Kindertheater

Duisburg: Das Festival „Kaas & Kappes“ ist eröffnet

Das Theaterfestival in Duisburg-Rheinhausen ist eröffnet. Die Truppe Bonte Hond aus den Niederlanden zeigte das Stück „Get’M“.

Das Theaterfestival in Duisburg-Rheinhausen ist eröffnet. Die Truppe Bonte Hond aus den Niederlanden zeigte das Stück „Get’M“.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Das niederländische Theaterstück „Get`M“ begeisterte die jungen Zuschauer im Komma-Theater in Rheinhausen mit vielen Slapstickeinlagen.

Die Kinder kreischen und lachen. Sie zeigen mit ihren Fingern auf die Bühne und wollen den Darstellern Tipps geben, wo das rote Mikrofon versteckt ist, das scheinbar ein Eigenleben entwickelt hat und Objekt der Begierde ist. Die Grenzen zwischen Zuschauern und Schauspielern verschwimmen. Und alle haben sichtlich Spaß. Das Stück „Get`M“, das die Truppe Bonte Hond aus den Niederlanden aufführt, eröffnet das niederländisch-deutsche Kinder- und Jugendtheaterfestival Kaas & Kappes im Komma-Theater mit einem Paukenschlag.

Höhepunkt ist ein Autorenpreis, der am Sonntag verliehen wird. Dafür hatten insgesamt 137 Autoren Werke eingereicht. Bis dahin gibt es jeden Tag ein Stück aus dem Bereich Kinder- und Jugendtheater zu sehen. Drei Stücke kommen aus den Niederlanden, eines aus Deutschland. Das Stück „Get`M“, das sich Jungen und Mädchen verschiedener Einrichtungen aus Rheinhausen ansehen, kommt dabei fast gänzlich ohne Sprache aus.

Fast so rasant wie Tom und Jerry

Es geht um den Streit dreier russischer Fernsehmoderatoren um das Mikro. Jeder möchte gerne hineinsprechen oder -singen. Ist dies der Fall, kommen die Stimmen vom Tonband, die Darsteller bewegen lediglich ihre Lippen zu einer fremden Sprache. Was sie sagen wollen, bleibt ungeklärt, spielt aber auch keine Rolle, denn der Kampf um das Mikro steigert sich schnell, eine Slapstickeinlage führt zur nächsten. Bisweilen geht es zu wie bei einer Mischung aus Tom und Jerry, Bugs Bunny und Laurel und Hardy.

Das fantasievolle Bühnenbild bietet den Charakteren dabei viele Möglichkeiten, sich zu verstecken, ab- und aufzutauchen und ermöglicht auch ein hohes Maß an Puppenspiel. Immer wieder verschwinden die Darsteller hinter dem Bühnenbild. Ihre Jagd nach einander und dem knallroten Mikro geht rasend schnell. Irgendwann wissen alle drei nicht mehr, wer das Mikro eigentlich zuletzt hatte, oder ob es sich mittlerweile verselbstständigt hat. Gut, dass die Kinder im Zuschauerraum bestens aufpassen. Sie springen von ihren Sitzen und zeigen auf einen der Darsteller, der sich schließlich umdreht – er hat das Mikro auf dem Rücken kleben.

Wirklich auf den Sitzen hält es schließlich keinen der kleinen Zuschauer. Immer wieder wird es brüllend laut im Theatersaal, wenn das Mikro wieder den Besitzer wechselt und sich einer der Schauspieler damit aus dem Staub machen will. Bis schließlich alle drei nach dem Mikro suchen und es mit großen, aufgeklebten Augen in die Zuschauerränge blickt und sich selbst auf die Flucht begibt. Dass am Ende doch alle versöhnlich mit dem Mikro schmusen, ist dann wieder den aufmerksamen Zuschauern zu verdanken.

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