Sanierung

Erster „Weißer Riese“ soll im Frühjahr 2019 gesprengt werden

An der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 läuft derzeit die Schadstoffsanierung.

An der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 läuft derzeit die Schadstoffsanierung.

Foto: Lars Fröhlich

Homberg-Hochheide.   Kein Abbruch der Schrottimmobilie mehr im laufenden Jahr, die Doppelsprengung Friedrich-Ebert-Straße 10-16 und Ottostraße 24-30 ist vom Tisch.

Sie haben ihren Spruch wie jedes Jahr aufgesagt, und wie (bisher) jedes Jahr, ist nichts daraus geworden: „Im nächsten Jahr fällt der erste ‘Weiße Riese’“, lautet der Satz, wahlweise ausgesprochen von Politikern oder Behördenmitarbeiten aus dieser Stadt. Auf ein Neues, 2018 sollte nun wieder einmal die erste marode und längst leergezogene Schrottimmobilie dem Erdboden gleich gemacht werden.

Es war sogar eine Zeit lang davon die Rede, gleich beide Ex-Wohntürme (Friedrich-Ebert-Straße 10-16 und Ottostraße 24-30) innerhalb eines Tages zu sprengen. Verzögerungen durch neue Asbestfunde und eine fehlerhafte Ausschreibung sind hinlänglich bekannt, nun steht fest, was viele längst vermuteten: Auch 2018 fällt kein „Weißer Riese“.

Laut Informationen der Redaktion soll es im Frühjahr 2019 soweit sein, dann ist das Haus Friedrich-Ebert-Straße 10-16 (60 Meter hoch, ehemals 320 Wohnungen) bereit, sprich, komplett entkernt für die Sprengung. Die Stadtverwaltung hüllt sich in der Sache in Schweigen. Auf Anfrage teilte eine Sprecherin mit: „Es gibt derzeit keinen neuen Sachstand.“ Man wolle sich aber melden, so es etwas anderes als Wasserstandsmeldungen zu kommunizieren gebe, heißt es weiter.

Unterschiedliche Sanierungsdauer

Zur möglichen Doppelsprengung heißt es aus dem Rathaus, man habe mehrfach kommuniziert, dass dies keinen wirtschaftlichen Vorteil mehr bieten würde. Die Schadstoffsanierung der beiden Bauten sei nicht gleichzeitig fertig „Deswegen ist diese Variante vom Tisch.“

Das sind die Weißen riesen in Hochheide

Die sechs jeweils 20 Etagen hohen Bauten (drei Mal 160 Wohnungen, drei Mal 320 Wohnungen) wurden 1974 auf einem Teil des Geländes der Rheinpreußensiedlung fertiggestellt. Hier eine Übersicht:

Das Haus Ottostraße 18/20 (160 Wohnungen) ist komplett saniert, gehört einer Eigentümergemeinschaft und ist voll belegt.

Ottostraße 24-30 ist seit Jahren leergezogen, zur Ruine verkommen, Name im Volksmund: „Größter Taubenschlag Deutschlands“. Das Haus hat die Stadt bei einer Zwangsversteigerung erworben und will es abreißen.

Ebenso leergezogen ist das Haus Friedrich-Ebert-Straße 10-16. Sprengtermin: Voraussichtlich Frühjahr 2019.

Ottostraße 54-56 gehört dem Ruhrorter Unternehmer Heinz Fromberger, soll nahezu voll belegt sein. Auch hier denkt die Stadt laut Informationen der Redaktion an einen Abriss, möchte das Gebäude kaufen.

Ottostraße 58-64 gehört einer Eigentümergemeinschaft, laut Aussage der Verwalterin Beate Schwegmann sind 70 Prozent der 320 Wohnungen vermietet.

Der „Rote Riese“, für zwölf Millionen Euro saniert, steht an der Hanielstraße 36/38. Er soll zu rund zwei Dritteln belegt sein.

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