Bürger-Initiative

Das Freibad in Bergheim soll wieder Wellen schlagen

Das ehemalige Freibad Toeppersee war bis 2006 ein beliebtes Sommerausflugsziel mit seinem Sprungturm und dem Wellenbad.

Das ehemalige Freibad Toeppersee war bis 2006 ein beliebtes Sommerausflugsziel mit seinem Sprungturm und dem Wellenbad.

Foto: Tanja Pickartz

2006 schloss das Freibad Toeppersee. 2007 scheiterte ein Bürgerbegehren, das die Wiedereröffnung forderte. Nun gibt es eine Online-Petition

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Thema ist noch lange nicht durch: Die Schließung des Freibads Toeppersee schlägt aktuell wieder Wellen. 2006 musste das Bad seinen Betrieb einstellen, da es sich finanziell nicht mehr trug. Doch einige Menschen im Duisburger Westen vermissen „ihr“ Freibad mit Sprungturm und Wellenbad bis heute: „Ich fand dieses Bad immer schön. Wir hatten immer Spaß dort, haben neue Leute kennengelernt, manchmal ergaben sich sogar Freundschaften daraus“, erinnert sich Nadine Borgmann. Es sei ein familienfreundliches Angebot gewesen, das sich die dreifache Mutter damals auch mehrmals im Monat mit ihrer Familie leisten konnte. „So etwas wie das Freibad Toeppersee gibt es heute in der Umgebung nirgendwo“, sagt sie.

Facebook-Gruppe gegründet

Und genau aus diesem Grund gründete sie in diesem Frühjahr im Internet eine öffentliche Facebook-Gruppe mit dem Namen „Wir wollen das Freibad Toeppersee zurück“. „Ich dachte mir die ganze Zeit über, dass ich mit Sicherheit nicht die einzige bin, die das Freibad vermisst. Und wie man sehen kann, hatte ich Recht.“ Denn die von ihr initiierte Gruppe hat aktuell 1539 Mitglieder. Auch die Online-Petition „Wiederaufbau Toeppersee Rheinhausen – Duisburg“, die Nadine Borgmann startete (siehe Info-Kasten unten), wird aktuell von 1.576 Menschen (von zu erreichenden 3200) unterstützt – davon 1.349 in Duisburg. „Die Petition läuft noch bis März 2019“, sagt die 28-jährige Friemersheimerin. Und sie hofft, „dass die Stadt Duisburg ein Ohr öffnet und uns Bürgern zuhört und mal etwas für uns Duisburger tut – genau das, was die Bürger wollen und nicht immer nur das, was die Stadt gut findet, ohne uns zu fragen“.

Ihre Beweggründe für das Engagement sind dabei ganz klar: „Das sind in erster Linie unsere Kinder. Wir Eltern und Großeltern wollen unseren Kindern und Enkelkindern dieselbe Schwimmmöglichkeit bieten, die wir damals genießen konnten.“ Das 2010 neu eröffnete Hallenbad am Toeppersee ist für Nadine Borgmann keine Alternative: „Weil es andauernd geschlossen ist wegen Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten. Hinzu kommt, dass das Wasser viel zu kalt ist und es eine Mittagspause von 12 bis 15 Uhr gibt“, erklärt sie. Und fragt sich: „Wo sollen denn die Kids in den drei Stunden hin? Nach Hause, um dann später, wenn man nochmal schwimmen will, erneut Eintritt zu zahlen?!“

Bürgerentscheid besiegelte Schließung

Bemühungen, das Freibad Toeppersee, das vor zwölf Jahren schloss, erneut zu öffnen, gab es allerdings schon einmal von Bürgern: 2007 entschieden dann aber rund zehn Prozent der Duisburger in einem Bürgerentscheid, dass das Freibad Toeppersee nach der Eröffnung des neuen Hallenbades vor Ort – welches 2010 fertig gestellt wurde – nicht weiter als Kombibad erhalten bleiben solle. Und dies bedeutete damals das endgültige Aus für das Freibad.

„Ich habe von der damaligen Bürgerinitiative gelesen und herausgefunden, dass diese nicht sehr viele Anhänger hatte. Unsere Facebook-Gruppe ist schon relativ groß – Tendenz weiter steigend“, so die Hausfrau in Elternzeit. Sie ist davon überzeugt, dass das aktuelle Engagement von ihr und ihren Mitstreitern daher auf eine breitere Öffentlichkeit stoßen wird und erhofft sich daher auch größere Chancen für ihr Anliegen, das Freibad wieder zu öffnen. „Und dafür werden wir weiter Werbung machen, gehen wir mit Listen in den Straßen herum, sprechen die Menschen gezielt darauf an und beantworten Fragen, die uns gestellt werden“, so die Initiatorin, die aktuell auch Fernseh-Interviews zum Thema gibt (unter anderem heute um 22.15 Uhr im WDR zu sehen). „Wir werden alles nötige versuchen und nicht aufgeben, nur weil jemand sagt, dass es nicht klappen wird. Wir haben Hoffnung – und die stirbt bekanntlich zuletzt.“

Mitstreiter unterstützen mit Rat und Tat

Unterstützung – mit Rat und Tat – findet Nadine Borgmann dafür durchaus auch in vielseitiger Form in der von ihr gegründeten Facebook-Gruppe: Die Mitglieder kopieren Unterschriften-Listen, stellen sich selbst als Handwerker zur Verfügung, um das Bad wieder auf Vordermann zu bringen, wollen helfende Handwerker bekochen oder geben Anregungen, wie man möglicherweise Sponsoren für den erneuten Betrieb des Freibades Toeppersee finden könnte. Denn sie alle vereinen die schönen Erinnerungen an das Freibad Toeppersee mit Sprungturm und Wellenbad samt Gong. Erinnerungen, wie diese von Claudia Lamkewitz, die schreibt: „Ach, dat war immer einmalig (...) Und unseren Wellengong hab ich bis innet Kinderzimmer gehört.“

Die Facebook-Gruppe und die Online-Petition

Für Interessierte und Anhänger des ehemaligen Freibades Toeppersee in Bergheim, die sich den erneuten Betrieb des Bades wünschen, gründete Nadine Borgmann im Internet die öffentliche Facebook-Gruppe „Wir wollen das Freibad Toeppersee zurück“. Dieser kann man sich anschließen unter: www.facebook.com/ groups

Die Online-Petition, also der nicht offizielle Aufruf, das Freibad Toeppersee wieder zu öffnen, ist im Internet unter dem Stichwort „Wiederaufbau Toeppersee Rheinhausen – Duisburg“ zu finden und kann dort unterstützt werden unter: www.openpetition.de/petition/online/wiederaufbau-toeppersee-rheinhausen-duisburg

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben