstädtisch zur Anschlussstelle Marxloh umgeleitet.

Mehrkosten in Höhe von bis zu 17 Millionen Euro

Ganz wichtig: Weil an der ein oder anderen Ecke noch nachjustiert werden muss, wird die A 59 in den kommenden Wochen in beide Fahrtrichtungen ab und an auf eine Spur reduziert. „Das soll aber hauptsächlich am Wochenende geschehen, wenn insgesamt weniger Verkehr unterwegs ist“, versprach die Projektleiterin.

Dass die geplanten Kosten von 51 Millionen Euro nicht einzuhalten waren, zeichnete sich schon früh ab. Denn gleich zu Beginn der Bauarbeiten wurde sichtbar, dass die Schädigungen – vor allem an der Berliner Brücke – deutlich größer als angenommen waren. „Es wird alles 20 bis 33 Prozent mehr kosten“, so Schaber. Also 10 bis 17 Millionen Euro mehr. Konkrete Zahlen könnten erst folgen, wenn alle Firmen ihre Abrechnungen vorlegen.

Keine Verletzten auf der Riesen-Baustelle

Schaber und Link versäumten es nicht, den beteiligten Firmen für ihre Flexibilität und ihren großen Einsatz zu danken. „Ich habe noch nie eine Baustelle gesehen, auf der so hart, so lang und so intensiv gearbeitet wurde“, lobte der OB. Das sei nicht nur sein Eindruck, sondern der vieler Pendler, die tagtäglich an der Baustelle vorbeifuhren.

In Spitzenzeiten waren auf dem 5,3 Kilometer langen Autobahnabschnitt zwischen den Kreuzen Duisburg und Duisburg-Nord laut Annegret Schaber etwa 400 Arbeitskräfte zeitgleich im Einsatz. Und trotz dieses enormen personellen Aufwandes gab es, so die Projektleiterin, während der Baustellenzeit keinen einzigen Verletzten zu beklagen. Das ist die vielleicht sogar schönste Nachricht zum Ende der sechsmonatigen Sperrungs-Zeit.

Auto-Sperrflächen auf den Straßen bleiben zwei weitere Monate 

Zu den Maßnahmen im Rahmen der A-59-Sperrung gehörte auch das Anlegen der gelb markierten Sperrflächen auf innerstädtischen Ein- und Ausfallstraßen. Sie sorgten dafür, dass die Straßenbahnen Vorfahrt hatten und an den Staus ungehindert vorbeifahren konnten. Nun sollen diese Sperrflächen für weitere zwei Monate erhalten bleiben – zumindest entlang der Straßenbahnlinie 903. In dieser Testzeit soll sich zeigen, so Ulrich Grupe vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, ob aus dem Provisorium eine Dauerlösung für Duisburgs Verkehrsalltag werden kann.

Diese Bevorzugung des öffentlichen Nahverkehrs bedeutet gleichzeitig einen Nachteil für den Individualverkehr. Die Autofahrer mussten sich im vergangenen halben Jahr selbst auf zentralen Hauptstraßen mit der einspurigen Verkehrsführung arrangieren. Prominentestes Beispiel war die B 8 im Duisburger Norden, die etwa von Meiderich bis Alt-Hamborn je Fahrtrichtung auf eine Spur verengt war und sich zu Pendler-Stoßzeiten stets als zeitraubende Staufalle erwies.

Vorrang für den ÖPNV soll vorerst bis Ende 2014 gelten

So ärgerlich dieser zusätzliche Engpass für die Autofahrer war, so wirksam war er für die 903. Die Bahnen kamen problemloser und somit schneller ans Ziel. Der Fahrplan wurde oft exakt eingehalten. „Diese Vorrangflächen könnten sich auch im regulären Betrieb positiv auf die Pünktlichkeit der einzelnen Bahnlinien auswirken“, befürwortet Birgit Adler, verantwortlich für das Verkehrsmanagement bei der DVG, die Testphase.

Sollte die Verwaltung das bis Ende 2014 laufende Experiment im Nachhinein als geglückt ansehen, würde sie sich an die politischen Gremien wenden. „Letztlich müsste die Politik über eine solch einschneidende Veränderung auf die Verkehrssituation entscheiden“, findet Ulrich Grupe. Würden die Sperrflächen dann eine Dauerlösung, würde die bisherige gelbe Markierung gegen eine dauerhafte weiße ausgetauscht.

Straßenbahnlinie 903 fährt ab Montag wieder im 7,5-Minuten-Takt 

Nach dem Ende der sechsmonatigen Teilsperrung der A 59 am Montag stellt auch die DVG ihr erweitertes Verkehrsangebot wieder zurück. Die Straßenbahnlinie 903 wird wieder wie gewohnt im 7,5-Minuten-Takt zwischen Watereck und König-Heinrich-Platz fahren, statt wie zuletzt alle fünf Minuten. Und auf der Bahnlinie 901 müssen zwischen Scholtenhofstraße und Obermarxloh Schleife keine Pendelbusse mehr eingesetzt werden, dort fahren die Bahnen wieder durch.

Ebenso kann die Haltestelle Vinckeweg auf der Vinckekanalbrücke wieder genutzt werden, so die DVG. Zugleich können der Schnellbus SB40, der von Walsum in die Innenstadt fährt, sowie die Nachtexpress-Linien NE1 und NE 2 ihren gewohnten Linienweg nutzen und auch die Haltestelle Hoeveler Straße wieder bedienen.

Viele Bürger Duisburgs hatten die DVG als Alternative zum Auto entdeckt. Das angebotene A-59-Umsteigerticket wurde rund 1150 Mal verkauft. Auch die Fahrgastzahl auf der Linie 903, die den Norden der Stadt mit der Innenstadt verbindet, ist angestiegen: 38 Prozent mehr Nutzer wurden zwischen Hauptbahnhof und Meiderich gezählt. „Unsere Planungen haben Früchte getragen, denn das Maßnahmenpaket, das wir für diese Ausnahmesituation entwickelt haben, hat sehr gut funktioniert“, erklärte Birgit Adler vom DVG-Verkehrsmanagement.

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