Hunde-Serie

Duisburg: Drama um die Hundewiese am Toeppersee

Hundefreund Gerhard Krebs steht an der Schranke, die Autos die Zufahrt zur Freilauf-Fläche verwehrt.

Hundefreund Gerhard Krebs steht an der Schranke, die Autos die Zufahrt zur Freilauf-Fläche verwehrt.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.  Seit Jahren gibt es Debatten über die Hundewiese am Toeppersee. Viele Hundehalter hätten gerne Zugang zum Wasser. Doch das ist zu gefährlich.

Gerhard Krebs kratzt sich etwas ratlos am Kopf. Er weiß gar nicht so recht, wo er anfangen soll zu erzählen. So viel Hickhack hat es seit 2007 um die gewünschten, geplanten und wieder verworfenen Pläne für eine vernünftige Hundewiese am Toeppersee gegeben. Die Geschichten und Hintergründe kennt er alle. Schließlich war er von Anfang an dabei, als eine zuerst kleine Gruppe von Hundebesitzern im Umfeld damit anfing, sich Gedanken um eine neue Wiese zu machen. Zum Schluss waren es an die hundert Personen, die mit Unterschriftenaktionen und Briefen eine Freilauffläche für ihre Hunde am Toeppersee schaffen wollten. Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Ganze Aktenordner hat Gerhard Krebs gefüllt mit Presseberichten und der Kommunikation mit Stadt und Lokalpolitik. „Wenn Sie sich hier umschauen, dann wird schnell klar, dass es am See keinen Spielraum für eine größere Wiese gibt“, erklärt er. Gemeint ist das schmale Areal hinter dem „Seeyou Sportpark“, das sich links um den See verjüngt. „Früher war die Fläche, wo heute der direkte Parkplatz des Seeyou ist, als Hundewiese angedacht, aber das klappte auch nicht, wie Sie ebenfalls sehen.“ Zu sehen sind parkende Autos und ein angelegter Parkplatz. Das Wäldchen, das sich dahinter abzeichnet, ist ebenfalls tabu. Das gehört zum Teil dem Betreiber der Wasserskianlage und wird zum anderen vom Förster bewirtschaftet.

Krebs ist weder verärgert noch verzagt darüber, dass das Thema sich über die Jahre hinweg so nahezu ergebnislos gezogen hat. Den Kampf als erfolglos zu bezeichnen wäre falsch, denn es gibt ja eine Wiese, auf der Hunde frei laufen dürfen. Allerdings hat sie keinen Wasserzugang mehr wie früher und ist für größere Hunde viel zu klein. Dennoch hat die Verlegung weg vom Wasser sehr gute Gründe. Und zwar stahlharte, vor denen auch Krebs jeden Hundebesitzer, aber auch jeden Schwimmer eindringlich warnt, der die Verbotsschilder missachtet und trotzdem in den See watet.

Gefahr durch Eisenstreben

Direkt in Ufernähe ragen, teilweise nur ein paar Zentimeter hoch, die spitzen Rudimente von massiven Eisenstreben heraus. Jedes von ihnen knapp einen Zentimeter breit, verrostet und bei ahnungslosen Badegästen ebenso wie bei Hunden eine sehr ernst zunehmende Gefahrenquelle. „Man bekommt das im Sommer öfter mit, wenn die Wasserskifahrer vom Brett fallen, zum Ufer waten und dann umgehend ärztliche Hilfe benötigen“, erzählt der Rentner, der diese Vorfälle eigenen Angaben zufolge von der sicheren Hundewiese aus schon beobachtet hat. Auch ein Vierbeiner soll hier schon zu Tode gekommen sein, weil er ins Wasser sprang und sich regelrecht aufspießte.

Die Stadt bestätigt einen Vorfall mit einem Hund und weist darauf hin, dass die Verbotsschilder durchaus ernst zu nehmen seien. Von Lebensgefahr ist allerdings weit und breit nichts zu lesen. Der zweite Grund, warum die Hundewiese zum Schutz der Tiere weiter vom Ufer weg verlegt wurde, liegt schlichtweg im Sicherheitskonzept der Wasserskibahn. Die Betreiber bestätigen, dass der TÜV keine Badegäste, ob nun menschliche oder tierische, im Bereich von 25 Metern am Ufer zulässt. Falls ein Seil reißt, wäre die Peitschenwirkung für alle eine tödliche Gefahr. Konkrete Warnschilder diesbezüglich gibt es allerdings ebenfalls nicht und an schönen Sommertagen ist die Uferlinie bei Ausflüglern ein heiß umkämpftes Terrain.

Gerhard Krebs und seine Mitstreiter haben sich momentan mit der Situation arrangiert und wachen beinahe liebevoll über ihr Grünareal. Doch auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein. „Neulich war die ganze Wiese völlig durchwühlt, weil Auto- und Motorradfahrer mit Vollgas Kreise gedreht haben“, berichtet er. Ebenso musste er lange für den mittlerweile aufgestellten Mülleimer samt Hundekotbeutel kämpfen. „Den haben wir nur bekommen, weil die Stadt ihn übrig hatte“, erklärt er. Ob noch einmal Bewegung in die Wiesendiskussion kommen kann, ist momentan völlig offen. Seit 2014 herrscht Stillstand, allerdings gab es unlängst Diskussionen, die Wiese doch zu erweitern. Das avisierte Areal war allerdings so zugewuchert und von der Bodenbeschaffenheit so uneben, dass es nicht geeignet ist.

Was auch immer sich tun wird, einen Hundestrand, wie es öfter noch im Internet zu lesen ist, wird es wohl nicht mehr geben.

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