Übung

Bei Hunger droht der Lagerkoller

Foto: NRZ

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Johanniter aus Duisburg proben bei Arnheim vier Tage lang den Ernstfall. Erfolg hängt auch von der Verpflegung ab.

Weltjugendtag, Fußball-WM oder wie jetzt wieder EM-Partys vor Riesenleinwänden: Wenn Großereignisse anstehen, dann sind auch die Johanniter stets im Einsatz. Während sich die Helfer auf solche Veranstaltungen ausgiebig vorbereiten können, ist bei Unfällen, Stürmen oder Hochwasser sofortiges Handeln gefragt. Wie vor wenigen Wochen in Marxloh, als nach einem Unfall im Grillo-Werk giftiges Schwefeldioxid über den Stadtteil hinwegzog. Die Johanniter behandelten Verletzte und versorgten Evakuierte.

Die schnelle Hilfe will gut organisiert sein. Deshalb trainieren die ehrenamtlichen Helfer nicht nur in kleinen Gruppen, sondern auch im großen Rahmen. Diesmal ist ein kleiner Ort bei Arnheim Schauplatz einer fiktiven Katastrophe: Ein Orkan wie zuletzt Kyrill oder Emma zieht über drei Campingplätze hinweg, es gibt Verwüstungen, Stromausfall, Verletzte, auch hunderte deutsche Camper sind in Not. Die Region Gelderland fordert beim Land NRW Nachbarschaftshilfe an, die Johanniter rücken aus.

Mehr als 100 Johanniter sind vier Tage lang an dem Szenario beteiligt, bei dem alleine die Fahrt zum Einsatzort zur Übung wird: Die Unfall-Helfer aus Duisburg und Düsseldorf machen sich morgen in einer Kolonne aus 18 Fahrzeugen auf den Weg nach Arnheim. Moderne Navigationsgeräte sind Fehlanzeige. Das Telefon- und Satellitennetz könnte zusammenbrechen, die Johanniter rechnen mit dem Schlimmsten. Und orientieren sich lieber an Koordinaten und Planquadraten.

Nicht zuletzt sollen auch ganz profane Dinge wie die Verpflegung einstudiert werden. Die Einheiten finden am Einsatzort nichts vor, müssen in Kürze alles selbst organisieren. Und Hunger drückt auf die Stimmung, weiß Fernandez. Beim Oder-Hochwasser habe es unter den Helfern nach einem Verpflegungs-Engpass einen regelrechten Lagerkoller gegeben. Sollte es seinen Leuten bei der Übung zu langweilig werden, hat sich Fernandez bereits etwas einfallen lassen: „Dann hole ich die 8000 Camper von nebenan heran, die sicher auch Hunger haben.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben