Karnevalsfamilie

Der Berg groovt: Prunksitzung von Hombergern für Homberger

Gruß aus der Bütt. In der Glückauf-Halle schunkelten rund 1000 Jecken mit der Karnevalsfamilie.

Gruß aus der Bütt. In der Glückauf-Halle schunkelten rund 1000 Jecken mit der Karnevalsfamilie.

Foto: Ulla Michels

Duisburg-Homberg.   Die Sitzung der Karnevalsfamilie in der Glückauf-Halle in Duisburg-Homberg war tosend umjubelt. Hier stammen die Künstler aus den eigenen Reihen.

Karneval von „Hombergern für Homberger“ ist vielleicht ein Teil des Geheimrezeptes der „Karnevalsfamilie 1936“. Denn wenn sie zu ihrer Prunksitzung in die Glückauf-Halle lädt, sind die Plätze oft schon lange Zeit im Voraus ausverkauft. Auch diesmal war die Halle unter dem Motto „Der Berg groovt“ (also der Homberg) mit rund 1000 Jecken wieder voll bis unter das Dach.

Viel zu lachen gab es bei der Büttenrede von Jürgen Busch alias „Der lustige Joe“: „Wieso können Schalker keine Pommes essen? Die können keine Schale halten.“ Aber es wurde am Ende auch ein bisschen wehmütig. Denn Jürgen Busch will aus Altersgründen kürzer treten. Zum letzten Mal bekamen daher die Zuschauer den gelben Frack, das kleine Köfferchen und den Melonenhut mit Blume zu sehen. Das Homberger Eigengewächs steht seit mehr als 25 Jahren auf der Bühne. Minutenlang applaudierte ihm das Publikum im Stehen. „Ohne euch wären wir gar nicht hier. Ich werde euch nie vergessen“, rief er den Fans zu, bevor er noch zwei letzte Witze für die Narren machte.

Für die Karnevalsfamilie ist das gleich doppelt traurig. Denn nicht nur, dass der „lustige Joe“ ein Büttenredner aus den eigenen Reihen ist. „Es ist schon schwierig, Nachwuchs zu finden, der als Redner in die Bütt steigt“, sagt Arne Wehner, Sprecher der Karnevalsfamilie.

Das war allerdings noch recht am Anfang des Abends. Gefeiert wurde trotzdem kräftig weiter. In diesem Jahr hatte die Karnevalsfamilie den Beginn ihrer Sitzung um eine Stunde nach vorne gezogen. Närrischer Startschuss war um 18.11 Uhr. „Wir wollten – auch aus Rücksicht auf die Nachbarn – nicht so nah an 0 Uhr heran mit dem Programm“, so Wehner.

Los ging’s einst im Rheingarten

Angefangen hatte die Karnevalsfamilie noch unter dem Namen Kolping im Rheingarten, den es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Danach ging es kurz ins katholische Vereinshaus an der Viktoriastraße bevor es an den heutigen Veranstaltungsort, die Glückauf-Halle, ging. Dort wird nun schon seit mehr als fünf Jahrzehnten gefeiert, so ganz genau führen die Karnevalisten darüber kein Buch.

Aber schon immer galt: Vieles ist selbst gemacht. Das reicht von dem imposanten Hallen- und Bühnenschmuck bis zu den Auftritten. Gleich drei Garden hat der Verein: Mini Kids, Daylight Stars und Galaxy Dancers. Außerdem gibt es die Playback-Show „Homberger Sternchen“. Die lassen sich jedes Jahr zur Prunksitzung ein neues Programm einfallen, diesmal waren es die verrücktesten Auftritte, die es jemals bei der ZDF-Hitparade gab mit „Kreuzberger Nächten“ und „Die Wanne ist voll“.

Bis spät in die Nacht wurde geschunkelt

Das Männerballett „Die Rheinperlen“ sorgte genauso für Stimmung wie die „TENA-Ladies“ - und natürlich durfte das bekannteste Eigengewächs des Vereins auch nicht fehlen: „Klaus und Willi“. Ergänzt wurde das Programm von Gästen wie den Bands: Cöllner, Kommando 3 und Swinging Funfars und der Spaßmacherin „De Frau Kühne“. „Wir versuchen auch bei den Rednern, die zu uns kommen, oft solche aus der Umgebung zu nehmen, so war auch schon Markus Krebs bei uns“, erzählt Wehner. Das Publikum hat es jedenfalls auch in diesem Jahr wieder goutiert und bis spät in die Nacht geschunkelt.

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