Stadtplanung

Der Hochemmericher Markt soll schöner werden – nur wie?

Viel versiegelte, graue Fläche und die im Frühjahr verkleinerte Parkflächen für Autos – so präsentiert sich der Hochemmericher Markt.

Viel versiegelte, graue Fläche und die im Frühjahr verkleinerte Parkflächen für Autos – so präsentiert sich der Hochemmericher Markt.

Foto: Ulla Michels

Rheinhausen.   Die Arbeitsgruppe Einzelhandel Hochemmerich will den Platz attraktiver gestalten. Allerdings lediglich mit kosmetischen Veränderungen

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Das von den Bäumen herabfallende, bunte Laub ist aktuell noch der schönste, farbenfrohe Blickfang auf dem Hochemmericher Markt. Ringsum stehen parkende Autos auf den 103 markierten Plätzen. Dazwischen fällt viel trister, grauer Boden auf, der den Platz ziemlich trostlos aussehen lässt. Schön, ist irgendwie anders. Aber wie?

Der Platz, der in eine Fußgängerzone im Bereich des Marktforums und eine Parkzone parallel zur Duisburger Straße geteilt ist, soll attraktiver werden. Das wünschen sich Händler und Bürger gleichermaßen. Die Bezirksvertretung erteilte daher einen Auftrag zur Umgestaltung. Diese sah zunächst im Frühjahr die Verringerung der Parkflächen vor, so die Stadt. Hintergrund hierzu war, dass „der im Juli 2004 beschlossene B-Plan Nr. 1036 Hochemmerich einen Marktplatz vorrangig für den Fußgängerverkehr vorsah, um die Aufenthaltsqualität im Stadtkern von Rheinhausen zu verbessern“ erklärt die Stadt. „Nur ein kleiner Teil ist für Kraftfahrzeuge vorgesehen.“ Die zwischenzeitliche Ausweitung des Parkplatzangebots sei also nicht rechtskonform gewesen, so dass sie zurück genommen wurde.

Seit Frühjahr ist nichts geschehen

Hübscher ist der Platz seither dadurch aber nicht geworden. Im Gegenteil: Nun blicken die Bürger auf noch mehr trostlose, graue Fläche vor dem Marktforum. Bereits im Februar gab es daher „Überlegungen zur Umgestaltung der Fläche, jedoch noch keine konkreten Pläne zu deren Umsetzung“, teilte die Stadt damals mit.

Die Arbeitsgruppe Einzelhandel Hochemmerich – bestehend aus Werbering, Bauverein, Ortspolitik, Bezirksverwaltungsstelle Rheinhausen, Fachverwaltung, Einzelhandelsverband, Duisburg Kontor (Veranstalter des Wochenmarktes) und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg) – wollte sich dem Problem annehmen: ebenfalls im Frühjahr dieses Jahres gab es eine Ortsbegehung. Danach, so Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske in einer Pressemitteilung, „verständigten sich die Teilnehmer auf Maßnahmen zur städtebaulichen Aufwertung der City“.

Das war im Frühjahr. Passiert ist auf dem Hochemmericher Markt seither allerdings nichts. Konkrete Pläne zur Verschönerung gab es auch bisher nicht. Vor ein paar Wochen, so einige Teilnehmer der Arbeitsgruppe, hätte man sich nun wieder in der Runde getroffen, um Ideen zu entwickeln. Welche konkret dies aber für den Markt sind, dazu will niemand etwas sagen.

Freifläche für die Rettungswagen

So manch ein Händler und Bürger fragt sich nun, wo denn überhaupt etwas umgestaltet werden könnte auf der Fläche. „Mittwochs und samstags ist der Platz mit unseren Marktständen belegt“, sagt Rudi Lisken junior, Sprecher der Marktkaufleute. „Und die freie Fläche zwischen dem Marktforum, beziehungsweise der Bestuhlung der Gastronomie am Marktforum und unseren Standflächen ist für die Rettungsfahrzeuge ausgelegt und muss daher frei gehalten werden. Neue Blumenkübel oder andere Dinge lassen sich hier also gar nicht errichten“, so der Markthändler. Und das wirft die Frage auf, ob es Überlegungen gibt, die Fläche statt durch herabfallendes Laub dauerhaft durch bunt bemalten Boden zu verschönern?

Fußgängerzone ausbauen?

„Nein“, sagt Astrid Hanske, „wir wollen das Pflaster nicht bunt streichen“. Auch ein Brunnen oder Ähnliches sei nicht auf dem Marktplatz geplant. „Es sind Kleinigkeiten, kosmetische und planerische Verschönerungen, über die wir in diesem Bereich nachdenken.“ Blumen und Grün seien dabei nur eine Möglichkeit. „Es steht die Frage im Raum, wie es mit einer Fußgängerzone oder einer größeren verkehrsberuhigten Zone im Bereich des Marktes aussieht“, sagt Astrid Hanske. „Aber es wird hier keine Revolution passieren.“

Auf Ergebnisse, die dafür sorgen, dass sich die Bürger auf dem Hochemmericher Markt „gerne dort aufhalten und länger verweilen“, wie es in einer Pressemitteilung der Bezirksbürgermeisterin heißt, müssen Händler wie Kunden aber wohl noch eine Weile warten. Denn von den Teilnehmern der Arbeitsgruppe heißt es dazu, dass dies nicht von heute auf morgen gehen könne, es sei vielmehr „ein stetiger Prozess“...

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