Bus und Bahn

DVG und Niag fahren im Duisburger Westen auf eigenen Wegen

Niag-Bus bei voller Fahrt. Die Verkehrsgesellschaft bedient außer den Städten Wesel und Kleve auch den Duisburger Westen.

Niag-Bus bei voller Fahrt. Die Verkehrsgesellschaft bedient außer den Städten Wesel und Kleve auch den Duisburger Westen.

Foto: Achim von Allwörden / Nein

Duisburg-Homberg.  Holger Krause kritisiert schlechte Absprachen zwischen den Verkehrsbetrieben Niag und DVG. Sein Vorwurf: Entweder es kommt keiner oder beide.

Holger Krause ist irritiert. Er wohnt in Homberg, Nähe Ottostraße, und steigt dort in den Bus, wenn er nach Duisburg-Mitte oder zum Hauptbahnhof will. Dort verkehren die 929 und die 926. Ein gutes Angebot also, dass ihm bisweilen jedoch kurios erscheint. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) bedient die Strecke ebenso wie die Moerser Verkehrsgesellschaft Niag. Und zwar fast identisch. „Beide Busse beider Verkehrsunternehmen fahren jeweils zum gleichen Zeitpunkt eine ganze Weile dieselben Haltestellen an“, wundert sich Krause. „Entweder kommt keiner oder beide. Wieso wird das nicht gleichmäßiger verteilt? Das ist doch keine Zusammenarbeit. Und an den Info-Schaltern bekommt man dazu von keiner Seite Auskunft.“

Neu ist Krauses Kritik nicht. Bei früheren Diskussionen mit Bürgern über den neuen Nahverkehrsplan kam das Problem einer mangelhaften Absprache zwischen den beiden Verkehrsbetrieben bereits zur Sprache. Die Kooperation aus der kommunalen DVG mit Moerser und Krefelder Verkehrsbetrieben sollte im Sinne der Daseinsversorgung gut funktionieren - das hatte Ralf Zigan vom Duisburger Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement bei einer Debatte zur Verkehrsanbindung der Friemersheimer Eisenbahnsiedlung bekräftigt.

Immer um Viertel vor und Viertel nach geht es in die Duisburger City

Holger Krause erlebt es anders. Gerade sonntags führen von der Ottostraße aus zwei Busse mit gleichermaßen wenig Menschen darin hintereinander her in Richtung City. Ein Blick in den Fahrplan bestätigt: Samstags, sonn- und feiertags starten die Busse stündlich um rund Viertel nach - werktags zu den Stoßzeiten morgens und abends um rund Viertel vor und Viertel nach.

Nanu?

Auch Kathrin Naß von der DVG kann das Problem so schnell nicht lösen. Ihr lag im Januar noch ein altes Niag-Fahrtenbuch vor - seit 1. Dezember gilt aber auch dort ein neuer Fahrplan. Absprachen mit der Niag gibt es, sagt sie - ebenso wie mit anderen Kooperationspartnern wie der Düsseldorfer Rheinbahn. „Wir versuchen das abzustimmen - aber die Städte haben auch ihre eigenen Forderungen und Belange.“ So kämen Überschneidungen der Anbieter über Haltestellen hinweg durchaus vor, vor allem an sehr langen Straßen, auf denen sich mehrere Haltepunkte befänden. „Das wird von den Fahrgästen aber in der Regel gut angenommen“, staunt Kathrin Naß. Deshalb kann sie Klagen über die Doppelversorgung schwer nachvollziehen: „Das ist doch besser, als wenn ein Angebot nicht ausreicht.“

Die Sache mit dem Studenten, der aus Moers nach Duisburg muss...

Das findet auch Michael Block, Sprecher der Niag. Er bestätigt: In der Tat verkehrten die Linien 929 und 926 nahezu zeitgleich. Und das aus gutem Grund! Im Fall der Linie 929 würden insgesamt 24 Stationen zwischen Neukirchen-Vluyn und Duisburg bedient, erläutert er. Dass dabei eine Reihe Haltestellen gemeinsam mit Bussen der DVG angesteuert würden, sei normal - biete dies Fahrgästen doch die Möglichkeit, unterwegs auf andere Busse umzusteigen, etwa wenn Studenten von Moers aus zur Duisburger Uni müssten. „Die Strecken sind immer aus der Gesamtsicht zu prüfen. Wir sind Dienstleister in den Kreisen Wesel und Kleve, ein Teil fährt im Westen Duisburgs.“ Da gelte es, allen Ansprüchen gerecht zu werden.

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