Bildung

Homberger Schüler verlegen den Unterricht nach draußen

Unterricht im Schulgarten: Pflanzleiter Tim Genders zeigt den Mädchen und Jungen, wie der grüne Daumen funktioniert. Foto: Erwin Pottgiesser

Unterricht im Schulgarten: Pflanzleiter Tim Genders zeigt den Mädchen und Jungen, wie der grüne Daumen funktioniert. Foto: Erwin Pottgiesser

Rheinhausen.  Das Franz-Haniel-Gymnasium hat sich die „Gemüse-Ackerdemie“ nach Homberg geholt. Ein Projekt, das Schülern Natur und Nachhaltigkeit näher bringt.

Der Duft frischer Erde und Kräuter liegt in der Luft. An den Beeten ist viel los. Mit Gießkanne und grünem Daumen erwecken Jugendliche die Natur zum Leben. Wie gut das klappt und was das Geheimrezept dahinter ist, zeigte sich jetzt. Im Schulgarten des Franz-Haniel-Gymnasiums (FHG) waren die „Gemüse Ackerdemiker“ los.

Das Sozialunternehmen „Gemüse Ackerdemie“ mit Hauptsitz in Potsdam tourt durch ganz Deutschland. Vor Ort führen Studenten und naturwissenschaftlich gebildete „Ackermentoren“ Projekte durch. Mit Kindern und Jugendlichen legen sie Beete an und zeigen, wie gesät, gepflanzt, gemulcht und gejätet wird. „Dabei arbeiten wir ohne Schnickschnack, nur mit biologischem Saatgut und ohne Kunstdünger“, sagt Susanne Büchner vom Regionalmanagement der Ackerdemie.

Ziel ist es, Menschen Wertschätzung für die Natur mitzugeben.

„Lebensmittel wachsen schließlich nicht im Supermarktregal.“ Entsprechend arbeitet die Ackerdemie mit allen Schulformen. In begleitenden Lernheften tummeln sich Willi Wurm, Sara Salat und die Brille tragende Mohrrübe Orangela Mörkel. Die Figuren erklären, wie viel Leben in Pflanzen steckt.

Im Schulgarten summt ein Bienenvolk

FHG-Schulleiter Norbert Thummes war sofort begeistert. Er unterschrieb dieses Jahr den Kooperationsvertrag mit der Gemüse Ackerdemie: „Umweltschutz liegt uns am Herzen. Im Schulgarten lebt ein Bienenvolk, aus dem wir unseren Schulhonig gewinnen. Und unsere Garten-AG sorgt für bienenfreundliche Pflanzen.“

Fleißig gebuddelt und gepflanzt wurde mit den 18 Schülern der Garten-Arbeitsgemeinschaft, Biologielehrerin und AG-Leiterin Ethel Kurz und den Ackermentoren. „Im Rahmen unserer AG bauen wir auf zehn Beeten Gemüsesorten an“, erklärte Kurz. Eingeübt ist das Team schon, denn am 1. April pflanzten sie Gemüsesorten und säten.

Hinter dem naturwissenschaftlichen Trakt des FHG fand nun die zweite Pflanzung statt. Mit Schüppe, Harke und Saatgut pflanzten die Schüler Bohnen, Mais, Tomaten und Zucchini an. „Einige Pflanzenarten kannten selbst die Biolehrer nicht“, gab Ethel Kurz zu. Palmkohl, Stoppelrübe und Haferwurzel gehörten dazu. Für Kürbis, Zwiebeln und Kopfsalat entschieden sich Lion und Jill. Die 16-jährigen Schüler der 10. Klasse lächelten, als sie auf die Beete blickten. CD’s an Flatterbändern? „Sind als Schutz vor Tauben gedacht.“ Seit der 6. Klasse besucht Lion die Garten-AG. „Durch die Gemüse-Ackerdemie kriegt man einen neuen Blick, es ist wie Unterricht unter freiem Himmel.“ Jill fügte an: „Keiner hat das Smartphone in der Hand. Wir passen aufeinander auf, wachsen als Gruppe zusammen.“

In der Pause ab ins Beet

Das Gartenfieber hat die Schüler gepackt. Viele wollen sich in den Pausen und Freistunden um die Beete kümmern. Was mit der Ernte geschieht, entscheiden die Schüler selbst. Ob direkt verzehrt oder Gewürze aus der Kräuterspirale für einen Salat genutzt – lecker und nachhaltig kommt an.

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