Weihnachtskrippe

Im Duisburger Westen führt ein Weg von Krippe zu Krippe

Eine große Krippe mit vielen Figuren füllt den Altarraum in der Kirche St. Marien in Rumeln. 

Eine große Krippe mit vielen Figuren füllt den Altarraum in der Kirche St. Marien in Rumeln. 

Foto: Privat

Im Westen.  Weihnachten ist noch längst nicht vorbei. Deshalb laden die katholischen Kirchen im Duisburger Westen zum traditionellen Krippenweg ein.

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Die meisten Tannenbäume sind bereits aus den Wohnzimmern verschwunden, dabei endet in manchen Gemeinden die Weihnachtszeit erst am 2. Februar mit der Lichtmess. So kommen auch im Duisburger Westen noch einmal weihnachtliche Gefühle auf, wenn die Pfarreien am kommenden Sonntag, 12. Januar, von 14 bis 17 Uhr zum Krippenweg einladen. In dieser Zeit haben alle katholischen Kirchen in Homberg, Rheinhausen, Friemersheim und Rumeln-Kaldenhausen geöffnet, so dass Interessierte von Ort zu Ort fahren und sich die verschiedenen Darstellungen der Geburt Jesu ansehen können.

Insgesamt zehn Kirchen und Kapellen liegen auf dem Krippenweg. Dazu zählt auch die Kirche St. Peter in Hochemmerich (Paulusstraße 25), in der 80 Zentimeter große Figuren in einer Landschaft vor dem Altar stehen. Die Figuren stammen aus der Kirche St. Peter und der ehemaligen Kirche St. Barbara, zu Weihnachten 2011 wurden beide Gruppen zu einer Krippe zusammengeführt.

Großzügige Landschaftskrippe

Figuren des Bildhauers Hans Klucker aus Oberammergau sind in der Kirche Christus-König in Bergheim (Lange Straße 2) und in der Kirche St. Klara in Kaldenhausen (Düsseldorfer Straße 129), aber auch in der Kirche St. Marien in Rumeln (Marienstraße 2) zu sehen. In Letzterer zieht sich die großzügig gestaltete Landschaftskrippe mit weiteren Figuren der Volkskunstanstalt Kevelaer und des Bildhauers Andrzej Burkot durch den gesamten Altarraum. Seit Weihnachten 2019 ergänzt außerdem ein großer Elefant die Karawane der drei Könige.

Eine angedeutete Ruine als Stall steht in der Kirche St. Marien in Rheinhausen (Ulmenstraße 35), wo Besucher Figuren aus 1958 bestaunen können. Noch älter sind die Könige, die Heilige Familie und der Engel, die 1939 aus Kevelaer nach Friemersheim in die Kirche St. Joseph (Kronprinzenstraße 32) gezogen sind. Die Krippenlandschaft befindet sich im hinteren Seitenschiff.

Bäuerliches Leben am Niederrhein

Pfarrer Joseph Francken erwarb im Jahr 1930 die Krippe für die Kirche St. Johannes in Homberg (Marienstraße 5), stellte die nötigen Drahtgestelle kurzerhand selbst her und beauftragte die pfarreigene Nähstube mit dem Schneidern der ersten Gewänder. Mit der Zeit wurde die Krippe immer größer und ist heute so im hinteren linken Seitenschiff zu sehen. Große Figuren aus den Katholischen Volkskunstanstalten in Kevelaer stehen in einer Nische der Kapelle St. Johannes Stift in Homberg (Johannisstraße 21).

Gleich zwei Krippen besitzt die Kirche Liebfrauen in Hochheide (Ottostraße 85). Die vom Bildhauer Matthias Wagner 1957 geschaffene Gliederfigurenkrippe aus Keramik steht vor dem Altar in einer Krippenlandschaft, die von Jupp Sieben 1938 hergestellte Krippe aus Eichenholz befindet sich seitlich im Kirchenschiff. Wer hier genau hinsieht, erkennt Klompen, kleine Holzschuhe, an den Figuren, die für das bäuerliche Leben am Niederrhein stehen.

Eine Landschaftskrippe mit Lagerfeuer und Wasserlauf beherbergt die Kirche St. Peter in den Haesen (Friedhofsallee 100a), wo sich Krippenfiguren des Bildhauers Jakob Holtmann wiederfinden. Der Künstler war an den Stuckarbeiten der Gnadenkapelle in Kevelaer beteiligt und schuf unter anderem die lebensgroße Krippe des Domes zu Osnabrück. Und damit endet schließlich der Krippenweg, so dass nur noch zu sagen bleibt: „Krippkes kieken, Krippkes luren.“

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