Jugendhilfeausschuss

Die Zukunft des Jugendzentrums Haus 45 bleibt ungewiss

Kondrad Donaubauer, Einrichtungsleiter von Haus 45, will weiter kämpfen.

Kondrad Donaubauer, Einrichtungsleiter von Haus 45, will weiter kämpfen.

Foto: Haus 45

Duisburg-Homberg.  Das Konzept zur Kinder- und Jugendarbeit wurde im Jugendhilfeausschuss mehrheitlich beschlossen. Über das Haus 45 soll weiter gesprochen werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ist es eine Perspektive, eine Gnadenfrist oder doch nur eine elegante Formulierung für das Unabänderliche? Das Haus 45 der evangelischen Kirche in Homberg muss noch nicht zum Jahresende schließen, weil die städtischen Gelder gekürzt werden. Das soll erst geschehen, wenn zwei Häuser in anderen Stadtteilen an den Start gehen. Das kann im Laufe des kommenden Jahres, aber auch erst 2021 geschehen. Konkret wollte sich Dezernent Thomas Krützberg von der Politik im Jugendhilfeausschuss nicht festlegen lassen. Die Zwischenzeit wolle die Verwaltung nicht untätig verstreichen lassen, sondern Gespräche mit der Kirche und anderen freien Trägern in Homberg führen, um möglichst kreative Lösungen zu finden. Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Es war in der kurzen Debatte immer wieder von Härtefall und Pro­blemfall die Rede. Tenor der Politik ist, das Haus 45 möglichst zu retten. Und zwar, ohne das mühsam geschnürte und mehrheitlich verabschiedete Paket zur offenen Kinder- und Jugendarbeit wieder infrage zu stellen, das für mehrere Stadtbezirke und Einrichtungen Vorteile bringt. Immerhin gibt es unterm Strich 140.000 Euro mehr – nur nicht für Homberg und Rheinhausen.

Am liebsten würden sie, wie mehrere Redner versicherten, die Verwaltung beauftragen, Gespräche zu führen mit dem Ziel, das Haus zu sichern. Aber soweit wollte sich Krützberg nicht aus dem Fenster lehnen. Ihm geht es eher darum, dass das Angebot übernommen wird und damit auch die Kinder und Jugendlichen aufgefangen werden -- ob nun im Jugendheim der Falken, in der städtischen Einrichtung oder andernorts. Auch Hochheide ist kein einfaches Pflaster. Das ist unstrittig.

Klaus Radny, Fraktionschef der CDU in der Bezirksvertretung, die die von der Verwaltung vorgeschlagene Schließung einstimmig abgelehnt hatte, spricht in seiner direkten Art von einem Todesurteil. Die Möglichkeit, dass sich plötzlich noch, wie von Krützberg vage angedeutet, irgendein bislang unentdeckter Fördertopf öffne, sei illusorisch. Er geht davon aus, dass die Verwaltung im Vorfeld gewissenhaft alle Möglichkeiten abgeklopft hat. Aus langjähriger Erfahrung weiß Radny, was es heißt, wenn die Verwaltung ankündigt, noch einmal Gespräche führen zu wollen – nämlich nichts.

Dass eine Einrichtung in einer Stadt wie Duisburg schließen müsse, weil man im Haushalt keine 45.000 Euro finden könne, halte er für ein Armutszeugnis. Bei Bauprojekten gehe es bei Kostensteigerungen um ganz andere Summen. Als stellvertretender Bezirksbürgermeister wollte sich Radny in der Sitzung zu Wort melden, doch Ausschussvorsitzender Peter Ibe erteilte es ihm nicht. Radny will jetzt für künftige Gelegenheiten vom Rechtsdezernenten klären lassen, ob er Rederecht gehabt hätte.

Planungssicherheit hat die Kirchengemeinde jetzt jedenfalls nicht. Die 25 Jugendlichen und Helfer von Haus 45, die mit Einrichtungsleiter Konrad Donaubauer in die Sitzung gekommen waren, beeindruckten die Politiker – zumal sie fast alle in Schwarz-Pink, den Farben des Jugendzentrums, gekleidet waren.

Hinterher war die Stimmung gedrückt. Donaubauer spricht von einer schwierigen Situation. Gemeinsam mit den Jugendlichen hat er für die Zukunft des Hauses gekämpft. Beendet ist das Ringen für ihn noch nicht. Nach der Sitzung startete er erst einmal in eine Wochenendfreizeit, nicht in bester Laune, wie man sich vorstellen kann. Die endgültige Entscheidung trifft zwar erst der Stadtrat am 25. November, aber es gibt keinen Zweifel daran, dass der genauso entscheidet. Da macht sich auch Donaubauer keine Illusionen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben