Bilanz

Weniger als zwei Millionen Besucher auf dem Weihnachtsmarkt

Vor allem an den verschneiten und den vielen verregneten Tagen im Dezember kamen nicht so viele Besucher wie erhofft zum Weihnachtsmarkt in die Duisburger Innenstadt.

Vor allem an den verschneiten und den vielen verregneten Tagen im Dezember kamen nicht so viele Besucher wie erhofft zum Weihnachtsmarkt in die Duisburger Innenstadt.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Weihnachtsmarkt-Veranstalter Duisburg-Kontor ist dennoch zufrieden. Umfrage unter Händlern zeigt kein einheitliches Stimmungsbild.

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Die anvisierte Marke von zwei Millionen Besuchern wurde knapp verfehlt, dennoch zogen die Macher des Weihnachtsmarktes in der Duisburger City eine größtenteils positive Bilanz. „Wir hatten in diesem Jahr oft Pech mit dem Wetter, doch insgesamt sind wir zufrieden“, sagte Peter Joppa vom Veranstalter Duisburg-Kontor und ergänzte mit Blick auf die Terrorängste der Bürger: „Zum Glück ist alles ruhig und friedlich geblieben.“

An den insgesamt 36 Veranstaltungstagen – das waren sechs weniger als im Vorjahr – seien noch einmal mehr Gäste aus den Niederlanden und Belgien zu Gast in Duisburg gewesen. Dieser Trend habe sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet, so Joppa, und auch in 2017 fortgesetzt. „Auch unsere Verlängerungswoche nach Weihnachten, die es nun bereits im fünften Jahr in Folge gab, hat sich mittlerweile herumgesprochen und Publikum aus der Region angelockt.“

Doch gerade die vielen verregneten oder verschneiten Tage an den Wochenenden waren es, die so manchem Händler die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben haben. „Das war für uns überhaupt kein gutes Jahr für uns“, berichtete etwa Dirk Böhnke, der seit Jahren in einem Glühweinstand im Bereich Hohe Straße mit aushilft. Seiner Ansicht nach fehle dem Markt der nötige Pep und Erneuerungswillen: „Irgendwie ist hier seit Jahren alles immer dasselbe.“

Einen Umsatzeinbruch von knapp 20 Prozent hatte Doris Nau zu verzeichnen, die seit vielen, vielen Jahren mit ihrem Keramik- und Geschenkartikelstand „Sonne, Mond und Sterne“ auf der Königstraße in Höhe City-Palais steht. Schuld daran hatte vornehmlich das schlechte Wetter. Vor allem zu den späteren Stunden an den Wochentagen würden sich die Öffnungszeiten bis 21 Uhr nur für die Glühweinstände lohnen. Ihr Vorschlag: Die anderen Händler sollen an diesen Tagen bereits eine Stunde eher schließen dürfen.

Sogar 30 bis 40 Prozent weniger Kunden als im Vorjahr kauften die gerösteten Maronen am Stand, an dem Emil Grama seit zehn Jahren aushilft. Zufrieden war hingegen Sigrid Schick, Mitarbeiterin der Modeschmuck-Manufaktur Perlkönig: „Wir lagen nur knapp unter Vorjahresniveau.“ Sie würde sich noch mehr Werbung wünschen, dass der Markt auch am Zweiten Weihnachtstag geöffnet hat. „Viele Besucher wussten das gar nicht und waren an dem Tag zufällig da.“ Zufrieden war auch Händler Timon Fichte, der an zwei Ständen Lampen, Duftöle und neuerdings auch Likör anbot. Vor allem die Tage nach Weihnachten hätten sich für ihn „richtig gelohnt“.

Niedrigere Standgebühren

Klagen kamen von einigen Händlern, die im Bereich Düsseldorfer Straße untergebracht waren (wir berichteten). Ihrer Kritik, dass es kaum sichtbare Hinweise auf diesen Teil des Weihnachtsmarkts gebe, widerspricht Joppa: „In unseren über 120 000 Flyern, die wir verteilt hatten, haben wir explizit auf den Standort Düsseldorfer Straße aufmerksam gemacht und mit dem Märchenzelt dort sogar ein zusätzliches Angebot geschaffen.“ Natürlich wisse er, dass die Kundenfrequenz und auch der Umsatz an dieser Stelle unter den Werten von König- und Kuhstraße liegen, so Joppa. „Aber die Händler auf der Düsseldorfer Straße zahlen auch die mit Abstand niedrigsten Standgebühren.“

Ende bleibt am Tag vor Silvester

Einigen Händler waren Gerüchte zu Ohren gekommen, dass Duisburg-Kontor für 2018 plane, den Weihnachtsmarkt noch weiter zu verlängern – bis in die erste Januarwoche 2019 hinein. „Das ist für uns überhaupt kein Thema“, dementierte Joppa auf Nachfrage. Auch künftig solle der Markt am Donnerstag vor Totensonntag beginnen und am Tag vor Silvester enden. „Mit diesem zeitlichen Rahmen planen wir auch für die nächsten Jahre“, versprach Joppa.

2018 wird der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt seine 39. Auflage erleben. Mitarbeiter von Duisburg-Kontor hatten noch einmal im Archiv gestöbert und genau nachgezählt. Der runde Geburtstag zum 40. Markt steht also erst 2019 an.

Bei der Polizei gingen weniger Anzeigen ein

Auch die Polizei Duisburg zog eine positive Weihnachtsmarkt-Bilanz. „Das Anzeigenaufkommen war deutlich geringer als in den Vorjahren“, bestätigte Polizeisprecher Ramon van der Maat am Dienstag. Es habe an den Veranstaltungstagen nur einige wenige Fälle von Körperverletzungsdelikten gegeben, als alkoholisierte Marktbesucher aneinandergeraten waren. Auch die Zahl der gemeldeten Taschendiebstähle sei nicht auffällig gewesen, so der Polizeisprecher. Eine Frau kam ums Leben. Sie hatte sich an einem Stand verschluckt und war erstickt, so die Polizei.

Kräfte der Polizei und des städtischen Ordnungsamtes waren in diesem Jahr mit einem zahlenmäßig verstärkten Aufgebot unterwegs. „Und die Zahl unserer eigenen Securitykräfte haben wir dazu auch nochmal verdoppelt“, verdeutlichte Peter Joppa von Marktveranstalter Duisburg-Kontor. In der Spitze seien neben Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeitern auch noch bis zu zehn Marktordner zwischen den Marktbuden umhergestreift, so Joppa.

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