Strafzettel

Falsches Knöllchen? Hombergerin fühlt sich unfair behandelt

Auf dem Parkplatz Kirchstraße Ecke Moerser Straße darf man mit einer Parkscheibe 2,5 Stunden parken.

Foto: Ulla Michels

Auf dem Parkplatz Kirchstraße Ecke Moerser Straße darf man mit einer Parkscheibe 2,5 Stunden parken. Foto: Ulla Michels

Duisburg-Homberg.   Alina Hummes erhielt einen Strafzettel - dabei will sie sich vorschriftsmäßig verhalten haben. Fotos sind so schlecht, dass sie nichts beweisen.

Als Alina Hummes losfuhr, traute sie ihren Augen kaum: Da flatterte ein Knöllchen hinter ihrem Scheibenwischer. Sie hatte den Strafzettel glatt übersehen. „Ich habe einfach nicht damit gerechnet“, räumt sie ein. An diesem Januartag stand ihr Auto auf dem Parkplatz Moerser Straße/Kirchstraße in Homberg-Hochheide.

Vor dem Einkaufen, schildert sie, habe sie die Parkscheibe korrekt eingestellt und auf die linke Seite des Armaturenbretts gelegt. Zweieinhalb Stunden sind maximal erlaubt - etwa 30 Minuten sei sie weg gewesen. „Und dann so etwas.“ Der Vorwurf: Parken ohne Parkscheibe. Alina Hummes war wütend und nahm sich vor, die Strafe nicht zu zahlen. Es ginge zwar nur um zehn Euro, „aber ich sehe das nicht ein.“

Alina Hummes rief beim Ordnungsamt an, beschwerte sich. Daraufhin schickte man ihr Fotos, die als Beweismittel auf dem Parkplatz entstanden sind. Alina Hummes hat die Ausdrucke mitgebracht. Sie zeigen ihr Auto, einen Citroen, von vorn und von der rechten Seite aus. Auf den Bildern sieht man keine Parkscheibe. Kein Wunder, denn was Alina Hummes wahnsinnig ärgert: Man kann sie darauf auch nicht sehen.

Beschwerdebrief an die Verwaltung

Auf den Bildern ist die Spiegelung durch die Windschutzscheibe so stark, dass man nicht ins Fahrzeug hinein gucken kann. Oder die Fotos entstanden von der Beifahrerseite aus, auch von dort lässt sich nicht erkennen, ob etwas auf dem Armaturenbrett liegt. „Warum“, fragt Alina Hummes, „fotografiert die Verkehrsüberwachung denn nicht von der linken Seite aus? Dort sitzt doch der Fahrer.“

Sie habe schon mal einen ungerechtfertigten Strafzettel erhalten, berichtet sie. Damals, in Krefeld, war ein Parkschein angeblich abgelaufen. Als sie ihn bei der Stadt als Gegenbeweis vorlegte, zog man die Strafe zurück. Jetzt also Duisburg, diesmal hat sie nichts in der Hand. Sie rief wieder beim Ordnungsamt an und beteuerte; die Parkscheibe lag aus, auf den Fotos sehe man gar nichts. Vergeblich. Man kenne den Mitarbeiter seit 25 Jahren und lege die Hand für ihn ins Feuer, erfuhr sie.

Das Verwarngeld habe sie erhalten, da sie ohne Parkscheibe geparkt habe, reagiert ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage dieser Zeitung. Und auch hier: „Es bestehen von Seiten der Stadt Duisburg leider keine Zweifel, dass die Verwarnung ordnungsgemäß ausgestellt wurde.“ Auf keinem der vorliegenden Fotos sei eine Parkscheibe zu erkennen. Und: „Trotz der eingeschränkten Bildqualität müsste eine ausliegende Parkscheibe dennoch erkennbar sein.“

Verwarnung ist auch ohne Fotos rechtsgültig

Darüber hinaus dienten die Fotos als zusätzliches Beweismittel. Eine Verwarnung sei auch ohne sie rechtsgültig - die Angaben der Verkehrsüberwachung reichten völlig aus. Und, zur Information: Wenn ein Verwarnungsgeld nicht bezahlt würde, erginge rechtens ein Bußgeldbescheid. Gegen diesen könne man dann „selbstverständlich Einspruch einlegen“. Dieser führe zu einer gerichtlichen Überprüfung.

Alina Hummes hat der Stadtverwaltung einen Brief geschrieben und sich beschwert. Sie fühlt sich unfair behandelt: Sie sei mit der Dokumentation der Beweisführung sehr unzufrieden, außerdem sei man ihr gegenüber sehr unfreundlich gewesen.

Das Verwarngeld wird sie trotzdem bezahlen. Der Betrag sei gering, ein Bußgeldverfahren könnte unter Umständen auch teurer werden, fürchtet sie. Und das ist es wiederum auch nicht wert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik