Kultur

Ein Kunst- und Kulturtreff für Homberg

Friedhelm Fendel (l), Ralf Schneider (2.v.l.) und Kai-Uwe Holze (r) mit Kea Holze und Künstler Horst Bartnig (Mitte)

Friedhelm Fendel (l), Ralf Schneider (2.v.l.) und Kai-Uwe Holze (r) mit Kea Holze und Künstler Horst Bartnig (Mitte)

Foto: WAZ FotoPool

Ein Steuerberater, ein Werbebüro und eine Kunstgalerie ziehen gemeinsam in der Königstraße 16 ein

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Begonnen hat alles mit einer Idee, die an einer Theke entstand, nicht jedoch in einer Bierlaune und ganz und gar nicht als Schnapsidee. Drei Freunde und Geschäftsleute Friedhelm Fendel, Kai-Uwe Holze und Rainer Schneider kannten sich vom Homberger Ruderklub Germania und wollten etwas für den Stadtteil tun. Da traf es sich gut, dass Steuerberater Fendel seine Kanzlei aus der Innenstadt in die Stadt im Grünen verlagern wollte und auch die anderen beiden Klubkameraden, Kunsthistoriker Holze und Werbefachmann Schneider, suchten nach neuen Herausforderungen. Jetzt eröffneten sie gemeinsam an der Königstraße das „K16 am Rhein“, ein Ort für „Kunst und Dienstleistungen“.

„Das Haus lebtvon seiner Lage“

Zur Einweihungsfeier kamen Freunde, Klienten und Vertreter der Lokalpolitik. Sie alle staunten nicht schlecht, als sie den Altbau aus der Kaiserzeit betraten. Für große Augen sorgte allerdings vor allem der kleine Garten, der direkt am Rhein gelegen ist. Mit einem Sektglas in der Hand blickten die Gäste auf das andere Ufer des Stroms und sahen Schiffe vorbeifahren, die etwa Kohle transportierten. „Wenn dieses Haus erzählen könnte, würde es von der Kaiserzeit und dem Ersten Weltkrieg erzählen“, sagte Fendel, der das Gebäude mit seiner Ehefrau gekauft hat. Auch mit der Schifffahrt ist der Bau verbunden. Zuletzt waren dort Büros der See-Transit GmbH beheimatet.

„Das Haus lebt von seiner Lage, aber nun müssen wir es mit Leben füllen“, sagte Fendel. „Wir vereinen hier Arbeiten, Kultur und Wohnen“, in der dritten Etage sollen zwei Ferienwohnungen entstehen. „Es soll ein Kunst- und Kulturtreff sein, unser Bekenntnis zum wunderschönen Homberg am Niederrhein, wo die Entwicklungen in der letzten Zeit bisher wenig positiv waren.“

Als gebürtiger Homberger möchte Fendel mit seinen beiden Ruderfreunden einen kleinen Beitrag zur Verbesserung leisten. Dabei hilft nicht nur der Umzug der Steuerberatungsgesellschaft Fendel Consult und des Werbe- und Kommunikationsbüros Rasch Multimedia, sondern vor allem die Ansiedlung der Galerie „Kunst Konzepte Realisation“. „Gute Kunst muss schon an die Wände, sonst werde ich blind“, sagte Inhaber Kai-Uwe Holze. Unter guter Kunst versteht er etwa die Werke des preisgekrönte Berliner Künstlers Horst Bartnig. Dieser weiht mit seiner Ausstellung „unterbrechungen konkrete grafik“ nun den neuen Galeriestandort ein. Drei bis vier Mal im Jahr sollen international bekannte Künstler fortan im „K16 am Rhein“ ausstellen und Homberg als Kulturstandort etablieren. Einen besseren Auftakt könne sich Holze nicht vorstellen. „Horst Bartnig ist einer der renommiertesten Künstler im Bereich der konkreten Kunst.“ Seine Werke seien in fast allen namhaften Sammlungen zu finden.

Auftaktausstellung läuft bis September

„Ein Strich ist ein Strich und eine Form ist eine Form“, erläuterte Bartnig seine Kunstrichtung. „Ein Bild täuscht nichts vor und bildet nichts ab. Meine Kunst versucht entsprechend der Zeit in der wir leben – eine Zeit, in der wir auf den Mond fliegen können – ehrlich zu sein.“ Für die Besucher seiner Vernissage, die bei der Firmeneröffnung gleich mitgefeiert wurde, hatte Holze einen Tipp parat: „Seine Bilder erschließen sich erst durch Bewegung, indem man daran vorbeigeht, verändert sich der Blickwinkel und damit das Bild.“ Wer die eintrittsfreie Ausstellung, die bis September läuft, besuchen will, möge sich unter 02066/ 397086 anmelden.

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