Josef Krings

Wegbegleiterin über Krings: „Er war ein Super-Mensch!“

Wegbegleiterin Charlotte Kann erinnert sich auch an Josef Krings Engagement im Rheinhauser Arbeitskampf. Er marschierte in der ersten Reihe mit einer Fackel in der Hand mit.

Wegbegleiterin Charlotte Kann erinnert sich auch an Josef Krings Engagement im Rheinhauser Arbeitskampf. Er marschierte in der ersten Reihe mit einer Fackel in der Hand mit.

Foto: Friedelm Zingler

Duisburg.  Nach dem Tod von Josef Krings: Genossin und Nachbarin Charlotte Kann erinnert sich an Mitfahrgelegenheiten, Herzensthemen und Lieblingslieder.

Sie waren politisch verbunden, Nachbarn in Duisburg-Großenbaum - und vor zwei Jahren auch mal gleichzeitig im Krankenhaus: Charlotte Kann, ehemalige Landtagsabgeordnete der SPD und Bezirksvorsteherin in Großenbaum/Rahm, hat „Jupp“, wie Genossen den verstorbenen Alt-OB Josef Krings nannten, ihr Leben lang begleitet.

Die Zufallsbegegnung im Saarner Krankenhaus war ihre letzte. „Da hat er mich schon nicht mehr erkannt“, bedauert die 82-Jährige. Dabei war Krings in den Jahrzehnten ihrer Freundschaft immer aufmerksam, nett. Oft habe er sie um Rat gefragt. Und in späteren Jahren manchmal um Taxidienste: „Hallo, Frau Nachbarin, kannst Du mich mitnehmen?“ Kann fuhr da auch schon nicht mehr Auto, ihr Mann chauffierte die beiden Politiker zu den Treffen des Unterbezirksvorstands.

Da wurde dann fleißig gearbeitet und debattiert, manchmal wurde es aber auch musikalisch: „Sein Lieblingslied war ‘Wir lagen vor Madagaskar’ - und das haben immer alle mitgesungen“, erzählt Kann, die auch als Vorsitzende der AG 60 plus aktiv ist.

Krings riet zum Amt im Landtag

Ohne seinen Rat wäre die Sozialdemokratin nicht in den Landtag gegangen. Das Amt als Vorsitzende der Bezirksvertretung habe ihr immer gut gefallen und eigentlich genügt. „Aber dann sagte der Jupp, `das ist doch das Angebot für Dich´. Ein Rat, den sie in 15 Jahren aktiver Politik in Düsseldorf nicht bereut habe.

In Duisburg habe sich der damalige Oberbürgermeister vor allem um die Kultur verdient gemacht, das Filmforum sei sein Herzensthema gewesen. Im Stadttheater habe er kaum eine Aufführung verpasst. Beim Arbeitskampf in Rheinhausen, wo er in der ersten Reihe mitmarschierte, habe man sein außerordentliches Engagement spüren können. „Er war sehr fleißig, loyal, hatte überall seine Augen und Ohren, damit er Probleme sofort anpacken konnte“, beschreibt Kann.

Ob es heute in der Duisburger Politik jemanden gibt, der in seine Fußstapfen treten könnte, der ihm als Vorbild nacheifert? „Nein, da fällt mir keiner ein“, sagt Kann spontan. „Er war halt ein Super-Mensch!“

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