Politik in Rheinhausen

Duisburg: Astrid Hanske will Bezirksbürgermeisterin bleiben

Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske im Treppenhaus des Bezirksrathauses. Seit Februar 2018 ist sie im Amt.

Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske im Treppenhaus des Bezirksrathauses. Seit Februar 2018 ist sie im Amt.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Ein Besuch in Zimmer 206 im Bezirksrathaus Rheinhausen. Zwei Jahre nach dem Amtsantritt ist Bürgermeisterin Astrid Hanske hier heimisch geworden.

Der Teppich liegt. Genau so, wie vor zwei Jahren angekündigt. Gemütlich sieht der Raum jetzt aus. Neu gekaufte Werke von regionalen Künstlern bringen Farbe an die strengen Altbauwände und der rustikale Schreibtisch blüht umrundet von Topfpflanzen auf. „Nur meine Bananenstaude ist ein bisschen traurig“, sagt Astrid Hanske und zupft an einem welken Blatt.

Sie ist die erste SPD-Frau im Amt

Im Februar 2018 haben wir uns zum ersten Mal hier getroffen. Antrittsbesuch im Bezirksrathaus Rheinhausen, Zimmer 206. Damals war die frisch gewählte Bezirksbürgermeisterin gerade erst eingezogen und hatte im kargen Amtszimmer fürs erste ihre helle Häkeldecke der rot-weiß karierten Tischdecke von Amtsvorgänger Winfried Boeckhorst übergestülpt. Eine Kleinigkeit, die Symbol dafür ist, dass sie sich als erste SPD-Frau in diesem Amt den neuen Arbeitsplatz hartnäckig erkämpfen musste. Viele Fragen, wenig Unterstützung – so in etwa lässt sich der herausfordernde Start vor zwei Jahren aus Sicht der 64-Jährigen beschreiben.

Sie spricht gern von einer Bundespräsidentin im Miniformat

„Das sieht doch jetzt gut aus hier, oder?“, sagt Astrid Hanske mit einem herzhaften Lachen und stemmt die Hände in die Hüften.

Sie ist nicht nur mit ihrem Büro am Körnerplatz warm geworden, sondern auch mit ihrem Job, den sie so gerne „Bundespräsidentin im Miniformat“ nennt. „Ich habe so tolle Bürger hier im Bezirk“, schwärmt sie, die eine üppige Portion Geselligkeit im Blut hat.

Das ist nicht zu übersehen, denn wenn irgendwo etwas eröffnet wird, wenn gefeiert oder auch getrauert wird, dann ist sie dabei. „Das ist so schön, dass die Leute mich mittlerweile kennen“, sagt die Bezirksbürgermeisterin und schiebt selbstbewusst hinterher: „Wenn ich zum Volksparkkonzert gehe, dann freuen sich die Menschen, dass ich da bin.“

Eine, für die ein Glas tendenziell eher halbvoll als halbleer ist, richtet den Blick zunächst auf all das, was gut ist. Auf die Lösung für die Cölve-Brücke zum Beispiel. Auf die Sanierung von Straßen, die angelaufen ist. Auf den Seniorenspielplatz, der gebaut wird. Auf die vielen Pflanz- und Müll-weg-Aktionen. Und auf engagierte Initiativen wie „Du bist Rheinhausen“ oder Bürger wie den türkischen Schriftsteller Ali Yakar, den Mittler zwischen den Kulturen, Geschichtserzähler Heinz Billen oder den Geschäftsmann Abdullah Altun, der sich für ein besseres Leben im Duisburger Westen einsetzt. Astrid Hanske ist Politikerin, natürlich. Da freut man sich vor allem in Wahlkampfzeiten gerne öffentlich über Erfolge.

Ja, sie hat Lust auf eine weitere Amtszeit als Bezirksbürgermeisterin

Und was ist faul in Duisburgs westlichem Bezirk? Astrid Hanske nennt auch die Probleme beim Namen. Die aktuelle Debatte um den Schwerlastverkehr und die campierenden Fernfahrer brennt in Rheinhausen. In der Fußgängerzone gibt es immer mehr leerstehende Ladenlokale. Die marode Gaterwegbrücke und die in die Jahre gekommene Feuerwache in Friemersheim müssen angepackt werden. Es gibt genügend Anlässe, um die Ärmel hochzukrempeln.

„Ich würde gerne noch ganz viel tun“, sagt Astrid Hanske und beantwortet damit die noch nicht gestellte Frage, ob sie Lust auf eine weitere Amtszeit als Bezirksbürgermeisterin hat. Oh ja, sie will! Ihre Augen blitzen, sie wird sich zur Wahl stellen: „Ich bin wieder dabei.“ Das wäre auch eine Chance für die Bananenstaude, sich doch noch im Zimmer 206 am Körnerplatz zu akklimatisieren.

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