Soziales

In der Rheinhauser Geschenke-Insel bedienen sich Bedürftige

Die Macher des Projekts (v.l.): Gemeindeleiter Peter Becker, Andreas Pavlic und Gemeindesprecher Matthias Tilgner in der Geschenke-Insel-Hütte an der Schmiedestraße.

Die Macher des Projekts (v.l.): Gemeindeleiter Peter Becker, Andreas Pavlic und Gemeindesprecher Matthias Tilgner in der Geschenke-Insel-Hütte an der Schmiedestraße.

Foto: Volker Herold

Duisburg-Rheinhausen.   Wer Lebensmittel übrig hat, kann sie für Bedürftige in der Rheinhauser Geschenke-Insel der evangelisch-freikirchliche Gemeinde abgeben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auch wenn die meisten Kirchengänger heutzutage kaum noch in der Landwirtschaft tätig sind, gehört der Erntedankgottesdienst für sie weiter zur Tradition. Das Fest lehrt nicht nur Genügsamkeit, sondern auch das Teilen. Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde an der Bergheimer Schmiedestraße hat sich den Erntedanksonntag zum Anlass genommen, im Hof ihrer Gemeinde eine Geschenke-Insel zu eröffnen. Darin können Nachbarn übrig gebliebene Lebensmittel platzieren, die andere sich kostenlos mitnehmen können.

Dieses Foodsharing-Konzept ist nicht neu, doch in Rheinhausen dringend nötig, sagt Gemeinde-Mitarbeiter Andreas Pavlic. Er wohnt auch in der Gemeinde und erzählt: „Bei mir klingeln oft Leute, meist Obdachlose, die etwas zu essen haben wollen. Bestimmt vier Mal die Woche und es werden zunehmend mehr.“ Die Idee hat Pavlic aus Hamburg mitgebracht. Zwei Mal im Monat ist er in St. Pauli für Obdachlose im Einsatz. „Mir schwirrte der Gedanke aber selbst schon seit den 1980ern im Kopf herum“, sagt er.

Hütte ist rund um die Uhr geöffnet

Als Geschenke-Insel dient nun eine der Weihnachtsmarkt-Hütten aus dem Bestand der Freikirche. Der Verkaufstresen bleibt verschlossen, die Tür dagegen rund um die Uhr geöffnet. „Vielen Leuten ist es unangenehm, sich dort Essen besorgen zu müssen.

Deswegen bleibt die Hütte auch nachts auf, damit sie es tun können, ohne von anderen gesehen zu werden“, sagt Gemeindeleiter Peter Becker. Die Gemeinde-Mitglieder wollen regelmäßig nach dem Rechten sehen. „Wir wissen ja nicht, wie gut das Angebot angenommen wird. Vielleicht kommt es auch zu Vandalismus, das werden wir erst sehen müssen.“

Auch Kosmetikartikel erwünscht

Abgegeben werden können verschlossene, haltbare Lebensmittel, die nicht mehr benötigt werden. „Einen Kühlschrank gibt es allerdings nicht, deswegen sollte nichts Verderbliches dabei sein“, sagt Matthias Tilgner. „Auch Kleiderspenden können wir nicht annehmen, da haben wir nicht die Kapazitäten für.“ Erwünscht seien jedoch auch Kosmetikartikel und Tierfutter. Die Gemeinde-Mitglieder hoffen auch die Spendenbereitschaft der Nachbarn.

Sich etwas herausnehmen dürfe jedoch jeder, nicht nur Obdachlose. „Es gibt ja auch Menschen, die haben ein Zuhause, aber nichts zu essen“, sagt Becker. Die Geschenke-Insel solle keinesfalls einen Ersatz zur Tafel darstellen, betonen die drei. „Eher eine Alternative.“ Sein Traum wäre es, sagt Pavlic, „wenn an allen öffentlichen Gebäuden und Kirchen so eine Einrichtung entsteht.“

An der Hütte hängt außerdem ein Briefkasten, in den Menschen persönliche Nachrichten an die Gemeinde einwerfen können. „Wir suchen als Gemeinde ja auch immer den Kontakt zu den Menschen. Wenn jemand ein Problem hat, kann er sich gerne an uns wenden“, sagt Becker. „Wir haben ein offenes Ohr und hören allen zu. Oder wir beten für diejenigen. Vielleicht können wir sogar helfen, wenn jemand eine Waschmaschine benötigt.“

Der Adventsmarkt fällt diesmal aus

Der Adventsmarkt der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde fällt in diesem Jahr aus. „Dazu fehlt uns leider die Zeit“, sagt Gemeindeleiter Becker.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben