Projektstart

Duisburger Gemeinde lädt Bedürftige zu Suppe am Samstag ein

Tanja Pavlic, Daniel Nowak und Andreas Pavlic von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (v.l.) laden zur Suppe am Samstag in Rheinhausen ein.

Tanja Pavlic, Daniel Nowak und Andreas Pavlic von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (v.l.) laden zur Suppe am Samstag in Rheinhausen ein.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Rheinhausen organisiert Suppe am Samstag. Eingeladen sind nicht nur Menschen, die unter Armut leiden.

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Gerade einmal zwölf Stunden ist es her, dass die Geschenke-Insel an der Bergheimer Schmiedestraße mit gespendeten Lebensmitteln gut gefüllt war. Am nächsten Morgen aber blickt Daniel Nowak von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in eine leere Hütte und sieht darin wieder einmal die Bestätigung für das 2018 gestartete Projekt: „Die Armut ist groß in diesem Stadtteil.“ Und das ist gleichzeitig auch der Grund, wieso er gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern die Suppe am Samstag (SamS) ins Leben gerufen hat.

Die Idee kam Andreas Pavlic von der Gemeindeleitung in einer ganz alltäglichen Situation. „Es hat alles angefangen mit: Schatz, bring mal den Müll runter“, erzählt er. „Da ist mir erst einmal bewusst geworden, wie viele Lebensmittel wir eigentlich wegschmeißen.“ Denn während er mit seiner Frau Tanja wie viele andere auch im Überfluss lebt, mangele es anderen am Nötigsten. Zwar gibt es die Tafel, doch bei vielen sei die emotionale Hemmschwelle zu groß. „Viele Rentner haben ihr Leben lang gearbeitet und schämen sich, jetzt auf Hilfe angewiesen zu sein“, so Pavlic. Doch es gehe ihnen nicht um eine politische Aussage, wie er gleich betont: „Wir wollen gerne mit Menschen teilen. Und weil wir Suppenkasper sind, war die Idee zur SamS schnell geboren.“

Generalprobe mit Hacksuppe

Bei Nowak stießen die beiden dabei sofort auf offene Ohren. „Ich kann gut kochen, sitzen und zuhören“, sagt er selbst mit einem breiten Lächeln. Dem Hobby-Koch ist es jedoch besonders wichtig, „mit guten Lebensmitteln frisch zu kochen.“ So wie Zuhause eben. Eine kleine Generalprobe mit Hacksuppe gab es bereits. Und die war ziemlich lecker, wie alle Vorkoster voller Überzeugung bestätigen. In Zukunft soll es außerdem an einem schön eingedeckten Tisch im Gemeindehaus noch einen gesunden Nachtisch und Kaffee geben. „Wir wollen, dass sich die Menschen hier wohl und willkommen fühlen“, erklärt Pavlic. „Ganz egal, welcher Nationalität, Kultur oder Religion, alle sollen sich wertgeschätzt fühlen.“

Denn es geht um mehr als um einen warmen Bauch von Menschen, die sich sonst keine richtige Mahlzeit leisten können. „Auch Einsamkeit ist ein Zeichen von Bedürftigkeit und kann manchmal sogar noch schlimmer als Armut sein“, weiß Nowak. Ob es die Rentnerin ohne Kinder oder die alleinerziehende Mutter ist, Einsamkeit zieht sich durch alle Altersstufen und die gesamte Gesellschaft. „Für zwei, drei Stunden aus dem Alltag herausgerissen zu werden, kann schon viel bewirken“, so Nowak. Und wo lässt es sich einfacher ein nettes Gespräch beginnen als bei einem leckeren Essen?

>>> Infos zur Suppe am Samstag und Geschenke-Insel

  • Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde lädt jeden ersten und vierten Samstag im Monat von 12 bis 13.30 Uhr ins Gemeindehaus, Schmiedestraße 10. Die erste Suppe am Samstag findet am 25. Januar statt. Eine Anmeldung vorab ist nicht nötig.
  • Spenden für die Geschenke-Insel am Gemeindehaus sind jederzeit willkommen. Lebensmittel sollten allerdings haltbar sein, so wie beispielsweise Kaffee, Eier oder Nudeln. Alkoholische Getränke sortieren die Verantwortlichen sofort aus. Außerdem ist ein großer Bedarf an Hygieneartikeln vorhanden.
  • Wer auf der Suche nach einem Gespräch ist, kann einen Zettel mit seiner Nummer in den Kummer-Kasten schmeißen.
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