Lokale Wirtschaft

Asterlagen soll eine europäische Drehscheibe werden

Blick von oben auf den Businesspark Niederrhein südlich der A40.

Blick von oben auf den Businesspark Niederrhein südlich der A40.

Foto: Hans Blossey

Rheinhausen.   Rheinhauser Bezirkspolitiker ließen sich über das geplante chinesische Handelszentrum informieren: „Ein Baustein für die neue Seidenstraße“.

Mit vorsichtigem Optimismus haben die Rheinhauser Bezirksvertreter den Plan bewertet, im Businesspark Niederrhein in Asterlagen ein chinesische Handelszentrum mit 12 000 Quadratmeter Fläche zu bauen. Bei aller Zurückhaltung - die große Mehrheit der Bezirksvertreter begrüßte die Chance, in Rheinhausen bis zu 2 500 neue Arbeitsplätze anzusiedeln.

Doch da der Plan wie berichtet erst kurzfristig vorgestellt wurde, hatten die Stadtteilparlamentarier in ihrer letzten Sitzung noch zahlreiche Fragen. Christoph Weber, technischer Geschäftsführer des Immobilien Managements Duisburg (IMD), konnte zumindest einige Antworten auf eine entsprechende Anfrage der SPD-Fraktion geben. Er nannte den Politikern Details zum geplanten Handelszentrum des chinesischen Investors „Starhai“.

Etwa 50 Firmen werden dort angesiedelt

Christoph Weber bezeichnete das Großprojekt als „Baustein für die neue Seidenstraße“, die neue Handelsverbindung von China nach Europa - genauer Duisburg. Wie berichtet soll das chinesische Handelszentrum auf einem großen, heute brachliegenden Grundstück mitten im Businesspark errichtet werden, es ist rund 60 000 Quadratmeter groß.

Weber: „Etwa 50 Firmen werden dort angesiedelt.“ Der Investor betrachte das neue Handelszentrum als „europäische Drehscheibe“ der dort vertretenen Firmen, die Räume im Handelszentrum würden an diese Unternehmen untervermietet. Bei der Entscheidung für den Standort Rheinhausen sei auch die Nähe zum Logistikzentrum Logport 1 maßgeblich gewesen.

Bis zu 2500 Arbeitsplätze sollen entstehen

Der IMD-Vertreter bestätigte, dass im Handelszentrum neben den Niederlassungen der Firmen auch Tagungsräume und Ausstellungsräume für die Produkte der Handelsfirmen, ein E-Commerce-Center sowie ein Hotel und Gastronomie vorgesehen sind. „Der Investor will mehrere fünfgeschossige, aneinander gereihte Gebäude bauen, die mit einander verbunden sind. Außerdem ist ein Hochhaus mit 16 Geschossen geplant.“

Weber bestätigte auch: „Das Invest beträgt 260 Millionen Euro, insgesamt werden 1000 bis 2 500 Arbeitsplätze entstehen.“ Die Verhandlungen über das Grundstück seien bereits abgeschlossen, so Weber. Der Rat soll den Grundstücksverkauf am 3. Juli durchwinken.

Wiedervorlage am 6. Juli

Hendrik Trappmann vom Duisburger Stadtentwicklungsamt betonte: „Wir vom Amt für Stadtentwicklung und Projektplanung begrüßen das Projekt.“ Der überwiegende Teil des Handelszentrums sei auf Grundlage des bestehenden Bebauungsplans Nr. 950 für den Businesspark Niederrhein in Asterlagen genehmigungsfähig. Für das 16-geschossige Hochhaus, das das Hotel beherbergen soll, müsse der bestehende B-Plan aber geändert werden. „Wir werden dieses Gremium über den aktuellen Planungsstand informieren.“

Claudia Leiße, Ratsfrau der Grünen, fragte nach den Auswirkungen des Handelszentrums auf den Nahverkehr, wenn im Businesspark zusätzlich 1000 bis 2500 Menschen arbeiten. Auch diese Frage werde bei der laufenden Planung selbstverständlich berücksichtigt, versicherten die Vertreter von IMD und Stadtplanungsamt den Bezirksvertretern und Ratsleuten.

Rheinhausen will sich vorbereiten

Ferdi Seidelt, Sprecher der CDU-Fraktion, die das Projekt wie fast alle Bezirksvertreter grundsätzlich begrüßt, zeigte sich mit den Antworten der Verwaltung nicht zufrieden. Weil das Projekt Handelszentrum für Rheinhausen vergleichsweise groß und bedeutend ist, wollen die Christdemokraten das Thema bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 6. Juli erneut auf den Tisch bringen. „Wir wollen eine Generaldebatte über das Projekt und werden bis dahin einen detaillierten Fragenkatalog an die Verwaltung erarbeiten“, kündigte Seidelt an.

Die Verwaltung solle dann einen umfassenden Sachstandsbericht abgeben. Seidelt: „Rheinhausen muss sich in jedem Fall rechtzeitig, umfangreich und sachgerecht auf das Projekt vorbereiten können.“

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