Verkehrssicherheit

Kampagne „Geisterradler“ soll auf Gefahrenstellen hinweisen

Patrick Hoenninger vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement der Stadt Duisburg und Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels zeigen das Piktogramm zu der Kampagne „Geisterradler“, die gestern an der Friedrich-Ebert-Brücke in Homberg startete.

Patrick Hoenninger vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement der Stadt Duisburg und Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels zeigen das Piktogramm zu der Kampagne „Geisterradler“, die gestern an der Friedrich-Ebert-Brücke in Homberg startete.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Homberg.  Ein Piktogramm soll auf die Gefahren des Radelns auf der falschen Straßenseite aufmerksam machen. Das Erste wurde gestern in Homberg gesprüht.

In Neongelb leuchtet das Dreieck seit gestern den Radlern auf dem Radweg an der Friedrich-Ebert-Brücke in Homberg entgegen, wenn sie auf der falschen Straßenseite aus Ruhrort kommend den Rhein überqueren. Zu sehen ist in dem Dreieck vor der Einmündung Königstraße/Rheindeichstraße ein Geist auf einem Fahrrad. Darunter ist zu lesen: Falsche Seite! Aufgesprüht wurde es gestern von Patrick Hoenninger vom Amt für Stadtentwicklung der Stadt Duisburg zusammen mit der Duisburger Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels.

Die Piktogramme gehören zu der Kampagne „Geisterradler“ des Verkehrssicherheitsnetzwerkes „Duisburg. Aber sicher!“. Mit ihnen sollen Radfahrer künftig verstärkt auf die Gefahren bei der Nutzung der falschen Straßenseite aufmerksam gemacht werden. „Denn auf welcher Straßenseite sie sich im Straßenverkehr bewegen, ist keinesfalls egal, auch wenn dies vielen Radlern nicht bewusst ist“, so ein Sprecher der Stadt Duisburg. Genau wie für Autos und für andere Fahrzeuge gelte für Radfahrer auch das Rechtsfahrgebot.

Drei Radunfälle wegen Fahrens auf der falschen Seite an der Einmündung Königstraße

Welche Gefahr die Nutzung der falschen Straßenseite für „Geisterradler“ bergen kann, erschließt sich auch Bürgermeister Manfred Osenger, der zusammen mit der Polizeipräsidentin sowie weiteren Vertretern des Netzwerkes „Duisburg. Aber sicher!“ – wie Auto Club Europa (ACE) und Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club (ADFC) – gestern vor Ort war: „Wer hier mit dem Auto aus der Königstraße auf die Friedrich-Ebert-Brücke rechts abbiegt, schaut sicher meist nur nach links.“ Radfahrer, die von rechts kommen, würden so schnell übersehen.

Drei Radunfälle habe es an der Einmündung Königstraße/Friedrich-Ebert-Brücke in Homberg in den Jahren 2016 bis 2018 – von insgesamt 44 im gesamten Stadtgebiet im gleichen Zeitraum aufgrund von Falschradlern – gegeben, sagt Patrick Hoenninger. „Diese Unfallauffälligkeit haben wir daher in der Unfallkommission besprochen.“ Die „Geisterradler“-Kampagne sei nun die Reaktion darauf, allerdings sei sie nur ein Mosaikstein von vielen, um Duisburg sicherer für Radfahrer zu machen.

433 Radunfälle insgesamt in Duisburg im Jahr 2018

Insgesamt sei Duisburg zwar mit der Zahl der Radfahrunfälle unauffällig im Vergleich zu anderen Städten, „wie beispielsweise Düsseldorf“, so Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels. Aber: „Die Zahl der Radunfälle steigt seit 2016 kontinuierlich.“ 433 seien es 2018 gewesen, 146 bereits in diesem Jahr. „Wir hoffen, dass durch solche Kampagnen künftig weniger Unfälle passieren“, so Bartels.

Besonders Straßen „mit einer hohen Barrierewirkung, zum Beispiel durch Bordsteine, Grünstreifen oder die Straßenbahn in der Fahrbahnmitte“, erklärt Patrick Hoenninger von der Stadt Duisburg, oder auch solche mit mehreren Fahrspuren und wenig Querungsmöglichkeiten, würden die Gefahr bergen, dass entgegen der eigentlich vorgesehenen Fahrtrichtung gefahren werde. An solchen Stellen sei das Problem eines Seitenwechsels für den Radfahrer aber nicht mit einem infrastrukturellen Angebot lösbar, weiß er. „Die Radfahrer müssen hier einen Umweg bis zur Ampel fahren, um dann auf der richtigen Fahrbahnseite die Brücke zu überqueren.“ Manch ein Radfahrer ginge aber lieber ein Risiko ein, statt den Umweg zu fahren. „Mit der Kampagne wollen wir vor allem die Radfahrer, die häufiger hier fahren, aufmerksam machen und sagen: Pass’ bitte auch selber auf Dich auf“, so Patrick Hoenninger.

An rund zehn weiteren Straßenabschnitten – so auch auf der Friedrich-Ebert-Straße in Rheinhausen – werden die gelben Dreiecke auf den Radwegen nun künftig im Stadtgebiet zu sehen sein. Allerdings nicht nur im Duisburger Westen: Zu den weiteren Unfallstellen, die identifiziert wurden, gehören auch die Mülheimer, Düsseldorfer und Wanheimer Straße in Mitte und Süd.

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