Stadtwerke

Wasserspeicher auf dem Försterberg im Stadtwald wird saniert

Thomas Oertel, Leiter der Wassergewinnung bei den Stadtwerken, in einer der beiden 65 Jahre alten Kammern, die bereits leergepumpt sind.

Foto: Fabian Strauch

Thomas Oertel, Leiter der Wassergewinnung bei den Stadtwerken, in einer der beiden 65 Jahre alten Kammern, die bereits leergepumpt sind. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Am Aktienweg betreiben die Stadtwerke den Hochbehälter Försterberg. Das Reservoir wird bis 2023 modernisiert. Kosten: 15 Millionen Euro

„Sieht ein wenig aus wie ein Atombunker“, sagt Thomas Oertel. Der etwa vier Meter hohe Erdhügel im Stadtwald,vor dem der Leiter der Wassergewinnung steht, verbirgt unter seiner einen Meter hohen Deckschicht aus Erdreich und Gras den „Trinkwasser-Hochbehälter Försterberg“. Mit der Ruhe hinter dem Forsthaus am Aktienweg ist es ab Rosenmontag vorbei. Dann beginnt die Sanierung der Anlage. Sie dauert bis 2023, die Stadtwerke investieren rund 15 Millionen Euro.

Zunächst wird das alte Bedienhaus abgerissen und die Deckschicht über den fünf Kammern abgetragen. „Jeder Behälter hat eine Grundfläche von 2000 m2 und ist sieben Meter hoch, insgesamt haben die Kammern ein Fassungsvermögen von 62 Millionen Litern“, erklärt Thomas Oertel.

Zufahrten werden für den Baustellenverkehr ausgebaut

Um die Zahl der LKW-Fahrten durch den Wald gering zu halten, wird ein Großteil des Bodens neben der Anlage zwischengelagert und anschließend wieder aufgetragen, die Abfuhr erfolgt Richtung Mülheimer Straße/Zooparkplatz. Als Zufahrt für den Baustellenverkehr wird der Aktienweg zwischen Lotharstraße und Walramsweg bereits ausgebaut.

Auf dem maroden Abschnitt werden auch provisorische Haltebuchten eingerichtet, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen und Rückstau auf der Lotharstraße zu verhindern. Von Mai bis Oktober wird der Aktienweg dann auch bis zum Forsthaus asphaltiert. „Wir müssen mit schwerem Gerät rauf und runter“, begründet Oertel, „das ist die kürzeste Verbindung.“

Besiedlung mit Bakterien verhindern

Vor vier Jahren hatte ein Fachbüro eine Zustandsanalyse gefertigt, die eine Sanierung nahelegte. „Normalerweise beträgt die Lebensdauer zwischen 30 und 40 Jahren“, erklärt Thomas Oertel. In beiden alten, bereits leergepumpten Kammern, Baujahr 1952/53, dokumentiert ein Messgerät die Bewegung der Bauteile an den Fugen . Weil sie sich unter der Wasserlast um Millimeter spreizen, verlieren die Kammern nicht nur rund 50 000 Kubikmeter Wasser pro Jahr.

„Wir müssen die Fugenbänder erneuern, damit es nicht zur Besiedlung mit Bakterien kommt“, so Oertel, „Hygiene ist das allerwichtigste beim Trinkwasser“. Zudem wird die Innen-Beschichtung aus mineralischem Spezialbeton entfernt und erneut aufgetragen, die betagten Rohre zur Befüllung und Entleerung der Anlage werden erneuert.

Auf dem Försterberg, 50 Meter über dem Stadtgebiet, begann 1952 der Bau der ersten beiden Kammern als Ersatz für den Vorläufer auf dem Kaiserberg, zehn Jahre später folgten drei weitere Kammern.

Bis Ende der 90er Jahre gab es einen „Behälter-Wärter“

Die „Wasservorlage“ dient der Absicherung der Versorgung bei großem Bedarf. „Bei einem Großbrand oder einem Rohrbruch könnten ansonsten Rohre leerlaufen“, erläutert Thomas Oertel.

Vom Werk Wittlaer aus wird das Wasser in die Kammern gepumpt, dank des Gefälles fließt es dann mit fünf bar Druck ins Netz. Im heutigen Försterhaus saß übrigens bis Ende der 1980er der Behälter-Wärter. Seither ersetzt Elektronik seinen wachsamen Blick.

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