Soziale Entwicklung

Hochheide braucht noch Hilfe

 Mit der richtigen Ausrüstung läuft der Ball noch runder als sonst: Die Kids des SV Haesen freuen sich. Foto:

 Mit der richtigen Ausrüstung läuft der Ball noch runder als sonst: Die Kids des SV Haesen freuen sich. Foto:

Foto: Quartiersbüro

Homberg.  Soziale Projekte sollen den Stadtteil nach vorne bringen. Kinder freuen sich über neue Fußballtrikots. Das ist erst der Anfang.

Zugegeben: In einem alten T-Shirt kann man genauso gut oder schlecht Fußball spielen wie in einem echten Trikot. Aber es fühlt sich ganz anders an, wenn man wie ein richtiger Sportler ausgestattet auf dem Platz steht. Kleider machen Sportler. Das Trikot gibt Selbstvertrauen. Und es hilft, sich mit seinem Verein zu identifizieren und vielleicht noch ein bisschen mehr Begeisterung für den Sport in der Freizeit zu spüren.

Das weiß Lazare Kossi Defly. Der Hochheider ist zwar kein Profikicker, sondern Krankenpfleger, aber er hat ein großes Herz für die Kinder in seinem Stadtteil. Er wünscht sich, dass sie nach der Schule eine sinnvolle Beschäftigung haben und beim Sport erleben, wie schön das Miteinander sein kann. Deshalb trainiert Lazare Kossi Defly die Kids ehrenamtlich beim SV Haesen/Hochheide. Und er hat jetzt dafür gesorgt, dass die C-Jugend neue Trikots und Bälle bekommen hat. Und neue Bälle, die sorgen tatsächlich dafür, dass man besser spielen kann.

Das Trikot-Projekt ist eines von vielen, die das Quartiersbüro Hochheide fördert. Seit drei Jahren gibt es den „Bürger- und Quartiersfonds“, der mit Geld aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ eingerichtet wurde. Das Geld ist für die Hochhaussiedlung Hochheide und die angrenzenden Bereiche gedacht. Und da es nach der Sprengung des ersten weißen Riesen noch viel zu tun gibt im Viertel, wird der Topf im nächsten Jahr wieder aufgefüllt. 20 000 Euro werden dann für gute Ideen, die den Stadtteil aufwerten, zur Verfügung stehen. Anträge kann jeder stellen. „Das ist ein Angebot für alle, die sich für ihren Stadtteil engagieren möchten“, sagt Brigitte Karhoff vom Quartiersbüro.

Was geschieht auf der Freifläche?

Jede Menge Projekte haben Brigitte Karhoff und ihre Kolleginnen in den vergangenen drei Jahren begleitet. Aktuell soll die Fläche, die der weiße Reise freigegeben hat, in den Fokus rücken. „Jetzt ist es ganz wichtig, dass sichtbar etwas passiert für die Bürger.“ Denn der Fall des Hochhauses ist Symbol für einen Neuanfang im Viertel. Die Brache muss jetzt mit Leben gefüllt werden. Stadtplanerisch ist das Ganze auf den Weg gebracht, die Fachleute haben ihre Konzepte für das Gebiet eingereicht. Aber die Planung auf dem Papier ist nur das eine. Wichtig, so Karhoff, ist jetzt, dass sich die Menschen überlegen, wie sie den neu gewonnenen Raum mit Leben füllen und das Thema gemeinsam mit den „Freiraumplanern“ angehen.

Die Kinder haben schon vorgelegt. In einem Workshop sammelten sie Wünsche und gestalteten Modelle. Skaterpark, Springbrunnen, Bäume und einen kleinen See fänden sie schön. Jetzt soll auch ganz praktisch schon etwas passieren auf dem Gelände. Mit Geld aus dem Quartiersfonds können Projekte finanziert werden, die den Ort schon jetzt lebendig machen.

Mobile Tore für ein Turnier wäre gut

Lazare Kossi Defly möchte hier im Herzen Hochheides zum Auftakt ein Fußballturnier organisieren. Dafür könnten transportable Tore angeschafft werden. Das Mannschaftsspiel wäre ein Anstoß dafür, dass die Menschen im Viertel enger zusammen rücken. Dazu gehören auch die vielen neu zugezogenen Roma-Kinder, denen die Hochheider durch eine solche Aktion die Hand reichen können. Der ehrenamtliche Fußballtrainer möchte sich für alle Kinder stark machen und ihnen eine sinnvolle Möglichkeit zur Gestaltung ihrer freien Zeit anbieten.

Das Projekt wird verlängert

„Im Moment braucht dieser Stadtteil auf jeden Fall soziale Maßnahmen“, sagt Brigitte Karhoff. Ob die Geschäftsführerin der „Wohnbund-Beratung NRW GmbH“ das Projekt Hochheide im kommenden Jahr weiterhin betreuen wird, steht noch nicht fest. Die Bochumer Firma hatte den Zuschlag für das Quartiersbüro befristet für drei Jahre bekommen. Die laufen jetzt aus. Aber da der Erneuerungsbedarf für Hombergs Problemviertel noch längst nicht gedeckt ist, wird verlängert. Die Wohnbund-Beratung muss bis Jahresende eine Fortschreibung des Konzeptes einreichen – und hofft darauf, Hochheide weiter in eine bessere Zukunft begleiten zu dürfen.

>>>>>Kontakt zum Quartiersbüro<<<<<<<<

Wer Ideen für den Stadtteil hat, kann sich im Quartiersbüro, Moerser Straße 245, melden. Öffnungszeiten: Dienstag 14 bis 16 Uhr, Mittwoch 9 bis 12 Uhr, Donnerstag 16 bis 18 Uhr. Kontakt : 02066/4696350.

Information im Internet: www.quartier-hochheide.de. Hier gibt es auch Details zum „Hof- und Fassadenprogramm“, das Eigentümer dabei unterstützt, das Erscheinungsbild ihrer Häuser und anliegender Hofflächen zu verbessern. Es können Zuschüsse zu Handwerkerkosten beantragt werden.


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