Städtebau

Initiative will, dass „Weiße Riesen“ stehen bleiben

Michael Glasing und Sonja Bafcari vom  Initiative-Koordinierungskreis.

Michael Glasing und Sonja Bafcari vom Initiative-Koordinierungskreis.

Foto: Privat

Homberg.   Eine neu gegründete Nachbarschaftsinitiative möchte, dass aktuell bewohnte Hochhäuser nicht abgerissen werden. Angst vor steigenden Mieten.

Der Abriss der insgesamt sechs weithin sichtbaren „Weißen Riesen“ ist alternativlos. So sagen es die Stadt und auch Politiker nahezu aller Fraktionen im Stadtrat. Der Wohnraum würde nicht mehr gebraucht und müsse weg, heißt es. Zwei ehemals je 320 Wohnungen umfassende „Riesen“ sind längst leergezogen, einer davon soll am 24. März 2019 gesprengt werden. Weitere Abrisse dürften laut Lukas Hirtz von der Partei Die Linke nicht erfolgen. Unter dem Motto „Verschönerung statt Abriss“ hat sich jetzt eine Nachbarschaftsinitiative in Hochheide gebildet.

Die Menschen haben Sorgen um ihren Wohnraum, formulierte es Hirtz im Nachklang an die Gründungsveranstaltung im Falkenheim. „50 Teilnehmer waren dabei, es mussten noch weitere Bänke und Stühle herangeschafft werden.“ Der Initiative gehe es darum, dass keine weiteren „Weißen Riesen“ leergezogen und abgerissen werden, so wie an der Ottostraße 54-56 geplant.

„Leerzug stoppen, das Geld anderweitig verwenden“

„Viele Menschen leben schon seit Jahrzehnten hier und machen sich große Sorgen, dass sie Hochheide verlassen müssen“, so Sonja Bafcari, die in den Koordinierungskreis gewählt wurde „Es gibt einfach nicht genügend bezahlbaren Wohnraum mehr in Duisburg, geschweige denn Hochheide. Der Ankauf und Leerzug weiterer Hochhäuser geschieht ohne Ratsbeschluss. Wir appellieren an die Politik, den Leerzug zu stoppen und die Leute nicht in Existenzängste zu bringen.“

Ein Name für die Initiative ist noch nicht gefunden. Doch erste Forderungen sind formuliert worden: Die bewohnten „Weißen Riesen sollen stehen bleiben und weiter vermietet werden. Die Fördermillionen, die für den Ankauf, Leerzug und Abriss weiterer Wohntürme vorgesehen seien, sollten eher für die Sanierung der Tiefgaragen, der Spielplätze, Grünanlagen und barrierefreies Wohnen verwendet werden, so der Grundtenor der Versammlung.

„Einsetzen für ein schöneres Hochheide

Von den Abrissen wären laut Michael Glasing, er ist ebenfalls Mitglied des Koordinierungskreises, auch andere Teile von Hochheide, eigentlich von ganz Duisburg, betroffen. Er behauptet: „Es ist erklärtes Ziel der Stadt, die Mietpreise in ganz Hochheide durch den Abriss der ,Weißen Riesen’ anzuheben. Wir laden alle ein, die sich für ein schöneres Hochheide einsetzen wollen, bei uns mitzumachen.“

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