Soziales

40 Jahre Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft

Das WG-Gebäude an der Maiblumenstraße, vom Garten aus gesehen.  

Das WG-Gebäude an der Maiblumenstraße, vom Garten aus gesehen.  

Foto: Andreas Köhring / Andreas Köhring PR Fotografie

Rheinhausen.  Die Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft an der Maiblumenstraße in Duisburg-Friemersheim besteht seit 40 Jahren. Mit wegweisendem Konzept.

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Dem eigenen Leben der Bewohner wieder eine Struktur und Richtung geben, ist das Ziel der Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft (STWG), die in Rheinhausen vor 40 Jahren gegründet wurde. Am 10. Juli feierte die Einrichtung des Diakoniewerks Duisburg diesen runden Geburtstag. An der Maiblumenstraße verbrachten die Mitarbeiter des Hauses und die aktuellen Bewohner gemeinsam mit der Geschäftsführung, Gesellschaftern und anderen Mitarbeitenden des Trägers sowie Kooperationspartnern und Freunden einen kurzweiligen Vormittag.

Auf dem Programm der offiziellen Feier standen neben Grußworten des Diakoniewerk-Geschäftsführers Udo Horwat eine Andacht des Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises, Pfarrer Armin Schneider, ein Blick auf Vergangenheit und Gegenwart der Einrichtung in Form kurzer Interviews, die der langjährige, frühere Leiter Peter Duesing führte, sowie ein gemeinsames Singen aller Anwesenden mit musikalischer Begleitung.

Neue Stärke in der Gemeinschaft

„Die Wohngemeinschaft wurde im Juni 1978 gegründet, um Hilfesuchende aufzunehmen, die in einer Gemeinschaft ein eigenständiges Leben erlernen wollten“, erinnerte Duesing. Die Einrichtung startete mit zwölf Plätzen. Zielgruppe waren damals noch junge Männer und Frauen mit Schwierigkeiten in der Familie oder in der Schule. Insbesondere ging es um Drogenproblemen, Kriminalität oder Wohnungslosigkeit. Seit 1979 gehört die Einrichtung zum Diakoniewerk, das im selben Jahr gegründet worden war.

Seit 1995 werden allerdings ausschließlich männliche Klienten aufgenommen.„Im Rahmen einer Gemeinschaft zu den persönlichen Stärken finden“, lautet der Kern des therapeutische Grundgedankens, der heute genauso aktuell wie vor 40 Jahren. Die Bewohner kommen in der Regel aus instabilen sozialen Verhältnissen, die meisten haben Erfahrungen mit Haftstrafen, Suchtmittelkonsum, zerrütteten Familienverhältnissen und Gewalt.

Selten haben die jungen Männer eine berufliche Beschäftigung oder eine eigene Wohnung. Die Mehrheit von ihnen nutzt mit der Therapie die Möglichkeit der Anwendung des Paragraphen 35 des Betäubungsmittelgesetzes „Therapie statt Strafe“. Martin Langenbach, Diplom-Psychologe und Leiter der Wohngemeinschaft, erklärt: „Unser grundlegendes Ziel ist es, mit den Klienten eine Entscheidung für eine veränderte Lebensführung zu entwickeln, zu festigen und diese im Behandlungsalltag einzuüben als sinnvoll erlebte Alternative zum bisherigen Lebensstil.“

Die Therapiezeit beträgt in der Regel neun bis zwölf Monate, danach erhalten die Klienten bei Bedarf weitere Unterstützung bei der Suche nach ergänzenden Angeboten oder Nachsorgemaßnahmen. Die Wohngruppe verfügt aktuell über 19 stationäre Plätze, jährlich werden rund 60 Klienten betreut. Seit der Gründung wohnten in dem Haus mehr als 1500 Klientinnen und Klienten. Martin Langenbach freut sich: „Die Einrichtung ist in Rheinhausen sehr gut in die Nachbarschaft integriert. Wir können immer wieder Klienten für externe Praktika in örtliche Betriebe vermitteln und unsere sportbegeisterten Männer schließen sich gerne den örtlichen Sportvereinen an.“

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