Jubiläum

Feierstunde in Homberg für ein Krankenhaus namens „Johannes“

Weihbischof Rolf Lohmann kam nach Duisburg-Homberg, um das 125. Jubiläum des Malteser-Krankenhauses St. Johannes-Stift zu feiern. Foto:

Weihbischof Rolf Lohmann kam nach Duisburg-Homberg, um das 125. Jubiläum des Malteser-Krankenhauses St. Johannes-Stift zu feiern. Foto:

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg.  Im Volksmund wird das Homberger Malteser-Krankenhaus schlicht beim Vornamen genannt. In diesem Jahr feiert „Johannes“ den 125. Geburtstag.

Das St.-Johannes-Krankenhaus in Homberg wird in diesem Jahr 125. Das wird am Samstag, 7. September, mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bereits am Sonntag fand der offizielle Festakt statt.

In der Bevölkerung werde es einfach nur „Johannes“ genannt, immerhin ist die offizielle Bezeichnung „Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift“ auch ein ziemliches Wort-Ungetüm, hieß es am Anfang des Festgottesdienstes in der benachbarten St. Johannes Kirche.

Weihbischof erinnerte an den christlichen Auftrag von Krankenhäusern

Weihbischof Rolf Lohmann, der als Regionalbischof für den Niederrhein zuständig ist, erinnerte an den christlichen Auftrag von Krankenhäusern in konfessioneller Trägerschaft. „Der Auftrag von uns Christen ist es, für einander da zu sein. Gerade auch in schwierigen Zeiten von Krankheit.“ Man müsse den ganzen Menschen in den Blick nehmen. Leider bleibe heutzutage beim ganzen Strukturieren der Mensch auf der Strecke.

„Es darf nicht immer nur um wirtschaftliche Zahlen gehen, so wichtig das für den Fortbestand ist“, so Lohmann. Wenn nur noch nach ökonomischen Gesichtspunkten gehandelt werde, stimme etwas nicht. „Das Kreuz, welches auf den Zimmern und Stationen hängt, darf nicht nur schmückendes Beiwerk sein, sondern das Kreuz muss gelebt und getragen werden.“ Das mache ein katholisches Krankenhaus aus.

1894 mussten sich acht Schwestern um 1200 Patienten kümmern

Verena Hölken von der Geschäftsführung der Malteser Deutschland bedankte sich in der anschließenden Feierstunde für die mahnenden Worte des Bischofs. Sie erzählte von den Anfängen der Einrichtung im Jahr 1894. Mit acht Schwestern wurden anfangs in 40 Betten 1200 Patienten gepflegt. Heute verfügt das Krankenhaus über 241 Betten, 351 Mitarbeiter und kümmert sich um 8500 Patienten im Jahr.

Bis 1888 gab es in Homberg so gut wie keine öffentliche Gesundheitsversorgung. Erst in diesem Jahr gelang es dem katholischen Pfarrer Matthias van de Loo, zwei Clemensschwestern zur Armen- und Krankenpflege nach Homberg zu holen. Wachsende Bevölkerungszahlen durch Bergbau und Industrialisierung ließen aber schnell die Notwendigkeit eines richtigen Krankenhauses klar werden. Die Gemeindeverwaltung erkannte das Problem zwar, wurde aber selbst nicht tätig.

Eine vermögende Witwe aus Homberg brachte den Stein ins Rollen

Den Stein ins Rollen brachte schließlich die vermögende Witwe Sibilla Großenbrink, die ihr gesamtes Vermögen der katholischen Kirche für den Bau eines Krankenhauses vererbte. Dazu spendeten der wohlhabende Pfarrer van de Loo und mehrere Mitglieder des Kirchenvorstands Grundstücke und Geld für den Bau. Am 26. August 1894 wurde das Krankenhaus eingeweiht. Die Clemensschwestern blieben bis 1983 in Homberg

Gleichzeitig wird in diesem Jahr die 15-jährige Trägerschaft des Krankenhauses durch die Malteser gefeiert. Denn 2004 hatte die Kirche St. Johannes die Trägerschaft an den Orden abgegeben. Der hat das Krankenhaus in den Verbund Rhein-Ruhr eingliedert. Dazu gehören zwei weitere Krankenhäuser in Huckingen und Krefeld-Uerdingen sowie ein Hospiz, mehrere medizinische Zentren und 13 Seniorenzentren. Am kommenden Samstag wird von 11 bis 17 Uhr rund um das Krankenhaus beim Tag der offenen Tür gefeiert. Unter anderem kann auch ein OP besichtigt werden.

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