Duisburger Künstler

Der Rheinhauser Ralf Schmitz mag die dunkle Seite der Macht

Der Künstler Ralf Schmitz vor seinen Gemälden. Foto:

Der Künstler Ralf Schmitz vor seinen Gemälden. Foto:

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Der Maler Ralf Schmitz bringt düstere Visionen mit Acryl auf die Leinwand. Ab 1. August lädt er zu seiner ersten Einzelausstellung nach Ruhrort.

Eintauchen in „Dunkle Surreale Welten“ kann man schnell, wenn man die Bilder des Malers Ralf Schmitz näher betrachtet. Es ist eine Mischung aus Surrealismus und fotorealistischen Segmenten, die der gebürtige Rheinhauser in seinen Werken verinnerlicht. Ein Plakat des Kult-Films „Hellraiser“ hängt unmittelbar vor dem Atelier im Dachgeschoss seines Hauses, auf anderen Bildern in seinem Wohnzimmer prangt der Kopf des Monsters aus den „Alien“-Filmen – oder so mancher Totenschädel.

Es ist die „dunkle Seite der Macht“, die den 58-jährigen Maler seit jeher fasziniert. Man ist schnell geneigt, seine Bilder mit der New-Wave-Bewegung aus den 1980er-Jahren in Verbindung zu bringen. „Ich habe zu der Zeit sehr viel die Bands Joy Division und Deine Lakaien gehört“, plaudert Schmitz, der oft die Szene-Diskothek Old Daddy besuchte, über den musikalischen Einfluss auf seine Werke.

Die Kunst wirkt als Ventil nach einem langen Arbeitstag

Eine Kunstschule hat er nicht besucht. Meist malt der Autodidakt mit Acryl auf Leinwand. „Es ist einfach in mir drin, und irgendwann wollten diese düsteren Visionen aus mir heraus“, erzählt Schmitz. „Ich betrachte die Kunst auch als ein Ventil nach einem langen Arbeitstag.“

Schmitz ist als Industriemeister für Metallurgie bei der Duisburger Eisen-Kupferhütte beschäftigt. In den alten Gemäuern der Hütte befindet sich sein zweites Atelier. „Dort sind ungewöhnlich schöne Räume zu finden, eben Industriekultur, die mehr als 100 Jahre alt ist. Die Räume sind zugleich auch Inspiration für mich“, sagt er.

Ein Einfluss des Schweizer Künstlers HR Giger ist nicht zu leugnen

Ein gewisser Einfluss des Schweizer Künstlers HR Giger ist in seinen Bildern nicht zu leugnen. Es sind meist Aktbilder von Frauen, die aber über die Accessoires aus der Industriekultur oder aus der schwarzen Magie eine surreale Wendung nehmen: So fließen in einem Bild die Glieder einer Kettensäge aus den Gliedmaßen einer Frau wie an einer Zunge aneinander gereiht heraus.

Ein Akt mit fotorealistischen Zügen heißt schlicht „Neonbaby“. „Ich habe das Model damals gesehen und ich wusste, dass ich sie in Blau malen werde.“ Dadurch ist allerdings keine blaue Periode wie bei Picasso zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Vielmehr ist dieses Bild ein blaues Unikat geblieben. Seine Werke malt er meist in Grau und Schwarz.

In „Die zwei Gesichter“ hat Schmitz zur Darstellung der beiden Frauenköpfe, die wie Geister miteinander verbandelt zu sein scheinen, ein kräftiges Neongrün verwendet – und damit fast schon einen 3D-Effekt in der Tiefenwirkung geschaffen. Unter dem Titel „Biogenetik“ hat der Künstler sozialkritische Themen in seine Arbeiten aufgenommen. Böse drein schauende Embryonen sind die Ausgeburten einer künstlichen Befruchtung, die in einer Petrischale mit degenerierten Geschlechtsteilen angedeutet wird.

„Die Folge dieser Befruchtungsmethode wird die Degeneration der Menschheit sein“, vermutet Ralf Schmitz in diesem düsteren Szenario. Jetzt stellt der Künstler zum ersten Mal seine Werke in der Sammlung „Dunkle surreale Welten“ in der Galerie „Ruhrkunstort“ an der Fabrikstraße 23 in Duisburg-Ruhrort aus. Ausstellungseröffnung ist am morgigen Samstag, 3. August, um 18 Uhr. Die Bilder sind dann bis zum 30. August im „Ruhrkunstort“ zu sehen.

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