Cölve-Brücke

Genervte Rheinhauser und Moerser protestieren gemeinsam

In Moers-Schwafheim protestieren Duisburger und Moerser Anwohner gemeinsam.

In Moers-Schwafheim protestieren Duisburger und Moerser Anwohner gemeinsam.

Foto: Markus Joosten

Im Westen.   Zum ersten Mal protestierten Duisburger und Moerser gemeinsam gegen die Cölve-Sperrung. Der Verkehrslärm macht Anwohner beider Städte mürbe.

Der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer hat in der Vergangenheit gerne darauf hingewiesen, dass die marode Cölve-Brücke zwar auf Moerser Stadtgebiet liegt, aber größtenteils von Duisburgern genutzt wird. „Er hat gesagt, dass Moerser Bürger gar nicht betroffen seien. Aber das stimmt gar nicht“, sagt Doris Göbel, Sprecherin der Initiative Cölve-Brücke. Darum fand am Mittwochnachmittag eine Demonstration vor dem Edeka-Markt auf dem Länglingsweg in Moers-Schwafheim statt. Zu dem hatte die Duisburger Initiative gemeinsam mit der Initiative Länglingsweg eingeladen. Rund 100 Bürger aus beiden Städten kamen und hielten auf dem Gehsteig gegenüber des Marktes Transparente und Schilder in die Höhe auf denen es unter anderem hieß: „Der Lärm macht uns krank“ und „Cölve-Brücke – Brücke der Solidarität“. Denn der Verkehr auf der Verbindungsstraße zwischen Schwafheim und Bergheim und Rumeln-Kaldenhausen habe seit der Brückensperrung im Sommer 2017 stark zugenommen

Mehr Feinstaub und Stress für die Anwohner

„Es gibt mehr Feinstaub und viel mehr Stress für die Anwohner durch den ganzen Lärm“, sagt Länglingsweg-Anwohnerin Gesa Schlömer. Die Moerser Aktivisten ärgert zusätzlich, dass auf der Straße, die durch das Wohngebiet führt, nicht durchgängig Tempo 30 herrscht, sondern nur in Etappen. Dadurch käme es zu jeder Menge Beschleunigungsmanöver. Das sind Probleme, die es auch auf Duisburger Seite zuhauf gibt. „Früher hörte man bei uns um 6 Uhr die Vögel, jetzt hört man um 6 Uhr die Autos“, sagt Harald Strohmann, der an der Bergheimer Straße Oberfeld wohnt. Früher wurde dieser Weg größtenteils von Fußgängern und Radfahrern frequentiert, heute nutze ihn gefühlt alle zehn Sekunden ein Auto. Verbesserungen seien nicht in Sicht.

Die Cölve-Aktivisten hatten auch gleich noch einmal ihr Modell einer Behelfsbrücke mitgebracht. Das konnte diskutiert werden und sollte auch zeigen, dass so ein Bauwerk möglich ist. Es wurde bereits vor den Rathäusern beider Anlieger-Städte präsentiert.

„Die Mühlen der Verwaltung mahlen sehr langsam“, bedauert Moerserin Schlömer. Mit der Veranstaltung solle Druck auf Politiker beider Städte ausgeübt werden. Gerade bedingt durch den Feiertag konnte man am Mittwoch lebhaft beobachten, was für ein Verkehrsaufkommen auf dem Länglingsweg herrscht. Da wurde gehupt und gedrängelt, sobald es mal nicht mehr so schnell vorwärts ging. „Für uns gibt es nicht nur Duisburg oder Moers, wir haben Gemeinsamkeiten und dazu gehört die Lebensqualität. Wir ersticken am und im Straßenverkehr und keinen interessiert es“, sagt Doris Göbel. Da dürften sich die großen Parteien nicht wundern, dass die Unzufriedenheit der Bürger steigt.

Diese Veranstaltung war die erste gemeinsame der beiden Initiativen. Da kein Ende der Cölve-Sperrung in Sicht ist, dürfte es nicht die letzte gewesen sein.

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