Traditionsgeschäfte im Westen

Kölfen in Homberg bietet Kundenservice – ganz ohne Internet

Inhaber Holger Johnen  steht vor seinem Fachgeschäft „Multimedia Kölfen“ in Homberg an der Moerser Straße 88.

Foto: Ulla Michels

Inhaber Holger Johnen steht vor seinem Fachgeschäft „Multimedia Kölfen“ in Homberg an der Moerser Straße 88. Foto: Ulla Michels

Seit 1951 werden im Radio- und Fernsehgeschäft Kölfen von Inhaber Holger Johnen Elektrogeräte verkauft. Aber im Betrieb wird auch noch repariert

Waschmaschinen, Kühlschränke, auch Staubsauger, Mikrowellen und andere Elektrogeräte, vor allem auch noch Stereoanlagen und Fernsehgeräte, die einst dem Geschäft seinen Namen gaben, stehen im Verkaufsraum. „Fernsehen – Radio – Elektro Wilhelm Kölfen“ heißt das Fachgeschäft auf der Moerser Straße, Ecke Duisburger Straße in Homberg auf dessen Fassaden-Reklame heute die Bezeichnung „Multimedia Kölfen“ zu lesen ist. Bereits seit 1951 gibt es den Betrieb mit Reparaturwerkstatt. Inhaber ist seit Juli 1987 der 50-jährige, gelernte Radio- und Fernsehtechniker Holger Johnen. „Heute bin ich aber vor allem Kaufmann, mache aber auch sonst alles hier.“

Enge Bindung zum Geschäft seit der Kindheit

Sein Team besteht aus insgesamt vier Mitarbeitern. Und die haben alle „noch nie einen anderen Betrieb gesehen“, sagt Holger Johnen, der selbst seine Ausbildung ab 1983 im Elektrofachgeschäft von Wilhelm Kölfen absolvierte. Kunde im Geschäft war der heutige Inhaber aber bereits viel früher: „Schon meine Eltern haben hier Elektrogeräte gekauft und reparieren lassen. Ich habe dann natürlich auch meine erste Stereoanlage bei Kölfen gekauft.“ Die enge Bindung zum Geschäft gab damals dann auch den Ausschlag für die Berufswahl: „Es stellte sich die Frage, ob ich Elektriker oder Radio- und Fernsehtechniker werde und da ich damals ein guter Kunde bei Kölfen war, habe ich mich für Letzteres entschieden“, sagt Johnen.

Bereut hat der 50-jährige Geschäftsinhaber, der bereits im zarten Alter von etwa sechs Jahren mit seinem Opa erste elektrische Schaltungen baute, seine Wahl nie. „Den Beruf würde ich auch heute nochmal erlernen, denn ich hatte immer schon ein Faible für Elektrosachen.“

Das Sortiment hat sich kaum verändert

Vieles hat sich im Laufe der Zeit natürlich verändert: „Die Reparaturen sind weniger geworden – auch, weil neue Produkte oft preiswerter sind“, sagt Holger Johnen. Alle Werkstattbereiche des Fachgeschäftes seien daher über die Jahre abgebaut worden. In den meisten anderen Bereichen habe sich das Geschäft aber „nicht so viel verändert“, sagt der Homberger. Immer noch im Sortiment sind Elektroklein- und Elektrogroßgeräte sowie Unterhaltungselektronik. „Wir bieten auch Haushaltsgeräte an, die wir nicht vor Ort haben, aber über einen Großhändler per Katalog innerhalb von ein bis zwei Werktagen bestellen können.“

Mehrere tausend verschiedene Artikel bietet der Fachmann vor Ort im 115 Quadratmeter großen Verkaufsraum oder aus dem Lager an. Hinzu gekommen sei in den letzten Jahren lediglich ein Angebot von Computertechnik, Antennenbau und ganze Satellitenanlagen, Handys und sogar Küchenschränke und Küchen samt Elektrogeräten. „Und zu allen Produkten bieten wir eine gute Fachberatung an.“

Kundenservice wird auch nach dem Kauf geboten

Was sich nicht änderte, sei der Kundenservice des Elektrofachgeschäftes – und das ganz ohne Internetauftritt und Webshop. Holger Johnen sieht sich dennoch gut für die Zukunft aufgestellt: „Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, das zu machen, was andere nicht machen.“ Konkurrenz habe es immer gegeben und sicher seien manche Angebote anderswo vielleicht billiger. „Aber wir bieten den besseren Service und das melden uns auch unsere Kunden zurück.“ 85 bis 90 Prozent davon seien Stammkunden, schätzt Holger Johnen, die teilweise über Generationen bei Kölfen kaufen. Mit gutem, schnellem, individuellem Service – auch noch nach dem Kauf – sei „Multimedia Kölfen“ daher durchaus wettbewerbsfähig, meint der Inhaber. „Denn ich versuche nach Möglichkeit niemanden ohne das, was er möchte, aus dem Geschäft gehen zu lassen.“ Egal, ob es dabei um einen „Teppichdackel“ oder eine Arbeitsplatte zu einer gelieferten Geschirrspülmaschine geht.

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