Gericht

Verwirrender Prozess um Schlägerei vor Duisburger Disco

Der preußische Adler ziert den ältesten Teil des Gebäudekomplexes des Land- und Amtsgerichts Duisburg, der bereits 1876 fertig gestellt wurde.

Der preußische Adler ziert den ältesten Teil des Gebäudekomplexes des Land- und Amtsgerichts Duisburg, der bereits 1876 fertig gestellt wurde.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Drei junge Duisburger sollen vor einer Disco in der City 23-Jährigen geschlagen haben. Doch von Anklage blieb nicht viel übrig.

Wegen gefährlicher Körperverletzung mussten sich zwei Jugendliche und ein Heranwachsender aus Duisburg vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz verantworten. Die Anklage warf ihnen vor, am 19. Oktober 2018 den Veranstalter einer privaten Party in einer Innenstadt-Diskothek zusammengeschlagen zu haben. Der 23-Jährige erlitt schmerzhafte Prellungen im Gesicht und am Kopf.

Klar war nach den verwirrenden Aussagen der Angeklagten, die sich zum Teil die Schuld gegenseitig in die Schuhe schoben, und einiger Zeugen, die sich nur an Bruchteile erinnerten, nur der Auslöser der Auseinandersetzung: Jemand hatte dem Veranstalter vor dem Lokal eine Eintrittskarte gestohlen. Als der sie zurück forderte, gab es von verschiedenen Seiten Schläge. Viel mehr konnte das Verfahren vor dem Jugendschöffengericht nicht aufklären.

Arrest und Arbeitsstunden

Das Verfahren gegen einen 17-Jährigen stellte das Gericht mit Blick darauf ein, dass er nach der Tat bereits zu einer Jugendstrafe verurteilt worden war. Ein 19-Jähriger muss für die von ihm selbst eingeräumte Körperverletzung zwei Wochen in den Dauerarrest. Ein weiterer 17-Jähriger wurde freigesprochen. Eine Tatbeteiligung war ihm nicht nachzuweisen. Allerdings muss er 30 Arbeitsstunden leisten. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof hatte er zur Überzeugung des Gerichts Polizisten als „Bastarde“ beleidigt. Eine Tat, die der Angeklagte ebenfalls bestritten hatte.

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