Bildung

53 Mädchen und Jungen erkunden die Rheinhauser Abenteuerfarm

Ece, Franzi, Fynn und Giulio (v.l.) und ihr neuer tierischer Freund: Ziegenbock Mowgli.

Ece, Franzi, Fynn und Giulio (v.l.) und ihr neuer tierischer Freund: Ziegenbock Mowgli.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Rheinhausen.   Auf dem Robinson-Spielplatz tummelten sich 53 Kinder. Bei einem Aktionstag ging es spielerisch darum, die Geschichte der Region kennenzulernen.

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Unter freiem Himmel spielen, in Regenpfützen springen und Kohlekumpeln über den Weg laufen: Was für die ältere Ruhrgebiet-Generation ein Stück Kindheit bedeutet, kann sie nach dem Ende des Kohlebergbaus oft nur noch über Erzählungen an die junge Generation weitergeben. Wie lebendig und interessant die Ruhrgebietsgeschichte für die Kleinsten ist, zeigt eine besondere Aktion.

„Wir Kinder des Ruhrgebiets“ – so lautet das Motto einer Projektwoche, die der Aba-Fachverband in Kooperation mit drei Abenteuerspielplätzen in der Region durchführt. Seit 1971 setzt sich der Fachverband für die handlungspädagogische, offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein. „In den 70-er-Jahren war die Industrialisierung im Ruhrgebiet im Vormarsch“, erklärt Stefan Melulis, Bildungsreferent beim Aba-Fachverband.

Ein Anliegen: Kinderneugier wecken

Das bedeutet: Weniger Natur und weniger Freizeitorte im Grünen für Stadtkinder. Mit gezielter Lobbyarbeit, etwa durch die Förderung von Spielplatzpatenschaften, setzt sich der Verband für die Belange junger Menschen ein.

Ein großes Anliegen: Kinderneugier wecken. Das Ruhrgebietsprojekt schafft genau das: Die städtische Robinson Abenteuerfarm an der Saarstraße gestaltete einen Aktionstag mit insgesamt 53 Kindern. Die Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren staunten nicht schlecht: Die Abenteuerfarm verwandelte sich in ein eigenes Dörfchen. Hier lautet das Motto: „Bauern und Handwerker“. Im Fokus: das Mittelalter und das 18. Jahrhundert.

Weiße Magd-Haube und Gewand

Stilecht mittelalterlich mit weißer Magd-Haube und Gewand begrüßte Abenteuerfarm-Leiterin Astrid Becker die Kinder. „Wir möchten zeigen, wie die Menschen im Ruhrgebiet vor der industriellen Revolution lebten“, erklärt Becker. Die Kinder hatten viele Fragen mitgebracht: Welche Spiele spielten die Kinder? Wie hat man ohne Maschinen gearbeitet? Was hat man gekocht und gegessen?

Die zwei Hektar große Farmfläche wurde zum Entdeckerparadies: Sechs Stunden lang wurde gespielt, getobt, gewerkelt und erkundet. In Werkstätten lernten die Kinder Handwerke von früher: Filzen, Lederverarbeitung, Holzschnitzen und Schmieden standen hier hoch im Kurs. Und es geht ganz ohne Apps und Smartphone: Holzkreisel kreisten um die Wette, Mandalas wurden bunt ausgemalt, Mühle und Domino gespielt.

Armbänder mit Knüpfsternen

Im farmeigenen Streichelzoo knuddeln die Kids Schaf, Ziege und Co. Anschließend genossen alle ein kühles Glas frisch gepressten Apfelsaft. „Es ist toll zu sehen, wie Kinder unterschiedlichster sozialer und ethnischer Herkunft zusammen spielen“, so Leiterin Becker. Auf einer Holzbank nehmen Marina und Amina (beide 10) Platz. „Wir waren gerade Ponyreiten“, sagt Marina.

„Und wir haben Armbänder mit Wolle und Knüpfsternen geknüpft“, erzählt Amina. Stolz zeigt sie ihr buntes, aus Wolle geflochtenes Armband. Was das Mittelalter für sie bedeutet? „Da hatten die Leute lange Gewänder an und der Müller backte das Brot noch in der Mühle.“

In der laufenden zweiten Ferienwoche besuchen die Kinder den Bau- und Abenteuerspielplätzen in Dortmund und Recklinghausen. Unter anderem warten ein selbstgebauter Förderturm und ein Kriechschacht mit Kohle auf die Mädchen und Jungen.

Das ist die Robinson-Abenteuerfarm

Die Robinson-Abenteuerfarm ist eine Kinder- und Jugendeinrichtung des Jugendamtes. Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren können die Farm erkunden. Sie ist geöffnet montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr sowie einmal monatlich samstags. Weitere Informationen gibt es unter www.abenteuerfarm.de.

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