Kabarett

Barbara Ruscher in Rumeln: Ekstase-Special zum Muttertag

Eine Frau, ein Klavier - Barbara Ruscher

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Eine Frau, ein Klavier - Barbara Ruscher Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Duisburg-Rumeln.   Sonst ist sie gern gesehener Gast der Mitternachtsspitzen und des Satiregipfels. Jetzt stattete die Kölnerin dem Kulturspielhaus einen Besuch ab.

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Ein gern gesehener Gast bei den TV-Comedy-Formaten „Ladies’ Night“, „Mitternachtsspitzen“ sowie beim „Satiregipfel“ ist Barbara Ruscher allemal. Jetzt kann sie sich in ihre Vita noch das Rumelner Kulturspielhaus hineinschreiben. Dort begeisterte sie etwa 90 Zuschauer mit einem Muttertagsspecial zum Programm „Ekstase ist nur so eine Phase“.

Trompet? Wat is dat denn?

Zuerst beschwor sie die lokalen Animositäten der Gäste herauf. „Sind alle hier aus Rumeln?“, feixte sie frech in die Menge. Viele nicken, ein Zuschauer ruft: „Trompet!“ Darauf die Komödiantin: „Wie, wat is dat denn?“ Großes Lachen. So holt man die Zuschauer ab, und im folgenden entwickelte sich eine skurrile, sarkastische Show der 47-jährigen Kölnerin, die so frisch daher kommt, als sei sie gerade einer studentischen Wohngemeinschaft entsprungen.

Vieles, was Frauen sowie Männer zur Ekstase bringt, bringt Barbara Ruscher auf den Punkt. „Für Männer reicht es ja manchmal, wenn sie ‘ne Schlagbohrmaschine für 9,99 Euro als Schnäppchen ergattern, bei Frauen ist es eher beim Yoga!“ Vieles Ekstatische sei einfach nur Ersatzbefriedigung. So zieht sie in dem Song „Haben Sie ‘ne Payback-Karte dabei“ über das Sparverhalten der Konsumenten her.

Wo die Karnickel neidisch werden

Selbst in Köln-Sülz wohnend mit ihren zwei Kindern, sieht sich Ruscher einer Kinder-Krieg-Welle in dem Viertel ausgesetzt. „Die wollen alle das neue Baukindergeld. Das geht ab hier, da werden sogar die Karnickel neidisch.“ Oder: „Ich glaub, jedes zweite Pärchen hat als Haustier ‘nen Storch!“ Heraus kämen alles „kleine Klugscheißer“: „Kein Wunder. Die werden ja ständig in der FAZ gewickelt!“

Da lachen die Zuschauer herzlich auf, denn es ist viel Milieukritik, aber auch Situationskomik in ihrem Programm, womit die Gäste gefesselt werden. Ihre sieben befreundeten Waldorfschulen-Lehrer, alles „ausgewiesene Veganer“, kriegen auch ihr (tierisches) Fett ab. Dazu passt der Song „Vegan ist die neue Religion“, den sie dröge, dadurch aber witzig auf selbst gebastelten Percussions-Instrumenten, normalerweise Kürbis und Möhre – in Rumeln was anderes – abspult. Diese seien absolut „glutenfrei“, „ich hab sie selbst geklöppelt“, lacht die Komödiantin.

Hagel, Graupel - Carmen Nebel

Es ist angenehme Kurzweil, die sie in Rumeln verbreitet. „Das Wetter war ja wieder beschissen letzte Woche: Hagel, Graupel, Carmen Nebel“. Oder: „Ich selbst esse wenig, aber ja, ab und zu Fleisch, mal Steak, oder Aldi-Fackeln, oder Chippendales...“. Die Pointen kommen beiläufig – und so sind die Zuschauer zum Aufpassen gezwungen. Barbara Ruscher begleitet sich dazu auf dem Klavier – wohl als Verwirrtaktik.

Ein intellektueller Spaß war es, auch für die Mütter im Publikum, und die weit gereiste Kölnerin kann mit dem Begriff „Rumeln“ schlussendlich jetzt auch etwas anfangen und sich verdientermaßen in ihre Vita schreiben...

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