Wütende Bürger

Die gesperrte Cölve-Brücke sorgt weiter für Ärger

Diese Szenerie ist schon fast ein Jahr her: Im September 2017 demonstrierten Bürger an der gesperrten Brücke.An der Lage hat sich seitdem nicht viel geändert.

Foto: Tanja Pickartz

Diese Szenerie ist schon fast ein Jahr her: Im September 2017 demonstrierten Bürger an der gesperrten Brücke.An der Lage hat sich seitdem nicht viel geändert.

Duisburg-Rheinhausen.   Die Interessengemeinschaft Cölve-Brücke hat eingeladen, um gemeinsam Dampf abzulassen. Die Bürger fragen sich, wann es endlich eine Lösung gibt.

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Am Donnerstagabend versammelten sich knapp 70 Menschen, die rund um die Cölve-Brücke wohnen, im Gemeindehaus Auf dem Wege an der Peschmannstraße. Dabei waren unter anderem Anwohner aus Bergheim, Trompet und Rumeln-Kaldenhausen. Sie alle eint, dass sie gehörig die Nase voll haben von der seit über einem Jahr dauernden Brückensperrung.

Eingeladen hatte die Interessengemeinschaft (IG) Cölve-Brücke. Bürger sollten Fragen stellen und auch mal ihren Unmut raus lassen können. Das nutzten viele. Manche erzählten von ganz persönlichen Schreckmomenten, etwa als mal ein Rettungswagen einen solchen Umweg aus Rheinhausen nach Rumeln fahren musste, dass fast ein Familienangehöriger gestorben wäre.

Ein anderer stellte die Frage in den Raum, wieso man sich nicht des Fachwissens anderer Städte bedient: „Solche Brücken wird es doch hundertfach in NRW geben.“ Da würden andere Kommunen doch bereits Erfahrungen mit Um- oder Neubauten haben. Seit den 80er Jahren gebe es Nutzungseinschränkungen an der Cölve-Brücke, dass jetzt erst etwas getan werde, sei viel zu spät. Doris Goebel, eine der IG-Sprecherinnen, brachte das Gefühl auf den Punkt: „Wir lassen uns ganz einfach unser Zuhause nicht kaputt machen, weil Politiker seit 30 Jahren nicht aus dem Quark kommen.“

Nach wie vor herrscht großes Misstrauen, ob eine Behelfsbrücke zeitnah entsteht. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Rheinhausener Bezirksvertretung sagt, dass sich in Moers nun einiges bewege, insbesondere habe ein Umdenken eingesetzt: „Dank der Bürgerinitiative haben wir sie soweit, dass sie wollen.“ Daher sei es wichtig, dass der Druck nun nicht nachlasse und immer wieder für eine neue Überquerungsmöglichkeit der Bahnstrecke getrommelt werde. Auch SPD-Ratsherr Reiner Friedrich kritisierte: „Die Leute in Moers haben sich nie mit der Brücke befasst, sondern bei Anfragen immer nur Schön-Wetter gemacht.“

Behelfsbrücke bis 2019

Die Bürger übten aber auch Kritik an der Stadt Duisburg. Insbesondere sei schlecht geplant, dass nicht nur die Brücke gesperrt sei, sondern auch noch viele andere Straßen in Bergheim, insbesondere rund um den Neubau der Impelmann-Kreuzung. „Alle Wege werden zugemacht und man kommt nirgendwo mehr durch.“ Friedrich sagte, dass auch er das sehr ärgerlich fände, allerdings sei zu der Zeit, als die Baumaßnahmen geplant und genehmigt wurden, noch keine Brückensperrung in Sicht gewesen. Die IG Cölve-Brücke hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis spätestens 2019 eine Behelfsbrücke steht. Dafür will sie sich auch weiter mit aller Macht einsetzen und dürfte dabei eine breite Mehrheit der Bürger hinter sich haben.

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