Chorkonzert

In der Rheinhausenhalle auf den Spuren Rudolf Schocks

Der Konzertchor Concordia singt Melodien, die mit Rudolf Schock verbunden sind. Das Johann-Strauß-Ensemble begleitet ihn. Foto:

Der Konzertchor Concordia singt Melodien, die mit Rudolf Schock verbunden sind. Das Johann-Strauß-Ensemble begleitet ihn. Foto:

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Der Konzertchor Concordia erinnerte an den 1915 in Duisburg geborenen Sänger mit leichten Melodien von Emmerich Kálmán bis Franz Lehár

Schon zur Begrüßung gab es große Worte der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Katharina Gottschling: „Wir sind stolz, einen solchen Chor im Stadtteil zu haben“, sagte sie anlässlich des 160. Geburtstags des Konzertchors Concordia Rheinhausen. Mehr als 800 Gäste waren zum Jubiläums-Konzert „Du bist die Welt für mich“ in die Rheinhausen-Halle gekommen.

Das Programm des Traditionschors war voller Melodien, die der Duisburger Sänger Rudolf Schock, 1915 in Wanheimerort geboren, an den großen Bühnen dieser Welt interpretiert hatte. „Mit dem Gesang fing dieser beim Chor „Männertreu“ als Junge von etwa 14 Jahren an“, weiß der moderierende Tenor Johannes Groß über ihn. Später wurde Rudolf Schock Mitglied im Opernchor des Duisburger Stadttheaters. 1937 dann der erste Durchbruch, als das Duisburger Eigengewächs einen Solistenvertrag beim Staatstheater Braunschweig unterschrieb. Engagements des lyrischen Startenors an der Wiener Staatsoper und der heutigen Deutschen Oper Berlin folgten.

Anekdoten zwischendurch

Doch welch ein ‚Schock‘: „Fragt man heute 18-, bis 50-Jährige nach dem früher sehr bekannten Sänger, so bekommt man als Antwort: vielleicht war er ein Metzger oder gar Friseur?“, erzählt Johannes Groß. Das mit dem Frisieren habe Rudolf Schock wohl wirklich einmal versucht, aber: „Als er einem Kunden beim Rasieren des Bartes zwei Mal ins Ohrläppchen schnitt, merkte er, dass es nichts für ihn ist“, weiß Groß so manche Anekdote. Getragen vom Johann-Strauß-Ensemble unter Leitung von Daniel Draganov, sangen die Sänger der Concordia, die noch unterstützt wurden von 20 Mitgliedern des Männer- und Frauenchors Rumeln, zum Einstieg „So voll Fröhlichkeit“ aus „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. Richtig zackig präsentierte sich die Gesamtheit der mehr als 50 Sängerinnen und Sänger ebenso, als sie in den Walzerrhythmus beim Lied „Sei nicht bös“ aus „Der Obersteiger“ von Carl Zeller über schwenken mussten.

Die Sopranistin Eva Lind verzückte bei ihrer von einem weichen Timbre durchsetzten Darbietung der Arie „O mio babbino caro“ aus „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini. Und Solist Johannes Groß, der übrigens Mitglied der „German Tenors“ ist, ließ kein Auge trocken in der Arie „Zwei Märchenaugen“ von Emmerich Kálmán mit seiner Bandbreite bis hin zu den Tiefen des Baritons. Jedoch verpatzte er den Schlussakkord zu „Wenn du so zärtlich bist“ von Ernesto de Curtis – ein kleiner Fauxpas, der die Gunst des Publikums für ihn aber nicht schmälerte.

Fein aber war die Darbietung zu „Lippen schweigen“ von Franz Lehár, als die beiden Solisten Lind und Groß noch einen Wiener Walzer dabei tanzten. Höhepunkt des ersten Teils war sicherlich das Lied „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“, das die Sopranistin Eva Lind mit akzentuierten, hohen Tönen verzierte. Ein Lied, das sogar noch aus der Feder von Rudolf Schock stammt. Der Chor überzeugte nach der Pause mit dem Lied „Hereinspaziert“ von Carl Michael Ziehrer.

„Radetzky-Marsch“ in der zweiten Hälfte

Doch dann „Schock aus“ - im weiteren Verlauf gab es den „Radetzky-Marsch“, instrumental von dem Johann-Strauß-Ensemble gespielt, bei dem alle 800 Zuschauer begeistert mitklatschten.

Ruth Ranthun, 94 Jahre alt, meinte: „Ich bin immer dabei bei den Konzerten. Es sind immer sehr viele Melodien zu hören, die ich von früher kenne.“

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