Traditionsgeschäfte

Bei Höfels in Rheinhausen wird Service ganz groß geschrieben

Jürgen Funke übernahm das Geschäft vor rund zehn Jahren.

Foto: Volker Herold

Jürgen Funke übernahm das Geschäft vor rund zehn Jahren. Foto: Volker Herold

Duisburg-Rheinhausen.   Der Optiker an der Krefelder Straße existiert seit über 40 Jahren. Hier weiß man: Der Umgang mit dem Kunden zählt. Grade in Zeiten des Internets.

Dieser Name ist bekannt in Rheinhausen: Seit Jahrzehnten steht das Geschäft Optiker Höfels an der Krefelder Straße für Qualität, gute Beratung und eine enge Kundenbindung. 1974 eröffnete Gerd Höfels das Geschäft. Als er vor etwa zehn Jahren in Rente ging, übernahm Jürgen Funke das Augen-Optik-Geschäft. Der Moerser behielt nicht nur den Namen seines früheren Chefs: Er führt den Laden mit der selben kundenorientierten Ausrichtung weiter. Der Service geht manchmal weit über das Optiker-Geschäft hinaus: So hilft er auch schon mal beim Einstellen eines Fernsehers.

Der Name Höfels ist in Rheinhausen Kult

,,Der Name Höfels ist hier Kult”, sagt Funke und lacht. ,,Deshalb gab es für mich gar keinen Anlass diesen zu ändern.” Funke kam vor 25 Jahren als Mitarbeiter zu dem Kult-Optiker. Nach der in Moers abgeschlossenen Ausbildung hatte er als Geselle in Viersen, Mülheim und Goch gearbeitet. ,,Ich komme eigentlich aus Moers, doch habe schon immer viel Zeit in Rheinhausen verbracht, meine ganze Schulzeit spielte sich praktisch in Rheinhausen ab”, erinnert er sich. ,,Als ich von einem Kollegen erfuhr, dass Optiker Höfels eine Stelle zu vergeben hat, musste ich daher nicht lange überlegen”, so der 59-Jährige.

Schon damals gefiel ihm die enge Bindung zu den Kunden. ,,Hier kennt man sich einfach. Das macht die Arbeit besonders schön”, sagt er. Das der Kunde nicht nur König, sondern auch Freund ist, ist bis heute so geblieben: ,,Hier finden nicht nur Beratung und Verkaufsgespräche statt, sondern es wird auch geplaudert”, sagt Funke. ,,Oft kommen Kunden einfach mal so herein und quatschen ein wenig mit mir”, sagt Funke, der derzeit auch eine Mitarbeiterin beschäftigt.

Hausbesuch im Seniorenheim

Nicht nur im Laden ist Funke für seine Kunden da: ,,Es gehört selbstverständlich dazu, dass wir auch zu den Kunden raus fahren, sie beispielsweise im Seniorenheim besuchen, dort ihre Brillen richten”, sagt er. Auch wenn jemand zu Hause ein Probleme mit seiner Brille hat, beispielsweise beim Fernsehen, stehen schon mal Hausbesuche an. Manchmal ist jedoch nicht die Brille das Problem – und auch dann weiß Funke Rat.

Vor einiger Zeit konnte Funke seine Fähigkeiten als Fernsehfachmann zeigen: ,,Eine Kundin rief an, sie hatte einen neuen Fernseher, konnte die Programme jedoch nicht einstellen”, erzählt Funke. ,,Also bin ich hingefahren und habe ihr dabei geholfen”.

Kleine Geschäfte haben es schwer

Der Beruf macht Funke noch immer so viel Spaß wie ganz zu Anfang. Dennoch ist er skeptisch, wenn er in die Zukunft blickt. ,,Es wird immer schwerer für kleine inhabergeführte Geschäfte. Das Internet macht es uns nicht leicht”, sagt er. ,,Ich habe viele Stammkunden, hier kaufen Generationen ein. Aber gerade die junge Leute bestellen im Internet”, sagt Funke. Früher haben sogar drei, vier Mitarbeiter in dem Laden gearbeitet. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt müsse Funke Kosten reduzieren. ,,Ich weiß nicht, ob Geschäfte wie das meine eine große Zukunft haben”, sagt er.

Ans Aufhören denkt Funke trotzdem nicht. ,,Mir macht es zu viel Spaß, mit den Kunden zu arbeiten”, sagt er. Wer in Rheinhausen eine Brille braucht, oder einfach Probleme mit dem TV hat, kann also aufatmen.

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