Innenhafen

Warten auf das Eurogate im Innenhafen Duisburg

Außer der kolossalen Treppe, die bislang dekorativ ins himmlische Nirgendwo strebt, ist von dem Eurogate noch nichts zu sehen.  Foto Friedhelm Geinowski

Außer der kolossalen Treppe, die bislang dekorativ ins himmlische Nirgendwo strebt, ist von dem Eurogate noch nichts zu sehen. Foto Friedhelm Geinowski

Foto: NRZ

Duisburg  Seit 15 Jahren wartet man in Duisburg auf das Eurogate, das die Krönung des Innenhafens werden soll. Mitte April werden nun die endgültigen Planungen vorgestellt. Mit im Boot: der umstrittene Investor Kölbl-Kruse.

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Die Treppe ist längst fertig, doch wo bleibt das Tor? Dieses „Tor nach Europa“ sollte aus dem hässlichen Entlein „Innenhafen“ endgültig einen traumschönen Schwan machen: Das Eurogate - die seit mehr als 15 Jahren verheißene, imposante Sichel aus Stahl, Beton und ganz viel Glas, die sich zehn Stockwerke hoch um den Holzhafen des Innenhafen legen soll.

Doch außer der kolossalen Treppe, die bislang dekorativ ins himmlische Nirgendwo strebt und die offiziell keine „Treppe“, sondern nur eine „Uferbefestigung“ ist, ist von dem jahrzehntelang verheißenen „Tor“, jenem mythischen Bauwerk, das Duisburgs gelungenen Stadtumbau ein für alle mal besiegeln sollte, noch immer nichts in Sicht. Das „Entlein“ Innenhafen ist zwar schon lange zum feinen Schwan geworden, doch wartet dieser seit Jahren noch immer auf die glänzende Krone - zum Abschluss.

Die sollte vor fünf Jahren auf der MIPIM 2006, auf jener internationalen Immobilienmesse an der südfranzösischen Cote d’Azur geschmiedet werden, die auch in der kommenden Woche wieder für ein paar Tage Immobilienfachleute, Planer und vor allem potente Investoren aller Länder dieser Welt zusammenführt. Damals wurde für die spektakulärste Büroimmobilie der Stadt, die auf dem letzten freien Baugrundstück am Innenhafen entstehen soll, ein internationaler Investorenwettbewerb ausgeschrieben. Schließlich soll das Tor aus der Feder von Sir Norman Foster mit 44.000 Quadratmetern Bürofläche für Gewerbe, Tagungsbereiche, 4-Plus-Sterne-Hotel und Gastronomie zur anspruchsvollsten und zukunftsweisenden Gewerbe-Immobilie im Revier werden.

Korruptions-Ermittlungen

Und so war es im vergangenen Sommer 2010 eine Überraschung – wenn auch nur eine kleine – dass am Ende des Wettbewerbs mit den Essenern Projektentwicklern Kölbl-Kruse dann exakt jener Investor wieder zu Zuge kam, der am Innenhafen einerseits mit Projekten wie „Five Boats“, „Allgemeine Speicher“ oder dem „Looper“ bereits großartige Immobilien realisiert hat. Der aber im Zusammenhang mit dem skandalträchtigen Bau des Landesarchives NRW jetzt vom Landgericht Wuppertal und der Staatsanwaltschaft Wuppertal als Beschuldigter in einem Korruptions-Ermittlungsverfahren geführt wird.

Ralf Oehmke, Geschäftsführer der städtischen Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, ficht dieses aber nicht an: „Kölb und Kruse sind für uns nach wie vor absolut seriöse Projektentwickler, mit denen wir auch in Zukunft am Innenhafen am besten fahren.“ Die Sache um das Landesarchiv werde sich aufklären, so der Geschäftsführer, und das gute Projekt Eurogate werde realisiert.

Für 5,3 Millionen Euro hat am 7. Juni 2010 das städtische Grundstück den Besitzer gewechselt -- Treppenanlage und öffentliche „Baureifmachung“ am Wasser inklusive. Jetzt müssen die Essener Entwickler nach den architektonischen Vorgaben von Foster und der Stadt die Sichel bauen; Vier Jahre haben sie dafür Zeit, wovon knapp ein Jahr bereits vergangen ist; in vier Bauabschnitte dürfen sie das geplante Großprojekt unterteilen. Und sie müssen zum Start des 1. Bauabschnitts – wann immer der sein mag - eine Vorvermietung von 70% nachweisen.

Oehmke: „Alles gar nicht so einfach“

„Alles gar nicht so einfach“, sagt Oehmke, „denn die Herausforderung dieser Immobilie ist von Anfang an immer ihre Größe gewesen.“ Will heißen: Für soviel Quadratmeter Gewerbeflächen an einem Standort finden sich in auch Duisburg – wo anspruchsvolle Büroflächen rar sind – nicht so schnell die guten Mieter. „Und ohne Vorvermietung kann man in Duisburg keine Immobilie bauen“ sagt Oehmke, „das macht man vielleicht in Düsseldorf und alle finden es prima, aber hier wird nur gebaut, wenn auch Mietverträge bestehen.“ Argumente, die man seit 15 Jahren genau so immer schon gehört hat. Jetzt aber steckt den Planern und den Investoren noch immer eine Weltwirtschaftskrise mit einer Kreditbremse der Banken in den Knochen. Das hemmt die Laune enorm.

"Baubeginn": 2007

Dass es aber dieses Mal mit dem Anlauf, der vor fünf Jahren auf der MIPIM 2006 verkündet wurde, etwas werden wird, davon ist man in der Stadt Duisburg überzeugt. „Mehrere Millionen Euro“, so der Geschäftsführer der IDE, habe der Investor bereits in das Projekt gesteckt, das ihn am Ende rund 130 Mio. Euro kosten werde. Schon in ein paar Wochen, Mitte April, werde man gemeinsam – Stadt und Kölbl-Kruse - vor die Öffentlichkeit treten und den aktuellen Stand zum Projekt Eurogate verkünden. Dies wäre dann ein guter Zeitpunkt das Datum des Baubeginns zu korrigieren. Auf der städtischen Infoseite für das Eurogate kann man derzeit erfahren: Baubeginn 2007

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