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Das Männerballett „Rheinperlen“ in Homberg hat Tradition

Seit September proben sie fleißig für die Auftritte in der Session: Das Männerballett „Rheinperlen“.

Foto: Tanja Pickartz

Seit September proben sie fleißig für die Auftritte in der Session: Das Männerballett „Rheinperlen“. Foto: Tanja Pickartz

Altweiber ist für die Tanzgruppe immer ein Höhepunkt. Seit über 40 Jahren bestehen sie, verschiedene Generationen machen mit.

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Die Hüften gehen vor und zurück, sie klatschen oder schnipsen zum Rhythmus, probieren die Hebefiguren („Du hast zugenommen in letzter Zeit“, sagt einer und lacht) – es ist Generalprobe des Männerballetts der Homberger Karnevalsfamilie. Statt Freitagabend die Beine hochzulegen, haben sie sich nochmal getroffen – der Countdown läuft, es sind nur noch wenige Tage bis zum Finale der Session. Wann ihr Auftritt besonders gefragt ist? „An Altweiber ist das Männerballett natürlich das Highlight“, sagt Präsident Markus Hosse (42).

Das Männerballett mit dem Namen „Rheinperlen“ ist eine der fünf Tanzgruppen des Vereins, der tatsächlich erst seit dem 16. November des vergangenen Jahres existiert - zumindest auf dem Papier, dann wurde nämlich aus der Kolpingfamilie, die es bereits seit 1936 gibt, ein eingetragener Verein. „Wir wollen das mit Leben füllen, wie in einer Familie“, sagt Markus Hosse. Familie – das passt. Es erklärt auch, wie viele von ihnen dazu gekommen sind, zu tanzen oder eben Karneval zu feiern – über Eltern, Freunde, Partner.

Jedes Jahr mit neuer Choreographie

„Ihr habt mich überredet, dass ich hierhin komme - jetzt will ich auch was Gescheites sehen“, sagt Trainerin Theresia Redding (62). Das klingt streng, die Stimmung aber ist ausgelassen. „Der Sinn vom Männerballett ist es ja, dass sie sich selbst veräppeln,“ sagt die Trainerin. Mit den zwölf Tänzern feilt sie seit September am diesjährigen Programm. Bis Weihnachten wird intensiv trainiert, dann geht es an die Auftritte. Motto, Choreographie, Kostüm – jedes Jahr denken sie sich etwas Neues aus. Theresia Redding, weiß, was sie ihnen zumuten kann, manche haben schon als Kinder in ihrer Gruppe getanzt.

Ihr Mann übernimmt derweil die planerische Seite, er gehörte mit zu den Gründungsvätern, als das Ballett 1974 entstand. „Das war so eine Jungs-Idee“, erzählt Conrad Redding rückblickend. 20 Jahre lang tanzte er mit, nun koordiniert er als Manager die Auftritte der Gruppe. „Ich bin jetzt schon wieder dran für die neue Session.“

Die Tänzer sind zwischen 27 und 51 Jahren alt. Der Jüngste von ihnen ist Joshua Huhnstein (27): „Tanzen kann ich jetzt nicht so gut“, sagt er, aber mit den „Jungs“ zusammen zu sein - egal ob bei den Auftritten, dem Training oder außerhalb der Session - das mache halt Spaß. So sind irgendwie alle Generationen vertreten, wenn das Männerballett in Homberg zusammenkommt.

Nach dem Training geht es ans Organisatorische: Der nächste Auftritt und das Herrichten der Glückauf-Halle für die Sitzung werden besprochen – alle müssen anpacken. Thomas Nidzwiedz (42) wird die Kostüme mitbringen. Wer seit 26 Jahren dabei ist, hat schon viel Bühnenerfahrung. Trotzdem ist es für ihn jedes Mal etwas Besonderes auf der Bühne zu stehen, Applaus zu bekommen und in die glücklichen Gesichter nach dem Auftritt zu blicken: „Karneval ist für mich nicht nur ein Hobby, sondern ein Gefühl - ich mach das von Herzen gerne.“

Deswegen schlagen sie sich diesen, wie auch viele andere Abende, so begeistert um die Ohren: „Ich glaube man muss schon ein bisschen naturbekloppt sein“, so Präsident Markus Hosse über die karnevalistische Begeisterung des Homberger Vereins.

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